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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart vom 02. April 2009 - 20/04/09

Rachels Hochzeit

Jonathan Demme


( Arte Bewertung: 3 ) Jonathan Demmes im dokumentarischen Stil gedrehtes Drama Rachel Getting Married, bringt die verdrängten Probleme einer Familie während der Hochzeitsfeierlichkeiten der Tochter ans Licht.

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Eines Tages gibt Sidney Lumet Jonathan Demme das Drehbuch seiner Tochter Jenny zu lesen. Demme wundert sich, denn Jenny gibt sich in ihrem Debütbuch keinerlei Mühe, dass man ihre Hauptfigur Kym mag.

Überhaupt hat sie einen sehr direkten Zugang zur Wahrheit und dem damit verbundenen Schmerz, der während der Hochzeitsvorbereitungen und der eigentlichen Hochzeit zutage treten. Demme ist fasziniert, er will das Buch inszenieren, und dabei den Ton treffen, der im Buch vorherrscht, und der ihn so harsch gepackt hat. Das filmische Ergebnis erinnert in seiner Direktheit an eine amerikanische Variante des dänischen Films FESTEN (1998) von Thomas Vinterberg, einem der ersten Dogma-Filme.

Spannend ist es zu sehen, dass ein alter Hollywoodhase wie Jonathan Demme, der einst für seinen genialen Thriller DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) fünf Oscars gewonnen hat, einen Film wagt, der auf jeglichen technischen Aufwand verzichtet, und den Sprung ins kalte Wasser wagt. Ohne Proben wurde etwa fünf Tage lang die Hochzeit gedreht.
Schauspieler mischten sich unter Freunde des Regisseurs, etliche Musiker improvisierten und spielten live. Demme wollte eine großartige Hochzeitsparty filmen und feiern, und die Leute sollten wirklich ihren Spaß dabei haben.

Nach und nach erzählt Demme die dramatische Vorgeschichte, die das Leben von Kym und allen anderen Familienmitgliedern so schwer gemacht hat. Nach und nach reißen alte Wunden wieder auf, Verletzungen kommen zutage, über die noch nie laut gesprochen wurde und die auf einmal in die Welt hinaus geschrieen werden. Fast scheint es, als sei der Zusammenhalt in dieser Familie unmöglich geworden, als müsste jeder seine eigenen Wege gehen. Die Lage spitzt sich dramatisch zu. Demme zeigt, verzichtet komplett auf störenden Filmscore, ist sehr dicht - mit Hilfe einer Handkamera - an seinen Charakteren. Er erzählt zwar zumeist aus der Perspektive von Kym, doch sind die Verletzungen, Handlungen und Motive der anderen Familienmitglieder sehr nachvollziehbar.

Rachels Hochzeit
Regie: Jonathan Demme
USA 2008, 113 Min.
Mit Anne Hathaway, Rosemarie Dewitt, Bill Irwin, Debra Winger


Kym versucht nicht sympathisch zu sein, und dennoch folgen wir ihr und dem Rest der Familie mit großem Interesse. Dem Buch und der Inszenierung gelingt es, den Zuschauer bis zum Ende hoffen zu lassen, dass alles gut wird und die Familie wieder zusammenfinden kann.
Kontrastiv zu dieser inneren Anspannung funktionieren die vielen Partyszenen, in denen die Familien von Rachel und Sandy und deren Freunde ausgelassen feiern.

Nana A.T Rebhan








Erstellt: 30-03-09
Letzte Änderung: 20-04-09