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Pressekonferenz mit Daniel Barenboim

Das Konzert in Ramallah, ein zwischenmenschliches Ereignis

Die Wirkung des Konzerts in Ramallah.

Daniel Barenboim: Ramallah ist für vieles ein Symbol geworden. Ramallah ist in diesem Fall ein Symbol. Ich hoffe, dass das Konzert stattfinden und alles gut gehen wird. Ich bin sicher, das wird es. Ich glaube fest daran. Es ist nicht möglich, es in Damaskus zu veranstalten. Denn wenn wir ein Konzert in Damaskus geben, warum dann nicht auch in Tel Aviv, und so nimmt es den Anfang.
Ich glaube, dass an dem Tag, an dem die ganze Regierung sieht, dass wir uns genau dorthin, ins Zentrum des Konfliktes begeben haben, werden sich die Türen möglicherweise leichter öffnen. Das hoffe ich jedenfalls.
[…]
Die spanische Regierung hat für das Konzert am 21. August in einer visionären Geste von großer humanitärer und politischer Bedeutung allen Mitgliedern des Orchesters spanische Diplomatenpässe gewährt, um ihnen die Einreise zu erleichtern. Ich erwarte nun von den israelischen Behörden, dass sie das respektieren, dass sie die Reise und das Konzert als Ausdruck zwischenmenschlicher Solidarität betrachten.

Es handelt sich dabei nicht um einen politischen Akt. Wenn ich sage, es handle sich nicht um ein politisches Projekt, schmunzeln die Leute immer. Dabei ist es kein politisches Programm.
Ich finde, wenn 30 oder 33 junge Israelis sich bereit erklären, in Ramallah zu spielen, ist das ein Akt zwischenmenschlicher Solidarität, der von den israelischen und palästinensischen Behörden als ein solcher gesehen, erkannt und begriffen werden muss.

Also erwarte ich von den israelischen Behörden, dass sie alles zur Einreise nach Ramallah Notwendige erleichtern, für die Israelis einerseits, und für diejenigen, die bekanntermaßen aus Syrien oder aus dem Libanon kommen andererseits.
Und ich erwarte natürlich von den palästinensischen Behörden, dass sie absolute Sicherheit während dieses Aufenthaltes gewährleisten. Besonders für die jungen Israelis, für die es ebenfalls kein Leichtes sein wird, dorthin zu gehen. Ich bin mir auch sicher, dass es einige Palästinenser geben wird, für die es nicht leicht sein wird, zu akzeptieren, dass Israelis in ihrem Land spielen werden. Aber man darf nicht vergessen, dass jedem Israeli, der bei dem heutigen Klima nach Ramallah fährt, sehr viel Mut abverlangt wird.

Deshalb erwarte ich von den palästinensischen Behörden, dass wirklich alles zur Gewährleistung der Sicherheit aller Israelis getan wird.

Video (5/7) (1'06"; Real video)



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Erstellt: 10-08-05
Letzte Änderung: 18-08-05