
Culture jamming

Das Rezept für Culture Jamming ist einfach: Man nehme eine Werbung, am besten die eines bekannten Großunternehmens, verfremde und persifliere das Konzept – und damit ist der Sender der ursprünglichen Werbebotschaft schon lächerlich gemacht. Die kanadische Zeitschrift „
Adbusters“ - Magazin, Think Tank und Experimentierfeld – spielt eine Vorreiterrolle in dieser zur Kunst erhobenen Disziplin. Im Übrigen bilden Adbuster ein weltweites Netz von Gruppierungen, die durch die Sabotage oder Verfremdung von Werbung im öffentlichen Raum Kritik üben: an der Konsumgesellschaft, der Macht der Unternehmen, der Funktionsweise der Medien und der Nachrichtenproduktion.
Auch die Werke von Straßenkünstlern wie z. B. dem Briten
Banksy oder dem Franzosen
Blek le Rat reihen sich in dieses gesellschaftskritische Konzept ein. Die Straße ist die erklärte Spielwiese von Aktivisten und Werbetreibenden. Die Gruppe
Billboard Liberation Front (zu Deutsch: Werbeplakat-Befreiungsfront) setzt sich dafür ein, den öffentlichen Raum neu zu erobern und fordert die „Schaffung eines neuen Paradigmas für Straßenmarketing“.

Cybersquatting

Cybersquatter können jedem Unternehmen, das sein Image über einen Internetauftritt aufpolieren will, einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Die „
Domänenbesetzer“ registrieren Internet-Domains unter den (z. T. minimal abgeänderten) Namen bekannter Marken und verkaufen sie an Meistbietende weiter. Damit lassen sie zu, dass Inhalte verbreitet werden, die mit dem Original nichts zu tun haben, aber dennoch mit diesem in Verbindung gebracht werden. Will das Unternehmen sein Image im Internet retten, muss es die Fake-Domains für teures Geld von den Cybersquattern zurückkaufen.

Flash mob

Flash Mobs sind spontane und nur kurze Zeit andauernde Menschenansammlungen, die über Blogs und Sozialmedien wie Facebook und Twitter oder über Viral-Mail-Kampagnen organisiert werden. Flash Mobs stehen mal im Dienste des Protests, mal der Wiedereroberung des öffentlichen Raums, mal der künstlerischen Experiments. Sie können sich überall bilden: im
Museum, im
Bahnhof oder in einem
Park, organisiert werden Trauerversammlungen (z. B. für Michael Jackson), Wifi-Picknicks, Pillow Fight Flash Mobs (
spontane Kissenschlachten) oder
Fahrradtouren durch die Stadt – und sind letztendlich ein Mittel, das die Internetgemeinde aus der Virtualität herauslockt!

Gegen jede Form der Umwelt-verschmutzung

In allen Ländern bekämpfen Vereine die Umweltverschmutzung durch Lärm oder Landschaftsverschandelung.
Hier einige Beispiele aus Frankreich: Das Bürgerkollektiv „
Carré vert“ leitete in Paris den Verkehr des Stadtautobahnrings (Périphérique) um, indem es als Protest gegen die Luftverschmutzung der Städte durch den Autoverkehr ein 200 m² großes „grünes Viereck“ auf der Fahrbahn installierte. Der „
Club du néon“ verbringt ganze Nächte damit, Leuchtreklamen und die Leuchtschilder von Geschäften und Banken zu löschen, um die Energieverschwendung einzudämmen und gegen die Werbeüberflutung auf den Straßen zu protestieren. Die „
Les Déboulonneurs“ bekämpfen den „Werbeterror“ und die Verschandelung der Landschaft durch das Übermalen riesiger Plakatwände.