Längere Version exklusiv fürs Netz (windows media)Boom-Cick-a-boom! Was hat der Comic mit Musik am Hut? Nichts?! Nein, das ist falsch! Nachdem bisher mit Zeichnungen veredelte Plattencover den Verkauf von Tonträgern förderten, nimmt die Beziehung nun eine ernsthaftere Form an: Musikcomics, oder besser Comics über Musik und ihre Macher. Und Reinhardt Kleist hat wohl das beste Taktgefühl im Stift. Er lässt seine eigenen Klangwelten entstehen.
Reinhardt Kleist: "Mein größtes Erfolgserlebnis ist nicht die Auszeichnungen auf dem Festival, sondern das sind die Kommentare von Leuten, die erzählen, wie sie die Geschichte erlebt haben, was sie dabei gefühlt haben, wie sie mitgefiebert haben. Es ist einfach ein großartiger Augenblick, wenn man merkt, dass man bei den Leuten Begeisterung auslöst und man merkt, dass man etwas bewegt und dass man mit den gezeichneten Figuren - die man sich ausgedacht hat - bei ihnen echte Empfindungen hervorruft, dass man Wesen erschafft, die wirklich leben. Das ist eigentlich das Schönste dabei."
Preisgekrönt: seine Johnny Cash-Biographie. Vom Aufstieg bis zum Drogensumpf, alles aus einer Feder. Und selbst, wenn der Text auf manchen Seiten holpert, die Melodie spielt sein enormes zeichnerisches Talent.
Reinhardt Kleist: "Wenn ich die jetzt eins zu eins erzählt hätte, so mit der Jugend angefangen, dann wird er berühmt, dann stirbt er, das ist so „so what?". Man kann das spannend machen, aber mich hat bei dieser Geschichte interessiert was steckt dahinter. Was für ein Grundidee, was für eine Aussage steckt hinter seinem Leben, was kann ich da für uns rausziehen und dann war ganz schnell auch das Thema Freiheit ein zentraler Gedanke... Und ich will natürlich auch den Leser fesseln, ich will dem Leser etwas erzählen, ich will den Leser dabei haben. Ich will den in der Geschichte mit dabei haben. Der soll mitfiebern und unter Umständen zum Schluss heulen. Und wenn mir einige Leute dann erzählen, dass sie zum Schluss bei den letzten Seiten des Johnny Cash Buches Tränen in den Augen hatten, dann ist das für mich das schönste Kompliment was ich mir vorstellen kann."
Doch Reinhardt Kleist zeichnet nicht nur Musik. Bekannt geworden ist er mit der Reihe Berlinoir, einem fantastischen Actionkrimi - in dem er futuristische Parallelwelten a la Bladerunner entstehen ließ.
Reinhardt Kleist: "Ich denke eigentlich immer filmisch. Ich habe eine Szene grundsätzlich erst einmal als Kamerabewegung, Schauspielerdialoge, Musik und Sound im Kopf... Und dann setze ich all das in einen Comic um. Das hat damit zu tun, dass ich kein Filmteam habe und dass ich im Comiczeichnen die Möglichkeit habe ein ganzes Filmteam auf dem Blatt Papier zu sein. Und deswegen ist die Arbeit als Comiczeichner für mich absolut großartig. Eine Figur zu zeichnen und der dann so einen Ausdruck zu verleihen, wie ich das will, oder zu sagen „Nimm dich mal ein bisschen zurück!", oder „Mehr Emotionen!". Und ich mach das gerade selber. Da ist eine Figur auf dem Blatt Papier, die auf das reagiert, was ich mache. Das find ich super. "
Und mit dieser Ein-Mann-Filmcrew hat sich Kleist soeben nach Kuba aufgemacht. Und hat von dort ein bebildertes Tagebuch mitgebracht. Bilder ,bei denen man nicht nur bequem Musik nebenbei hören kann, sondern die selbst Musik in sich tragen.
Bücher
"Johnny Cash - I see a darkness" von Reinhard Kleistbeim Carlsen-Verlag
und eine Sonderausgabe mit CD bei Edition 52
"Berlinoir" von Reinhard Kleist
bei Edition 52
Links>> Reinhard Kleist - Offizielle Website
>> Berlinoir - Offizielle Website
>> Zum Projekt "Havanna"
AusstellungIm Herzrhythmus der Welt - Reinhard Kleist
vom 22. bis 25. Mai 2008
beim Comic Salon - Erlangen
>> Website
>> Mehr zur Ausstellung auf Reinhardt Kleists Blog






per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

