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DVD-News - 02/09/09

Perfect Blue – Bonus

Kritik: Endlich ist "Perfect Blue" auch hierzulande auf DVD erschienen, der erste Film des genialen Regisseurs von "Paprika" (2006) und anderen Ainme-Meisterwerken. In den Bonus-Tracks erfährt der an Hintergrundinformationen interessierte Zuschauer allerlei Spannendes. So gibt es etwa eine 40-minütige Vorlesung, die real stattgefunden hat. Regisseur Satoshi Kon sitzt mit einem Zeigestab mit einer kleinen Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger auf einem Stühlchen, neben ihm eine Assistentin, die sich von so ziemlich allem aus der Ruhe bringen lässt und einem japanischen Mäuschen gleich herumquietscht. Für einen deutschen Zuschauer hat diese ernst gemeinte Vorlesung fast den Charakter einer Comedy-show, die außerdem noch ziemlich lehrreich ist. Im ersten Teil erklärt Satoshi Kon seine Eröffnungsszene, auf die er sehr viel Geduld verwendet hat.

Im zweiten Teil der Vorlesung erklärt er die animierte Vergewaltigungsszene, die seiner Assistentin sichtlich nahe geht. Sie wird verlegen und antwortet auf Fragen des Regisseurs kaum. In Japan durfte der Film erst ab 15 gezeigt werden, weil Satoshi Kon mehrmals hintereinander eine für Sex typische, rhythmische Bewegung hintereinander geschnitten hatte. Kon reitet darauf herum, immer wieder. Im dritten Teil erwähnt er stolz, dass Darren Aronofsky in "Requiem for a dream" zwei Einstellungen von ihm übernommen hat. Eine Badewannenszene, in der die geschundene Mima den Kopf unter Wasser hält. Die Kamera zeigt dies erst aus der Vogelperspektive, dann unter Wasser. In "Requiem for a dream", einem Realfilm spielt Jennifer Commelly dies nach. Das ist alles, aber die Assistentin hat weder den Namen der Schaupspielerin je gehört, noch "Requiem for a dream" gesehen, noch von Darren Aronofsky gehört, und somit läuft die Geschichte ein wenig ins Leere.

Perfect Blue – Bonus
Japan 1997, 81 Min.
Regie: Satoshi Kon
"Into the Blue" ist eine Art Making Of, in dem der Regisseur Satoshi Kon, der Drehbuchautor Sadayuri Murai, die Synchronschauspielerin Junko Iwao und einige weitere am Film Beteiligte zu Wort kommen. Das Making Of ist in fünf verschiedene Kapitel unterteilt, den Prolog, den Alltags-Feeling im Film, die Synchronisierung u. a. Hier lässt sich viel über den Aufbau eines Mangas lernen und über die ungewöhnliche Psychologie dieses Films, der in sich kompliziert verschachtelt erzählt wird, was ihn umso spannender werden lässt. Faszinierend an "Perfect Blue" sind weniger die Computereffekte, sondern das realistische Moment. Die Hintergründe etwa sind sehr real gewählt, und die meisten der Personen sind so gestaltet, dass man sich gut vorstellen könnte, ihnen auf der Straße zu begegnen. Der Charakter des Uchida ist bewusst unheimlich gehalten, es ist eine Person, bei der man nie weiß, was sie denkt. Satoshi Kon erzählt, wie einfach er die unheimliche Wirkung dieser Figur mit den schwarzen Knopfaugen verstärken kann, etwa in dem er einfach nur das Weiße in dessen Augen zeigt. Lehrreiche Bonustracks zu einem faszinierenden Film, den der amerikanische Produzent Roger Corman folgendermaßen zusammenfasst: "Wenn Alfred Hitchcock und Walt Disney zusammengearbeitet hätten, wäre wohl „Perfect Blue“ dabei herausgekommen." Mit Animation aus dem Hause Disney hat "Perfect Blue" zwar nichts gemein, aber gut gemeint war Cormans Kompliment trotzdem.

Nana A. T. Rebhan

Sprachen: Japanisch, Deutsch, deutsche Untertitel
Extras:
- Making-Of
- Interviews
- Kinotrailer
- Poster

Erstellt: 22-01-09
Letzte Änderung: 02-09-09