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Animationsfilm - 28/03/12

Peter Lord - Ein Riesenkaninchen

Eine Reportage von Gianni Collot

Beim King of Claymation verbreiten Hasenfüße Angst und Schrecken.

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Seit vierzig Jahren wacht der Engländer Peter Lord im Aardman-Reich über eine Armee eingeschworener Oldschool-Trickfilmer, die jede Computeranimation wie ein seelenloses Pixel-Puzzle aussehen lässt.

“Wallace und Gromit“ sowie “Chicken Run – Hennen rennen“ heißen die größten Erfolge von Peter Lord und Regisseur Nick Park.

Jetzt hat Peter mit dem 3D-Streifen “Die Piraten - ein Haufen merkwürdiger Typen“ wieder zugeschlagen. Und für den Soundtrack sorgen ... die Sex Pistols!

In seinem neuesten Film schippert Regisseur Peter Lord durch die Welt der Freibeuter, im Kielwasser eines Kapitäns, für den nur eines zählt: Der Titel “Pirat des Jahres“.

Mit dabei sind die Piratenhasserin Queen Victoria und ein gewisser Charles Darwin, der an seiner Vererbungslehre tüftelt. Und wie gewohnt, kommt man aus dem Lachen nicht heraus!




"In England heißt der Film ... ich weiß nicht, unter welchem Titel er hier läuft, aber in England heißt er “Die Piraten in einem Abenteuer mit Wissenschaftlern“. Das ist natürlich ein Witz, weil Piraten und Wissenschaftler sich niemals treffen. Wie auch, wann auch?

"Was die Sache so absurd macht, ist das Aufeinandertreffen von Konservatismus und Anarchie - mit erschütternden Folgen. Daran hatte ich eine Menge Spaß."

"Das verbindet mich wohl mit Nick Park, diese Arbeit im Spannungsfeld zweier gegensätzlicher Triebe. Auf der einen Seite die berühmte englische Zurückhaltung und Verklemmtheit, und auf der anderen diese extravaganten, physisch ambitionierten Ideen." Peter Lord

1972 gründen Peter Lord und David Sproxton in Bristol die Aardman Studios.

Kurzfilme ihrer Plastilin-Animationen – Claymation genannt - laufen schon bald im britischen Fernsehen, doch den durchschlagenden Erfolg bringt erst vierzehn Jahre später dieses Video von Peter Gabriels “Sledgehammer“.

Die hier verwendeten Zutaten finden sich auch in den Kinofilmen wieder, die Aardman Animations im letzten Jahrzehnt weltberühmt machen: "Wallace und Gromit - Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“ und zuvor "Chicken Run – Hennen rennen", der sogar Queen Elisabeth ziemlich gut gefällt.


Hinter diesen Wunderwerken an Präzision und Einfallsreichtum verbirgt sich eine über hundert Jahre alte Technik, bei der Bewegungen Bild für Bild abfotografiert werden.

"Ich bin auch stolz auf unsere Animationen, die am Rechner entstehen, wir machen das richtig gut."

"Diese wundervolle Technik ist über hundert Jahre alt, und es steckt so viel Leben und Energie darin. Man kann die Leute damit immer wieder überraschen." Peter Lord


Über sämtlichen Aardman-Produktionen schwebt der Geist von Schauspiel-Legende Alec Guiness.

Bevor er in „Krieg der Sterne“ zu Obi-Wan Kenobi wird, ist er der Star der Ealing-Studios, die mit ihren schwarzen Komödien die Marotten der britischen Gesellschaft der 50er Jahre auf die Schippe nehmen.

Wie zum Beispiel das altmodische Faible für Alltagsrituale, dem auch Wallace und Gromit frönen - die britischsten aller Knetmännchen.

"Also, ich bin ja kein Kind mehr. Und dessen bin ich mir bewusst, denn ich weiß, dass vieles, was ich extrem lustig finde, dem Publikum zu hoch ist."

"Nicht, weil ich so schlau bin, und die anderen nicht, sondern wegen des unterschiedlichen kulturellen Backgrounds. Aber ich glaube an das Publikum." Peter Lord


Kameramman: Zoltan Hauville
Tonmeister: Maya Rosa

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Freitag 6. April 2012 um 02.40 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2012, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 28-03-12
Letzte Änderung: 28-03-12