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Ihr sollt nicht stehlen noch lügen, heißt es in der Bibel. Und bekanntlich haben Lügen kurze Beine ... Doch in manchen Situationen wird die Wahrheit zum Verrat, während eine Lüge Leben retten kann. Beispiele dafür kennt die Geschichte viele, zum Beispiel Menschen, die Widerstandskämpfer vor den Nazischergen versteckten.
Kant schrieb dazu in seinem Text "Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen": "Die Wahrheit zu sagen, ist also eine Pflicht, aber nur gegen denjenigen, welcher ein Recht auf die Wahrheit hat. Kein Mensch aber hat ein Recht auf eine Wahrheit, die anderen schadet."
Ob in die Welt gesetzte Gerüchte, Notlügen oder politische Manipulation - die Lüge hat viele verschiedene Gesichter. Über all diese Aspekte diskutiert Raphaël Enthoven mit seinem Gast Anne Amiel, Literaturdozentin am Lycée Thiers in Marseille.

Dokumentationsreihe, Frankreich 2010, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault

Die Erkenntnis des heutigen Streifzugs durch die Philosophie: Letztendlich kommt es nur darauf an, im richtigen Moment das Wahre vom Falschen zu unterscheiden und sich eine eigene Meinung zu bilden. Und das ist, selbst wenn man alle Zweifel ausräumt, nicht immer ganz einfach.
LITERATUR ZUR SENDUNG:
Molière, Der Menschenfeind, Reclam 1993
Benjamin Constant und der liberale Verfassungsstaat : politische Theorie nach der Französischen Revolution / Florian Weber, Wiesbaden : Verlag für Sozialwissenschaften, 2004.
Kant, Immanuel: Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen, Kants gesammelte Schriften, herausgegeben von der Preussischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, Walter de Gruyter, 1902-1983, vol. VIII, 427
Jacques Juilliard, Les poisons de la mémoire, Le Nouvel Observatoire, 22 décembre 2005





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