ZOOM der Woche: Kinderarbeit – Was tut Europa?
Vor 20 Jahren, am 20. November 1989, wurde die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet.
Alle Mitglieder der Europäischen Union unterzeichneten auch beide Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die Kinderarbeit:
- Die Konvention Nr. 138 legt das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung je nach Schwere der Arbeit auf 13 bis 18 Jahre fest.
- In der Konvention Nr. 182 geht es um die unverzügliche Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.
Dennoch gibt es auch heute noch Kinderarbeit in Westeuropa, vor allem in Großbritannien und Portugal. Fast überall führen Kinder noch saisonbedingte Arbeiten aus. Aber jetzt taucht ein neues Problem auf: Immer mehr Kinder werden illegal nach Europa eingeschleust und sind zu jeder Arbeit bereit.
Kinderarbeit oder Kinderausbeutung? Die Grenze ist oft fließend.
Portugal gehört zu den westeuropäischen Ländern, in denen die Kinderarbeit lange etwas Alltägliches war. Vor 10 Jahren arbeiteten noch 48.000 Kinder zwischen 11 und 15 Jahren in der Fabrik, auf dem Feld oder als Holzfäller im Wald. 1998 reichte die in Genf ansässige Internationale Juristen-Kommission eine Kollektivbeschwerde beim europäischen Ausschuss für soziale Rechte ein. Die NRO wirft Portugal vor, Kinder unter 15 Jahren arbeiten zu lassen und damit gegen die Europäische Sozialcharta zu verstoßen.
Portugal machte sich dann auch tatkräftig an die Ausrottung der Kinderarbeit. Landesweit wurden Teams eingesetzt, die für die Neueinschulung dieser Kinder sorgten. Parallel dazu wurde eine Reihe rechtlicher Maßnahmen eingeführt, was die Kinderbeschäftigung wirksam eindämmte. Heute, 10 Jahre danach, schließt das Programm auch Straßenkinder ohne Schulzugang ein, um deren Kriminalisierung vorzubeugen.
Italien: Illegale jugendliche Einwanderer machen sich nützlich
Unter den etwa 350.000 arbeitenden Minderjährigen in Italien sind etwa 80.000 zwischen 11 und 14 Jahre alt und befinden sich in Ausbeutungsverhältnissen. Darunter sind viele Migrantenkinder, die von ihren Familien zur Arbeit gezwungen werden oder ganz auf sich gestellt sind. Unweit des historischen Zentrums von Rom haben die Insassen eines Heims für Straßenkinder an einer großen Untersuchung des nationalen Gewerkschaftsbundes CGIL teilgenommen, indem sie ihre eigene Lebensgeschichte erzählen und die ihrer Kameraden festhalten. Sie legen skandalöse Arbeitsbedingungen offen, die oft an reine Ausbeutung grenzen. Kaum vorstellbar, dass es so etwas in Westeuropa noch gibt!
Und was tut Europa ?
Da es keine wirksamen Gesetze gegen Kinderarbeit gibt, versuchen die NRO zu verhindern, dass große europäische Marken Produkte vermarkten, die in der Dritten Welt von Kindern unter menschenunwürdigen und völkerrechtswidrigen Bedingungen hergestellt werden.
So stellt der deutsche Verein Xertifix Gütesiegel unter anderem dafür aus, dass aus Indien stammende Natursteine nicht von Kindern behauen wurden. Doch dieses Verfahren hat auch seine Grenzen.
In Brüssel setzen sich Vereinigungen und EU-Abgeordnete dafür ein, dass die Manager von europäischen multinationalen Unternehmen strafrechtlich verfolgt werden können, wenn innerhalb der Produktionskette – und sei es auch beim noch so kleinen Unterhändler – ein Verstoß gegen das Arbeitsrecht festgestellt wird.
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Reportage aus Norwegen: Erdölsegen
Mit der Erdölförderung schnellten die Gehälter in den kleinen Dörfern und Städten Norwegens plötzlich in die Höhe. Meistens haben die Leute dieses Geld in Aktien investiert, sich dabei aber auf viel zu komplexe Anlagegeschäfte eingelassen. Im Zuge der Finanzkrise haben sie alles verloren und sind heute auf staatliche Unterstützung angewiesen. Sie haben eine Klage gegen den Finanzdienstleister Citigroup angestrengt, von dem sie 140 Millionen Euro Entschädigung fordern.
Die Gemeinde der Insel Aukra handelte klüger. Die 15 Millionen Euro Gewerbesteuer, die sie im Jahr 2008 einnahmen, investieren sie schrittweise in dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen.
Reportage aus Portugal: Das Ende der Elendsviertel
Hunderttausende Portugiesen leben heute noch in primitiven Barackensiedlungen. In einem mit 1 Milliarde Euro ausgestatteten 6-Jahresprogramm, das 1993 begann, machte sich die portugiesische Regierung an die Abschaffung dieser Elendsviertel im Umkreis von Lissabon und Porto. Dennoch leben auch heute noch viele Portugiesen in einfachen Baracken.
Reportage aus Litauen: Die in Minsk verbotene Europäische Universität für Humanitäre Studien seit 2005 im Exil in Vilnius
Eintausend weißrussische Studenten besuchen seit 2005 die Europäische Universität für Humanitäre Studien in Vilnius und weitere 800 absolvieren von Weißrussland aus ein Fernstudium über Internet, seit Lukaschenko diese Universität zur Brutstätte des Terrorismus erklärte und schloss. Die Europäische Union finanziert die zum Symbol der Freiheit gewordene Universität einschließlich der Lehrenden. Die Studenten zahlen keine Studiengebühren. Alles in allem kostet das Europa jährlich 6 Millionen Euro.






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