Home > Programm
TV Guide

20:15
per E-Mail verschicken
per E-Mail verschicken
Meine Wiederholung
Meine Wiederholung

Hallam Foe - Aus dem Leben eines Außenseiters

Der 17-jährige Hallam Foe, Sohn eines reichen Architekten, ist fest davon überzeugt, dass seine neue Stiefmutter Verity eine eiskalt berechnende Verführerin ist. Womöglich hat sie auch seine Mutter auf dem Gewissen...

Dossier
Schließen

Ein Agent der Stasi findet ein Paar, das er ausspionieren muss, sympathisch.

Zum Dossier Das Leben der anderen

Mittwoch, 27. Juni 2012 um 20.15 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Hallam Foe - Aus dem Leben eines Außenseiters
(Großbritannien, 2007, 92mn)
ARD
Regie: David Mackenzie
Drehbuch: Ed Whitmore, David Mackenzie, nach der Romanvorlage von Peter Jinks
Kamera: Giles Nuttgens
Schnitt: Colin Monie
Darsteller: Jamie Bell, Sophia Myles, John Paul Lawler, Claire Forlani, Ruthie Milns, Jamie Sives, Ciarán Hinds (Julius Foe, Vater von Hallam)
Kostüme: Trisha Biggar
Produktion: Ingenious Film Partners, Film 4
Produzent: Gillian Berrie

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Der 17-jährige Hallam Foe, Sohn eines reichen Architekten, ist fest davon überzeugt, dass seine neue Stiefmutter Verity eine eiskalt berechnende Verführerin ist. Womöglich hat sie auch seine geliebte Mutter, die offiziell Selbstmord verübte, auf dem Gewissen. Es kommt zu einem Machtkampf mit Verity, den Hallam verliert, woraufhin er nach Edinburgh flieht. Dort verliebt er sich in Kate, die seiner toten Mutter bis aufs Haar gleicht.

Seit dem tragischen Tod seiner Mutter hat sich der 17-jährige Hallam Foe von seiner wohlhabenden Familie zurückgezogen. Die meiste Zeit verbringt er in seinem Baumhaus, von wo aus er mit dem Fernglas Liebespaare beobachtet. Verzweifelt über den Verlust der geliebten Mutter, verdächtigt er seine neue, irritierend schöne Stiefmutter Verity des Mordes. Doch die verführerische Ex-Sekretärin seines Vaters weiß sich gegen Hallams Anfeindungen zur Wehr zu setzen und macht ihm auf ihre Weise klar, dass er endlich das Nest verlassen muss.
Hallam bricht alle Brücken hinter sich ab und geht nach Edinburgh. Kaum angekommen, sieht er auf der Straße eine Frau, Kate, die seiner Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht. Irritiert verfolgt er sie bis in das Luxushotel, in dem sie als Personalchefin arbeitet. Er bringt sie dazu, ihm einen Job als Tellerwäscher zu geben. Nach Dienstschluss haust er auf dem Dachboden des Hotels und spioniert Kate hinterher. Kate verliebt sich schließlich in den aufgeweckten, schüchternen jungen Mann und beendet wegen ihm ihre Affäre mit dem verheirateten Hotelmanager Alasdair. Hallam ist anscheinend am Ziel seiner Träume angelangt, doch dann tauchen plötzlich sein Vater und Verity auf.

Angetrieben von einem dynamischen Brit-Pop-Soundtrack hält die virtuos inszenierte Coming-of-Age-Tragikomödie einen ähnlich mitreißenden Rhythmus wie der Kinohit "Trainspotting" (1996). In der Hauptrolle dieser märchenhaften Geschichte über das Erwachsenwerden glänzt ein überragender Jamie Bell.
Die handwerklich bis ins Detail überzeugende Literaturadaption des Schotten David Mackenzie ("Young Adam - Dunkle Leidenschaft" 2003) erzählt eine tragisch-komische Liebesgeschichte mit Anleihen bei Hitchcocks "Vertigo" und "Das Fenster zum Hof". Jamie Bell, seit der Sozialkomödie "Billy Elliot" ein Spezialist für ausgefallene Rollen, haucht dem eigenwilligen literarischen Charakter dieses schottischen Ödipus' Leben ein. Neben den durchweg exzellenten Darstellern überrascht die exzentrische Initiationsgeschichte durch ihre offensive "Scottishness" mit düster-romantischen Panoramen Edinburghs. Die unter anderem von der Rockband Franz Ferdinand komponierte Filmmusik gewann auf der Berlinale einen Silbernen Bären. "Hallam Foe - Aus dem Leben eines Außenseiters" ist eine wunderbar unkonventionelle und schwarzromantische Liebeskomödie.