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Herr Pilipenko und sein U-Boot

Die letzten 30 Jahre hat Wladimir Pilipenko fast ausschließlich in seiner Werkstatt verbracht...

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"Verschollene Filmschätze" ist eine Sammlung bedeutender historischer Aufnahmen.

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Sonntag, 5. August 2012 um 02.50 Uhr

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Herr Pilipenko und sein U-Boot
(Deutschland, 2006, 90mn)
NDR
Regie: Jan Hinrik Drevs, René Harder

Original mit Untertitel Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Die letzten 30 Jahre hat Wladimir Pilipenko fast ausschließlich in seiner Werkstatt verbracht. Aus Schrottteilen hat er - mitten in der ukrainischen Steppe - ein U-Boot gebaut. Das giftgrüne Gefährt funktioniert sogar - zumindest im örtlichen Dorfteich. Doch Pilipenko will beweisen, dass er mit seinem U-Boot im Schwarzen Meer richtig abtauchen kann. Nach aufwendigen Vorbereitungen bricht Pilipenko endlich auf. 400 Kilometer Steppe und beschwerliche Bergketten muss er mit seinem U-Boot auf einem altersschwachen Getreidetransporter hinter sich bringen, bis an die Ufer der Krim.

Eigentlich war Wladimir Pilipenko Kranführer auf einer Kolchose. Den zurückhaltenden bodenständigen Mann unterscheidet nicht viel von den anderen Bewohnern in dem winzigen Dorf Jewgeniwka. Außer, dass der 63-jährige Familienvater seinem Jugendtraum treu geblieben ist. Seit seiner Armeezeit bei der Marine hat ihn die Idee eines eigenen U-Bootes nicht losgelassen.
Die Konstruktion hat er eigenständig "probiert und erahnt", wie er sagt, ohne jegliche Ausbildung als Ingenieur. Seine einzige "Fachliteratur" war ein Artikel aus der sowjetischen Zeitschrift "Der Unterwassersportler" aus dem Jahr 1970. Die notwendigen Einzelteile tauschte er gegen Gurken aus dem eigenen Garten oder schraubte selbst Teile zusammen. Und so sieht das fertige U-Boot auch aus. Es ähnelt einem VW-Käfer oder besser noch einer fliegenden Untertasse.
Das kleine Dorf Jewgeniwka liegt mitten in der ukrainischen Steppe. Verständlich, dass Wladimir bei seinen Nachbarn als individualistischer Spinner galt. Auch seine Frau hat bis heute wenig Sinn für Wladimirs Projekt, das viel Geld und jede freie Minute ihres Mannes in Anspruch nimmt. So musste sie jahrelang auf Urlaub verzichten. Und die Töchter Pilipenkos wurden mit Werkzeug in der Hand groß. Für Wladimir ist das U-Boot ein "Ding für die Seele"; als er eine Zeit lang nicht daran arbeitete, wurde er krank.

Der Dokumentarfilm zeigt, wie sich der Ukrainer Wladimir Pilipenko seinen Lebenstraum gegen alle Widrigkeiten der Zeitgeschichte erfüllt, in einem Land, das sich seit Jahren im ständigen Wandel befindet. Der Zuschauer lernt Pilipenko als Träumer und einfallsreichen, ja geradezu genialen Techniker in der nüchternen Realität des Dorflebens kennen, um ihn schließlich zu neuen, ungewissen Ufern aufbrechen zu sehen.