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12/01/04

René Burri - Fotoausstellung

ARTE Kultur 13/01/2004

Fotoausstellung Paris
René Burri

Reportage (Real-Video)

René Burri fotografierte alle grossen Ereignisse und Persönlichkeiten der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Europäische Haus der Fotografie widmet ihm eine Ausstellung. Grosse Ereignisse und ihre Protagonisten sind das Thema des Fotographen René Burri. Burri arbeitet für die schon legendäre Agentur Magnum von Robert Capa. Geboren 1933 in der Schweiz, steht für Burri sehr früh fest, welchen Beruf er ausüben will. Ausgerüstet mit seiner Leica und einem 35 mm-Objektiv macht er sich auf, die Welt zu entdecken.



Genau wie das bekannte Portrait des Fotografen Korda ist vor allem das Bild von Che Guevara zur kulturellen Ikone geworden. Für diese Portätserie trifft Magnum-Fotograph René Burri 1963 mit einer amerikanischen Journalistin in Havanna ein.

"Drei Stunden lang hat er nicht ein einziges Mal in die Kamera geguckt. Irgend etwas beschäftigte ihn sehr. Das war vielleicht der Moment, wo er am selbstsichersten war. Es gibt ein zweites Foto, das wohl die entscheidende Momentaufnahme des Che ist. Und das ist dann auch ein emblematisches Foto geworden." (René Burri)

Zürich 1946, Burri ist 13, als er diese Aufnahme von Churchill mit der Kodak-Kamera seines Vaters macht. Eine frühe Berufung. 7 Jahre später macht er eine Foto-Reportage über eine Schule für Taubstumme, damals ein Pilotprojekt. Dank solcher Bilder wird Rene Burri mit 23 Mitglied der Foto-Agentur Magnum. Anfang der sechziger Jahre zeigt Burri Facetten von Deutschland, West und Ost, zwischen Trümmern aus dem Krieg und dem Wirtschaftswunder.

"Ich hatte auch Angebote zu einem Fotoband über Frankreich oder Italien, aber ich habe Deutschland gewählt, obwohl das sehr hart war. Aber dort tat sich wirklich etwas: Da waren die Russen, die Nachkriegszeit, ein Land in Schutt und Asche. Ich dachte: Das können sie nie wieder aufbauen." (René Burri)

Von Suez bis zu Tien an Men 89, René Burri hat sie dokumeniert. Und doch findet man kein Bild von Toten oder Verletzten. Solche Bilder lehnt er ab, er will lieber zum Verständnis der Konflikte beitragen.

"Das war echt, da flogen Kugeln durch die Luft. Ich sah sofort, dass das böse ausgehen würde. Ich dokumentiere lieber die Hintergründe von Konflikten."
"Das Technische ist für mich nicht unbedingt das Wichtigste. Es geht um die Machart, mit dem Auge und dem Herzen, und um den Kopf hinter der Kamera." (René Burri)

Oft stand er im Schatten der großen Namen von Magnum, doch mit seinem anspruchsvollen und raffinierten Werk beweist René Burri, dass er sich hinter niemandem verstecken muss.

Reportage R. Bonnet / C. Clorennec

Porträt

Der 1933 in Zürich geborene Fotograf René Burri ist Mitglied der Fotoagentur Magnum in Paris. Neben seinen Aufnahmen, die soziale und politische Veränderungen in verschiedenen Ländern der Welt dokumentieren, porträtierte er auch berühmte Zeitgenossen. Sein wohl bekanntestes Foto ist das Porträt Che Guevaras aus dem Jahr 1962.

Das Bild des jungen Revolutionärs, der die Cohiba-Zigarre stolz zwischen den Zähnen hält, hat sicherlich zum Mythos des lateinamerikanischen Freiheitskämpfers beigetragen. Burri wurde 1933 in Zürich geboren. Sein fotografisches Handwerk lernte er an der dortigen Kunstgewerbeschule, die auch sein Vorbild Werner Bischof absolviert hatte. Durch ihn wurde Burri bei der legendären Fotoagentur Magnum in Paris eingeführt, deren Mitglied er noch heute ist. Nahezu alle Schauplätze des politischen Geschehens des 20. Jahrhunderts gehörten zu Burris Motiven, insbesondere Lateinamerika, der Nahe Osten und China, das er in den 60er Jahren nicht nur fotografierte sondern auch in Dokumentarfilmen festhielt. Rastlos reiste der engagierte Fotograf durch die Welt. Weitere Stationen waren Ost- und West-Berlin, die Tschechoslowakei, Pakistan und Vietnam. Burri war jedoch nie ein Kriegsfotograf. Er begeisterte sich eher für berühmte Zeitgenossen wie Picasso, Le Corbusier und Giacometti, die sich auch bereitwillig von ihm porträtieren ließen. Sein 1962 veröffentlichtes Buch "Die Deutschen", in dem Burri Land und Leute zwischen den Trümmern des Zweiten Weltkrieges und dem beginnenden Wirtschaftswunder porträtiert hat, zählt heute zu den Meisterwerken der Fotogeschichte. Burri ist heute in Paris zu Hause.



Zusätzlich auf unserer Homepage zu finden:

>> Sonder-Dossier zur Dokumentation über René Burri :
Am 30. Januar 2004 können Sie um 22.15 Uhr einen 60-minütigen Dokumentarfilm über René Burri sehen :
Der Münchner Filmemacher Reiner Holzemer und der freie Schriftsteller und Publizist Michael Koetzle haben den heute 70-jährigen René Burri zwischen Paris, Zürich, dem Tessin, wo er regelmäßig Urlaub macht, und Berlin beobachtet.


Weiterführende Informationen

>> Einige Bilder von René Burri

>> MagnumPhotos : Kurze Biographie, Bücherliste und Ansicht verschiedener Bilder aus den Büchern (in Englisch)

>> Ausstellung in Paris im Maison Européenne de la Photographie
vom 14. Januar - 14. März 2004

>> danach in Lausanne vom 24. Juni - 24. Oktober 2004 im Musée de l'Elysée in Lausanne




Einige Buchtipps (Auswahl)

Die Deutschen
von Rene Burri, Hans M. Enzensberger
Sprache: Deutsch
Broschiert - 136 Seiten - Schirmer/Mosel
Erscheinungsdatum: 1999
ISBN: 3888149886






Le Corbusier
von Rene Burri
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 181 Seiten - Birkhäuser Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 1999
ISBN: 3764359994

Berner Blitz
von Rene Burri, Guido Magnaguagno
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 172 Seiten - Gva & Frieden
Erscheinungsdatum: September 2002
ISBN: 3905562103

77 STRANGE SENSATIONS
von Rene Burri, Barry Gifford
Gebundene Ausgabe - 72 Seiten - Edition Dino Simonett
Erscheinungsdatum: 28. Mai 1998
Auflage: 1. Aufl.
ISBN: 3952137537

Japan
von Martin Hürlimann, René Burri
Gebundene Ausgabe - 283 Seiten - Atlantis-Verl.
Erscheinungsdatum: 1970
ISBN: B0000BROZK

Erstellt: 20-04-04
Letzte Änderung: 12-01-04