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ARTE Journal - 02/05/12

Nach dem Putsch in Mali: 320.000 auf der Flucht

Machtkampf zwischen Militärrat und Präsidentengarde


Auch sechs Wochen nach dem Militärputsch kommt Mali nicht zur Ruhe: in der Hauptstadt Bamako kam es erneut zu Feuergefechten mit mehreren Toten. Wieder fliehen Menschen vor den Kämpfen zwischen den Soldaten des Militärrats und Mitgliedern der Garde des gestürzten Präsidenten. Der Norden Malis wird von Tuareg-Rebellen gehalten, die einen eigenen Staat fordern. 320.000 Menschen sind seit Mitte Januar, dem Beginn der Tuareg-Aufstands, auf der Flucht. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als die Hälfte in die Nachbarländer Mauretanien, Burkina Faso und Niger geflohen.

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Bamako kommt nicht zur Ruhe


Die Unsicherheit in Mali dauert an. In den drei Nordprovinzen Kidal, Gao und Timbuktu nützen Islamisten und Al Kaida das Machtvakuum aus. Seit Ende März ist Mali zweigeteilt. Auch im Kernland um die Hauptstadt Bamako gibt es keine funktionierende Staatsmacht mehr. Zwei Wochen nach dem Putsch gegen Präsident Amadou Toumani Touré hatte die Militärjunta am 6. April einen Vetrag mit der Westafrikanischen Wirtschaftsunion unterzeichnet, der die Übergabe der Macht an eine Zivilregierung vorsieht. Diesen Schritt sollte eine Regierung der nationalen Einheit vorbereiten. Allerdings nahm die Junta weiter willkürliche Verhaftungen vor, besonders in der Umgebung des gestürzten Präsidenten. Zwischen dessen Garde und den Putschisten kam es erneut zu Kämpfen in Bamako und rund um das Hauptquartier der Putschisten.

Zur Lage in Mali befragte ARTE-Journal-Reporterin Sophie Rosenzweig den Filmregisseur Mustapha Diallo am Telefon. Er lebt in Bamako.


Sophie Rosenzweig: Haben Sie neue Kämpfe erwartet?
Mustapha Diallo: Ja, es war voraussehbar, dass es einen Aufstand geben würde. Aber nicht von Seiten der "Berets rouges", der Rotkappen, also der Präsidentengarde. Sondern einen Auftsnad der Bevölkerung. Denn sie leidet unter unendlichen Schwierigkeiten. Die Menschen wissen nicht mehr, wohin sie gehen sollen und wer ihnen helfen kann. Die Menschen sind völlig verunsichert, schon weil sie nicht wissen, wie es im Norden weitergehen wird. Und das beeinflusst auch das Leben in der Hauptstadt, die ebenfalls unsicher geworden ist.



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Erstellt: 01-05-12
Letzte Änderung: 02-05-12