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Raphaël Enthoven empfängt Johannes Schick - 11/01/11

Philosophie – Intuition

Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: Intuition


Oftmals stellt man sich Intuition als übernatürliche Kompassnadel vor, die einem auf geheimnisvolle Weise unfehlbar den richtigen Weg weist. Dabei besteht Intuition einzig darin, die Dinge von Innen heraus zu betrachten, vergleichbar mit der Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Insofern ist Intuition ein Alltagsphänomen, das man durchaus als aktives Handeln betrachten kann. Sie ist nichts weiter als ein nicht reflektiertes Denken mit verstandesmäßig beeinflussten Momenten. Das erklärt auch, weshalb sich das Genie eines Malers, das Talent eines Fußballspielers und die Virtuosität eines Pianisten nicht begrifflich erfassen lassen, sondern es der Intuition bedarf.

Philosophie
Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault
Gast der heutigen Sendung ist Johannes Schick. Gemeinsam mit Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven begibt er sich auf die Pfade großer Denker wie Bergson, Spinoza und Leibniz, um deren Theorien an greifbaren Beispielen aus der Gegenwart zu veranschaulichen. Sei es am Zweikampf zwischen den beiden Fußballprofis Jürgen Klinsmann und Diego Maradona während der WM 1990 in Italien, am Körperbau der sogenannten Grabwespe, die instinktiv in ihre Opfer eindringt oder am Beispiel des Gemäldes "Schneesturm vor der Hafeneinfahrt" von William Turner: Dieser hat sich an den Mast eines Schiffes binden lassen, um den Sturm am eigenen Leib zu erfahren. Indem er alle körperlichen Regungen unterdrückt hat, ist es ihm gelungen, seine Beobachtungsgabe für das spätere Werk zu schärfen.

Johannes Schick ist Lehrbeauftragter an der Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Phänomenologie und französische Gegenwartsphilosophie. Er studierte Philosophie, Politik und Religionswissenschaft an der Universität Würzburg und legte seinen Master of Philosophy an der Katholischen Universität Leuven ab. Derzeit promoviert er zum "Emotionsbegriff bei Henri Bergson und seine Rezeptionsgeschichte in der phänomenologischen Tradition". Johannes Schick ist Mitglied des Graduiertenkollegs "Emotions" der Universität Würzburg und referiert in der Société des Amis de Bergson über dieses Thema.


Literaturhinweise zu Zitaten aus der Sendung


Henri Bergson:
- Denken und schöpferisches Werden, Übersetzung Leonore Kottje, Eva Taschenbücher
- Schöpferische Entwicklung, Übersetzung Gertrud Kantorowicz, Diederichs




Philosophie
Samstag 30. Oktober 2010 um 02.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 29-06-09
Letzte Änderung: 11-01-11