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Philosophie

Raphaël Enthoven empfängt Julie Henry - 11/01/11

Philosophie – Geist

Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: Geist

Erstausstrahlung am 02.05.2010


Philosophie
Dokumentationsreihe, Frankreich 2009, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault
Eine Erfahrung ist uns allen gemeinsam: Das menschliche Wesen ist nicht nur Materie, sondern besteht als denkendes Wesen aus dem - im Widerstreit stehenden - Dualismus von Körper und Geist. Aber was ist der Geist? Und wo hat er seinen Sitz im Menschen? Etwa in der Seele? Raphaël Enthoven und sein heutiger Gast Julie Henry nehmen Descartes "Meditationen" zum Ausgangspunkt, in denen sich der Philosoph den Geist "wie den Schiffer in dem Schiffe" sitzend vorstellt.
Ist der Geist also eine immaterielle Substanz, die unser Körper beherbergt? Die in ihm gefangen ist? Oder ist er die Summe unserer Meinungen und Vorstellungen? Und wenn Körper und Geist in ihrem Wesen so unterschiedlich sind, wie muss man sich dann ihr Zusammenspiel vorstellen?

In der heutigen, überaus geistreichen Ausgabe von Philosophie führt die Diskussion von Descartes, Platon, Spinoza bis hin zu Bergson und Hegel, der den reinen Geist in der Poesie liegen sah. Er sah darin die Fähigkeit des Esprits, die Grenzen des Körpers zu überschreiten. Aber ist es dann auch umgekehrt denkbar, dass der Körper sich des Geistes entledigt? Am Beispiel des Schlafwandlers zeigt sich, dass dies möglich ist. Denn der muss sich, wenn er wieder aufwacht, wundern, zu was sein Körper ohne Geistesgegenwart fähig war.

Am Ende der Sendung verraten Raphaël Enthoven und Julie Henry schließlich, wie sich die ausführlich in der Sendung diskutierte Ambiguität von Körper und Seele trotz aller Polarität in eine Einheit überführen lässt ...


Über den Gast
Julie Henry ist Dozentin für Philosophie und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ecole Normale Supérieure für Geistes- und Humanwissenschaften in Lyon. Als Spezialistin für klassische Philosophie - Descartes, Spinoza und deren Zeitgenossen - beschäftigte sie sich in ihrer Dissertation mit der Vorstellungswelt Spinozas: "Penser le devenir éthique dans la philosophie de Spinoza: La place singulière de l'homme dans la nature" (Gedanken zum ethischen Werden in Spinozas Philosophie: Die Sonderstellung des Menschen in der Natur). Ihre Forschungen richten sich insbesondere auf die Beziehungen zwischen Körper und Geist, Lebensphilosophie und Bioethik. Als Herausgeberin der Informationsschrift des Vereins der Freunde Spinozas veröffentlichte sie im August 2009 den Artikel "L'accord parfait corps-esprit" in einem Sonderheft des "Nouvel Observateur" über Spinoza. In Kürze erscheint in der Schriftenreihe der École Nationale Supérieure: "Le statut des corps vivants selon Descartes et Spinoza et leurs enjeux éthiques".


Literatur zur Sendung:



Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar.Bd.1/4 : Phaidon: von Platon, Ernst Heitsch, Carl W. Müller, und Theodor Ebert, Vandenhoeck & Ruprecht
Platon: Der Staat (Politeia), Übersetzung: Karl Vretska, Reclam

Rene Descartes: Philosophische Werke (1882), Julius Heinrich von Kirchmann (Übersetzer), Kessinger
Rene Descartes: Die Leidenschaften der Seele, Klaus Hammacher (Herausgeber, Übersetzer), Meiner


Immanuel Kant: Werkausgabe in 12 Bänden: Bd.7, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) von Immanuel Kant und Wilhelm Weischedel, Suhrkamp

Henri Bergson: Die seelische Energie: Aufsätze u. Vorträge (Übersetzung: Eugen Lerch), E.Diederichs (Verlag)

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Werke in 20 Bänden, Bd.13-15, Vorlesungen über die Ästhetik. (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Red.: Eva Moldenhauer u. Karl Markus Michel), Suhrkamp

Baruch de Spinoza: Die Ethik, Heinz-Joachim Fischer (Herausgeber), Jakob Stern (Übersetzer), Marixverlag

Philosophie
Samstag 1. Januar 2011 um 01.05 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 29-06-09
Letzte Änderung: 11-01-11