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Raphaël Enthoven empfängt Andris Breitling - 08/06/10

Philosophie – Gabe

Jeden Sonntag lädt ARTE zum Philosophieren ein. Der junge Philosoph und Moderator Raphaël Enthoven zieht eine Linie von der Vergangenheit zur Gegenwart und verbindet die vermeintlich trockene Literatur der großen Philosophen mit aktuellem Zeitgeschehen. Jede Woche zu einem neuen Thema. Heute: Gabe.


Sie können die Sendung 7 Tage lang nach der Ausstrahlung sehen!




Was ist selbstloses Geben? Wann sind unsere Taten tatsächlich frei von Berechnung? Dem Roten Kreuz etwas überweisen, einem Obdachlosen Geld geben oder Blutspenden - Hand aufs Herz: Es ist schwer zu sagen, was man wirklich ohne Hintergedanken tut.
Eine Gabe jedenfalls ist unschätzbar, für sie gibt es keinen Preis und man erwartet keine Gegenleistung. Der französische Philosoph Paul Ricoeur hat sie in seinem Werk "Wege der Anerkennung" als soziale Beziehung definiert und mit dem Begriff der Großherzigkeit verbunden. Für ihn ist die Geste des Gebens eine symbolische Geste.

Philosophie
Dokumentationsreihe, Frankreich 2010, ARTE F, Synchronfassung, Stereo
Regie: Philippe Truffault
In der heutigen Sendung spricht Raphaël Eindhoven über das Geben als Alltagsutopie mit dem Philosophen und Ricoeur-Spezialisten Andris Breitling. Ihr philosophischer Streifzug führt sie von Nietzsche, Aristoteles' "Nikomachischer Ethik" und Jacques Derrida bis hin zu Marcel Mauss. In seinem 1925 erschienen Buch "Die Gabe" beschäftigte er sich unter anderem mit der Frage, warum wir uns durch ein Geschenk verpflichtet fühlen, im Gegenzug etwas zurückzugeben. "Philosophie" geht heute der Güte der Gabe genau auf den Grund.

Über den Gast Andris Breitling
Andris Breitling lehrt und forscht am Institut für Philosophie der Universität Rostock. Seit 2002 ist er Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für französischsprachige Philosophie . Im Rahmen seiner Arbeitsschwerpunkte Poetik, Geschichtsphilosophie, Phänomenologie und Hermeneutik setzt er sich mit den Lehren von Paul Ricoeur auseinander.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen: "Möglichkeitsdichtung - Wirklichkeitssinn. Paul Ricoeurs hermeneutisches Denken der Geschichte" (2007), "Das herausgeforderte Selbst. Perspektiven auf Paul Ricoeurs Ethik", (1999), "Vor dem Text. Hermeneutik und Phänomenologie im Denken Paul Ricoeurs" (2002); "Erinnerungsarbeit. Zu Paul Ricoeurs Philosophie von Gedächtnis, Geschichte und Vergessen" (2004).


LITERATUR ZUR SENDUNG:


Paul Ricoeur, Wege der Anerkennung, Übersetzung: Ulrike Bokelmann & Barbara Heber-Schärer, Suhrkamp, 2006

Paul Ricoeur, Liebe und Gerechtigkeit, Übersetzung: Matthias Raden. Mohr-Siebeck

Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, Insel, Frankfurt, 2006

Henri Bergson, Schöpferische Entwicklung, Übersetzung: Gertrud Kantorowicz

Henri Bergson, Die seelische Energie, Übersetzung: Eugen Lerch Diederichs

Jean Starobinski, Gute Gaben,schlimme Gaben. Die Ambivalenz sozialer Gesten, Übersetzung: Horst Günther, Fischer

Aristoteles, Politik. Schriften zur Staatstheorie, Übersetzung: Franz F. Schwarz, Reclam

Soeren Kierkegaard, Werke der Liebe, Übersetzung: Reiner Wimmer, Kohlhammer

Marcel Mauss, Die Gabe. Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften, Suhrkamp

Jacques Derrida, Falschgeld. Zeit geben I, Übersetzung: Andreas Knop & Michael Wetzel,Fink

Philosophie
Samstag 12. Juni 2010 um 00.25 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2009, 26mn)
ARTE F

Erstellt: 29-06-09
Letzte Änderung: 08-06-10