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Kino auf ARTE - 23/02/12

Nobody Knows

(Dare mo Shiranai)
Spielfilm, Japan, 2004, ZDF, 141 Min.
Regie: Hirokazu Koreeda, Drehbuch: Hirokazu Koreeda, Kamera: Yutaka Yamasaki, Musik: Gontiti, Schnitt: Hirokazu Koreeda, Produktion: Bandai Visual Company, Cine Qua Non Films, Engine Film, c-style, TV Man Union, Nobody Knows Project Team, Produzent: Hirokazu Koreeda, Satoshi Kôno, Yutaka Shigenobu, Toshiro Uratani
Mit: Yûya Yagira (Akira), Ayu Kitaura (Kyoko), Hiei Kimura (Shigeru), Hanae Kan (Saki), Momoko Shimizu (Uyki), Keiko Fukushima (You)

Mutter Keiko zieht mit ihrem Sohn Akira in eine neue Wohnung in Tokio. Was niemand weiß: Akira hat noch drei andere Halbgeschwister, die die Mutter in die Wohnung schmuggelt, so dass die Nachbarn sie nicht zu Gesicht bekommen. Die vier Kinder im Alter von fünf bis zwölf sind fortan auf sich gestellt, wenn Keiko arbeiten geht. Eines Tages jedoch kommt sie nicht mehr wieder ...



Die jung gebliebene Keiko ist vierfache Mutter und alleinstehend. Die Halbgeschwister sind alle von verschiedenen Vätern und gehen nicht zur Schule, da ihre Mutter sie vor der Außenwelt geheim hält. Als sie in eine neue Wohnung in Tokio ziehen, stellt sie sich den neuen Nachbarn als Mutter von ihrem ältesten Sohn Akira vor, dessen Vater vermeintlich im Ausland arbeitet. Dann wartet sie einen unbeobachteten Augenblick ab, um ihre anderen zwei Töchter, Yuki und Saki, und ihren jüngeren Sohn Shigeru in die Wohnung zu schmuggeln. Beim Abendessen werden dann die "Regeln" für die neue Wohnung aufgestellt: Kein Kind außer dem zwölfjährigen Akira darf die Wohnung verlassen oder auf den Balkon gehen. Alle sollen ruhig sein, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Tagsüber lässt die Mutter die Kinder allein, während sie arbeiten geht. Die jungen Geschwister Yuki und Shigeru spielen. Ihre große Schwester Saki macht die Wäsche und Akira geht einkaufen und kocht. Er ist es auch, der auf seine Geschwister aufpasst und Buch führt über die Ausgaben der Familie. Bis nachts wartet der Junge auf Mutter Keiko, die schon mal beschwipst nach Hause kommt, und übt sich in Schreiben und Rechnen.
Bei der Arbeit lernt Keiko einen Mann kennen, von dem sie sich erhofft, dass er sie heiraten wird. Akira sieht das skeptisch. Als er sie fragt, ob der neue Freund von ihnen weiß, winkt Keiko genervt ab. Obwohl sie für die vier Kinder die Verantwortung trägt, träumt sie von einem unabhängigen Leben.
Eines Tages übergibt sie Akira Geld und kündigt an, dass sie für eine Weile weg sein wird. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen schließlich Monate. Akira und seine Geschwister sind fortan auf sich allein gestellt. Doch der kleine Kosmos der Kinder droht auseinander zu brechen, als ihnen das Geld ausgeht und Strom und Gas abgestellt werden.

Die Handlung von "Nobody Knows" ist von einer wahren Begebenheit inspiriert, die 1987 in Japan für Empörung sorgte. Regisseur Hirokazu Koreeda widmete sich dem Thema der alleingelassenen Kinder über zehn Jahre bis der fertige Film 2004 in die Kinos kam und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Vor allem die jungen Schauspieler mimen ihre Rollen mit einer beeindruckenden Intensität, die auch zahlreiche Filmfestivaljurys überzeugte.
Regisseur Hirokazu Koreeda wurde 1962 in Tokio geboren und wollte eigentlich Schriftsteller werden. Zum Glück hat er sich dem Filmschaffen gewidmet: Nach seinem Abschluss an der Waseda Universität arbeitete Koreeda zunächst als Regieassistent. Sein erster Spielfilm ‚‚Maborosi'' gewann 1995 und im Jahr darauf Preise auf den Filmfestivals von Vancouver, Chicago und Venedig. ‚‚Nobody Knows'' gewann in den Jahren 2004 und 2005 insgesamt 13 Preise auf internationalen Festivals; darunter den Preis für den besten Hauptdarsteller für Yûya Yagira beim Filmfestival in Cannes.
Mit der Familiengeschichte ‚‚Still walking'' aus dem Jahr 2009 brillierte Koreeda auch im letzten Jahr auf den verschiedensten Filmfestivals und wurde mit zehn Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Asiatischen Filmpreis für die beste Regie.

Nobody Knows
Dienstag 6. März 2012 um 01.30 Uhr
Keine Wiederholungen
(Japan, 2004, 141mn)
ZDF

Erstellt: 23-02-12
Letzte Änderung: 23-02-12