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Philosophie

Raphaël Enthoven empfängt Patrice Maniglier - 09/04/10

Philosophie – Kultur

Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: Kultur

Sie können die Sendung 7 Tage nach der Ausstrahlung sehen!





Ist Kultur der Beleg dafür, dass der Mensch mehr ist als ein den Naturgesetzen unterworfenes Wesen, oder ist sie nicht vielmehr gerade das Merkmal einer bestimmten "Natur"? Und: Ist die Kultur "allein des Menschen Art"? Moderator Raphaël Enthoven diskutiert mit seinem heutigen Gast, Patrice Maniglier, über Kultur im Allgemeinen und im Speziellen.

Philosophie
Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault
Dabei dienen ihnen vor allem Werke des im Oktober 2009 verstorbenen französischen Anthropologen und Begründer des ethnologischen Strukturalismus Claude Lévi-Strauss als Diskussionsgrundlage. Unter anderem geht es um die Frage, ob Kultur ein Mittel gegen die Barbarei ist oder nicht. Denn, ist nicht gerade derjenige ein Barbar, der an die Barbarei glaubt, wie der französische Anthropologe Claude Lévi-Strauss einst in "Rasse und Geschichte" feststellte. In Rückbezug auf Lévi-Strauss' Werk "Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft" philosophieren Enthoven und Maniglier über das Verhältnis von Natur und Kultur.

Wie Enthoven ist Patrice Maniglier Absolvent der Pariser Eliteschule "École Normale Supérieure" und promovierter Philosoph. Heute unterrichtet Maniglier französische Philosophie des 20. Jahrhunderts an der Universität Essex in Großbritannien. Sein Hauptinteresse gilt den philosophischen und theoretischen Aspekten des "Strukturalismus" in der Linguistik, Anthropologie und Psychoanalyse. Als Mitglied des Redaktionsausschusses der Revue "Les Temps Modernes", veröffentlichte er unter anderem "Le Vocabulaire de Lévi-Strauss" (Ellipses, 2002), La Culture, (Ellipses, 2003) und 2005 zusammen mit Marcela Lacub "Antimanuel d'éducation sexuelle.



LITERATUR ZUR SENDUNG:

Henri Bergson: Schöpferische Entwicklung, Jena: Diederichs 1921. Deutsche Übersetzung von Gertrud Kantorowicz. Nachdruck dieser Übersetzung beim Cocon-Verlag, Hanau 1969.

Charles de Secondat Montesquieu: Persische Briefe. Frankfurt/Main, Hamburg: Fischer Bücherei 1964. Aus dem Französischen von Adolf Strodtmann. Überarbeitet und mit einem Nachwort von Herbert Dieckmann.

Claude Lévi-Strauss: Traurige Tropen. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1998. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer.
Claude Lévi-Strauss: Rasse und Geschichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1972. Aus dem Französischen von Traugott König.
Claude Lévi-Strauss: Der Blick aus der Ferne. Frankfurt/Main: Suhrkamp 2008. Aus dem Französischen von Hans-Horst Henschen und Joseph Vogl.
Claude Lévi-Strauss: Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1984. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer.

Jean-Jacques Rousseau: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, Reclam 1998. Aus dem Französischen von Philipp Rippel.

Eduardo Viveiros de Castro: Métaphysiques cannibales. Paris: Presse Universitaires de France (PUF) 2009. Traduit du portugais (Brésil) par Oiara Bonilla.

ZITATE:

Claude Lévi-Strauss
„Denn ein Barbar ist ja vor allem derjenige, der an die Barbarei glaubt.“
„Wer diejenigen aus der Menschheit ausschließt, die ihm als die „wildesten'“"
[…] ihrer Vertreter erscheinen, der nimmt nur selbst eines ihrer typischsten
Merkmale an. “

Philosophie
Donnerstag 15. April 2010 um 07.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 29-06-09
Letzte Änderung: 09-04-10