Philippe Decouflé (geb. 1961 in Paris) machte eine Zirkusausbildung, lernte Pantomime nach der Technik von Marcel Marceau, absolvierte eine Tanzausbildung bei Merce Cunningham und studierte Regie. Sein auf diese vielseitigen Erfahrungen zurückgreifender Stil hat die aktuelle Bühnenkunst und den zeitgenössischen Tanz nachhaltig beeinflusst.
1983 gründet Philippe Decouflé eine eigene Compagnie – DCA – und bringt in Zusammenarbeit mit Michèle Prélonge, Françoise Grolet und Eric Larrondo sein erstes Tanzprogramm unter dem Titel „Un Vague café“ auf die Bühne. Im März desselben Jahres tanzt er mit Karole Armitage in „Parafango“. Außerdem kreiert er die beiden Trios „Surprises“ und „Fraîcheur limite“.
1984 wird „Soupière de luxe“ am Théâtre de la Bastille aufgeführt und „Tranche de Cake“ steht auf dem Programm des Seine-Maritime-Sommerfestivals. Mit „Trio épouvantable“ legt er den Grundstein für das zeitgnössische Tanztheater.
1985 zeigt Decouflé in Rouen „Danz Folklorik Martiennes“, ein Trio mit Pascale Henrot und Spot. Im Mai 1986 kommt ein von Philippe Decouflé choreografierter TV-Werbespot der Firma Butagaz auf die Bildschirme.
Zu seinem 1986 in Amsterdam entstandenen und beim Festival von Avignon erstmals präsentierten Stück „Codex“ lässt er sich von einer Ende der 1970er Jahre von dem jungen Italiener Luigi Seraphini geschaffenen Enzyklopädie in Bildern – dem Codex Serafinianus – mit ihren Fabelwesen, F
antasiepflanzen und lebenden Gewächsen inspirieren.
Decouflé dreht „Caramba !“, einen 8-minütigen Kurzfilm und einen Videoclip für New Order (1987).
1988 entsteht in Barcelona „Technicolor“. Im selben Jahr macht er einen weiteren Musik-Videoclip, diesmal für die Fine Young Cannibals.
Er entwirft die Choreografien zum „Danse des sabots“ für Bleu, Blanc, Goude von Jean-Paul Goude bei der Parade am 14. Juli 1989 (franz. Nationalfeiertag) und dreht zwei weitere Werbespots für Dior und für Polaroid (Silberner Löwe, Cannes 1990).
Im März 1990 wird im Museum Grévin sein choreografisch-musikalisch-filmisches Unterhaltungsprogramm „Novembre“ aufgeführt, zusammengestellt aus einer bunten Reihe ganz kurzer Einzelnummern.
Für das Festival von Avignon kreiert Decouflé zusammen mit dem bildenden Künstler Philippe Guillotel „Triton“, eine Fantasiewelt aus Formen, Objekten und ungewöhnlichen Materialien.
1990 folgt ein weiterer Werbespot für die Firma Seibu.
1992 erhält Decouflé vom französischen NOK den Auftrag zur Inszenierung der Eröffnungs- und Abschlussfeier der 16. Olympischen Winterspiele
in Albertville. Daraufhin wird der Begriff ²Decoufleries² zum Synonym für eine einzigartige und von seinem ganz persönlichen Stil geprägte Kombination von Zirkus-, Bild- und Tanzelementen.
Im November 1993 wird im Espace Malraux in Chambéry „Petites pièces montées“ aufgeführt: „Wenn ich meine Tänzer über den Schnürboden auf- und abtreten lassen oder sie aus dem Bühnenboden auftauchen lassen will, muss ich den Raum einfach anders interpretieren. Méliès mit seinen Fantasmagorien, das ist mein Traum. Alle diese Elemente, die der heutigen Bühnekunst so arg fehlen.“
1993 folgt „Le p'tit bal“. Philippe Decouflé und Pascale Houbin interpretieren darin das Bourvil-Chanson „C'était bien“ in der Gehörlosen-Zeichensprache.
1995 entwirft Decouflé die Choreografie für den Kurzfilm „Das letzte Rotkäppchen“ von Jan Kounen.
Im Juni 1995 inszeniert er in der Chaufferie in Saint-Denis sein Stück „Denise“ mit einem Mega-Künstleraufgebot: Ein Woche lang wirken fast 3000
Menschen daran mit.
Nach „Codex“ kreiert Philippe Decouflé „Decodex“: Im Juli 1995 versammelt sich auf der Bühne des Festivals „Marseille Méditerranée“ ein abstruses Sammelsurium aus Mikroben, fliegenden Fantasiewesen, seltsamen Pflanzen und bizarren Gewächsen.
1996 inszeniert Philippe Decouflé in Japan das Musical „Dora, le chat qui a vécu un million de fois“ und zeichnet verantwortlich für die komplette Serie der TV-Spots von France Télécom zur Einführung der neuen 10-stelligen Telefonnummern. Unterdessen gastiert sein Ensemble DCA unter Mitwirkung von Sébastien Libolt und La Trabant mit dem Stück „Micheline“ in der Chaufferie von Saint-Denis.
1997 inszeniert er „L’art en parade“ für das sogenannte „Kinderatelier“ des Centre Georges Pompidou. Er gestaltet die feierliche Eröffnungsveranstaltung des 50. Internationalen Filmfestivals von Cannes und bringt „Marguerite“ in Saint-Denis auf die Bühne – ein Vorgeschmack auf „Shazam!“.
Im September desselben Jahres arbeitet Philippe Decouflé an einem filmischen Essay mit dem Titel „Abracadabra“. Im März zeigt er in La Rochelle „Shazam!“, und im Juni präsentiert er in Saint-Denis „Triton et les petites tritures“, eine neugestaltete Fassung von „Triton“.
1999 entwirft er den neuen Werbeauftritt des TV-Senders France 2.
Nach „Cyrk 13“, einem 2002 gestalteten und von Schülern des Centre National des Arts du Cirque aufgeführten Tourneeprogramm, beginnt Philippe Decouflé mit der Arbeit an seinem ersten Solo, das er erstmals im Juli 2003 in Barcelona präsentiert. 2004 gastiert er damit in mehreren europäischen Städten, u.a. Antwerpen, Rom, Brüssel, Berlin London und Paris.
„Iris“, sein neuestes Programm, kommt 2003 in Japan erstmals auf die Bühne und geht, nachdem es ab Dezember 2003 in Paris zu sehen ist, 2004 auf eine Tournee in Frankreich und im Ausland.
INTERESSANTE LINKS :
Offizielle Website
ZUM SEHEN UND ZUM HÖREN :
Download “Le p’tit bal”
“Shazam” auf CD und DVD
“Iris”, das Programm von Philippe Decouflé mit der Musik von Claire Touzi auf CD.
“P’tit bal” auf der DVD “25 ans de courts métrages à Clermont-Ferrand” (25 Jahre Kurzfilm in Clermont-Ferrand)
Mehr Informationen unter:
INTERESSANTE LEKTÜRE:
“Philippe Decouflé” von Philippe Decouflé und Rosita Boisseau, Verlag Textuel, Paris, 2003.







per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

