- Synopsis
Mitten in ihrer Rolle der Elektra verstummt die bekannte Schauspielerin Elisabeth Vogler (Liv Ullmann). Gemeinsam mit der Krankenschwester Alma (Bibi Andersson), die auf sie aufpassen soll, fährt sie für einige Wochen in ein Sommerhaus am Meer.Dort – ganz auf sich gestellt - verschmelzen die Identitäten der beiden Frauen immer mehr zu einer einzigen Person.
- Der Kommentar zum Film
Jean Luc Godard pries den schwedischen Regisseur als „originellsten Autor des europäischen Films“. Grosse Filmemacher wie Akira Kurosawa, Luis Buñuel oder Woody Allen verehrten Bergman und nannten ihn ihr Vorbild. Das Besondere an seinen Filmen ist die fließende Grenze zwischen Realität und Surrealität – und Persona ist in dieser Beziehung ein ganz besonders schönes Beispiel. Während eines langen Sanatoriumsaufenthaltes schrieb Bergman das Drehbuch – nach seiner Genesung inszenierte er rasch den Film. Es sind die ersten Dreharbeiten Bergmans mit Liv Ullmann, der Anfang einer langen Beziehung im Privaten wie im Beruflichen. Daraus hervorgegangen sind eine Tochter und viele gemeinsame Filme, bis 1978 arbeitete das Paar zusammen.
Die genialen Schwarz/Weiß-Aufnahmen des Kameramannes Sven Nykvist geben den fein ziselierten Schattierungen der Charaktere ihren optischen Ausdruck. Eine unvergessliche Szene der Filmgeschichte bleibt der Moment, in dem sich die eine Gesichtshälfte Almas über die andere Hälfte Elisabeths legt. Ein unheimliches Bild, das aber ein exakter Ausdruck der Vorgänge in Almas Psyche ist.
Obwohl Persona ein Kammerspiel mit nur zwei Frauen ist, verliert der Film bis zuletzt nicht an Spannung. Bergman psychologisiert, er treibt ein intellektuelles Gedankenspiel und gleichzeitig besticht er durch unverschämt schöne Bilder.
Er erlaubt es sich auch, in surrealistischer Manier sein eigenes Werk zu sprengen. Das Bild Almas reißt, Schnipsel anderer Filme dringen ein, ein Mann an einem Tisch, ein Teil einer Comedy, ein Auge in Grossaufnahme und allerlei anderes. Eine Stimme aus dem Off sagt dazu: „ Ich für meinen Teil glaube, dass es einfach eine Inflation von Worten wäre, Leere, Einsamkeit, Entfremdung, Schmerz, Hilflosigkeit ...“
Man kann tagelang über diesen Film nachdenken, dessen Idee Bergman gegenüber seinem Produzenten ganz simpel in einem Satz zusammen fasste: „Der Film handelt von einer, die redet, und einer die schweigt, und dann vergleichen sie ihre Hände miteinander und dann vermischen sie sich miteinander.“ Und er fügte hinzu: „Es wird ein sehr kurzer Film, der kann sehr billig werden.“
Nana A.T. Rebhan
PersonaAusgezeichnet mit drei Awards der National Society of Film Critics!
Schweden 1964
Originaltitel: Persona
Label: Arthaus
Genre: Drama
Kinostart: 25.08.1967
Lauflänge: ca. 79 Minuten
StabRegie und Produktion: Ingmar Bergman
Drehbuch: Ingmar Bergman
Kamera: Sven Nykvist
DarstellerBibi Anderson - Szenen einer Ehe, Das Gesicht, Quintett
Liv Ullmann - Schande, Schreie und Flüstern, Herbstsonate
Margaretha Krook - Adam in Schweden, Gossip
Gunnar Björnstrand - Das Lächeln einer Sommernacht, Wilde Erdbeeren, Von Angesicht zu Angesicht
Technische AngabenDVD Bild: 4:3 (s/w)
DVD Sprachen/Ton: Deutsch/Schwedisch (Mono Dolby Digital)
DVD Untertitel: Deutsch
DVD Extras: tba
Angaben zum VertriebVeröffentlichung Bst.-Nr. EAN
DVD Kauf 08.03.2005






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