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ARTE Magazin

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ARTE PROGRAMMSCHEMA - 21/12/09

NEU IM PROGRAMM 2010

ARTE beginnt das Jahr mit einem neuen Programmschema ab 9. Januar. Programmdirektor Christoph Hauser im Gespräch über die Vorlieben des Publikums, Experimentierfreude beim Fernsehmachen und die ARTE-Highlights 2010.

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ARTE Magazin: Herr Hauser, was macht das neue Programmschema aus, das am 9. Januar bei ARTE startet?
Christoph Hauser: Die wichtigste Neuerung ist die Primetime, die wir auf 20.15 Uhr vorgezogen haben. Gleichzeitig wird das Vorabendprogramm einfacher strukturiert und schließlich die zweite Abendhälfte verjüngt. Dort gibt es bei ARTE jetzt am Dienstag zwei Serien im Doppelpack, am Donnerstag einen neuen Platz für Popkultur vor den Musiksendungen „Tracks“ und „Jamsession“, und am Freitag Wissenschaftsdokus.

ARTE Magazin: Welche Idee steckt hinter den Änderungen des Programmschemas?
Christoph Hauser: Fernsehen ist immer eine Mischung aus Kontinuität und Veränderung. Für die Zuschauer ist ein hohes Maß an Kontinuität wichtig. Von uns wird aber auch zu Recht verlangt, dass wir auf neue Entwicklungen flexibel reagieren. Wenn zum Beispiel Serien immer mehr junge Fans haben und Wissen zum Verständnis dieser komplexen Welt immer wichtiger wird, dann muss ein Fernsehsender dies auch in seinem Programm berücksichtigen. Und von ARTE wird immer erwartet, dass wir den anderen einen Schritt voraus sind in der Entwicklung neuer Formate, wie z.B. die im letzten September ausgestrahlte Dokumentation „24h Berlin“ oder die Inszenierung der Oper „La Bohème“ in einem Hochhaus in Bern. Ein kleiner Sender hat nur eine Chance, wenn er experimentiert und innovativ ist.

ARTE Magazin: Auch die aktuelle Nachrichtensendung ändert ihr Profil. „ARTE Info“ und „ARTE Kultur“ werden zum „ARTE Journal“ um 19 Uhr zusammengefasst. Was versprechen Sie sich davon?
Christoph Hauser: Unsere Idee ist, die klassische Trennung zwischen Politik- und Kulturnachrichten aufzuheben, denn die Schnittfläche ist viel größer, als man vermutet. Die Verhaftung des Regisseurs Roman Polanski ist ein gutes Beispiel dafür. Solche Themen kann man nicht nur kulturell oder nur politisch aufziehen, sondern muss die Zusammenhänge betrachten.

ARTE Magazin: Ein anderes wichtiges Thema ist das Internet – es verändert sich sehr schnell und beeinflusst die Fernsehgewohnheiten. Wie reagiert ARTE darauf?
Christoph Hauser: ARTE war der erste Sender, der das Internetfernsehen mit ARTE +7 ausgebaut hat. Die Möglichkeit, Sendungen bis zu einer Woche nach der Ausstrahlung auf der ARTE-Website anzusehen, wird immer mehr genutzt. Gerade kontroverse Dokumentationen wie zu dem US-amerikanischen Konzern Monsanto oder der Atommüllfrage finden im Internet Beachtung und sprechen das jüngere Publikum an. Andere Angebote bauen wir jetzt aus, wie „ARTE Live Web“, das Konzerte aus beiden Ländern live im Netz zeigt. Das Internet bietet über die Sendezeit im Fernsehen hinaus Spielraum.

ARTE Magazin: Wirken sich die Veränderungen im Internet auch auf das Fernsehen aus?
Christoph Hauser: Sofern es sich anbietet, holen wir Ideen, die sich im Internet entwickeln, auch wieder auf den Sender. Mit den neuen Europa-Magazinen „Der Blogger“ und „Yourope“ versuchen wir gezielt, die neuen Technologien zu nutzen. „Der Blogger“ zieht dabei die Ideen für sein Magazin direkt aus dem Netz. „Yourope“ ist ein Format, das explizit nicht mit seiner Ausstrahlung endet, sondern in Foren und Blogs weitergeht und das Publikum mit einbezieht.

ARTE Magazin: Die neue Technologie des Fernsehens ist das HDTV. Profiliert sich ARTE auch künftig darüber?
Christoph Hauser: ARTE hat von Anfang an auf hochaufgelöstes Fernsehen gesetzt. Und es passt gut zu einem Sender, der für seine Spielfilme, aufwendige Dokumentationen und einmalige Konzertübertragungen steht, diese auch in der besten Bildqualität zu zeigen. Mittlerweile sind sieben Stunden des Programms täglich in HD, das ist fast ein Drittel. Und die Tendenz ist steigend.

ARTE Magazin: Welche Highlights im Programm 2010 können Sie unseren Lesern schon verraten?
Christoph Hauser: Ein großer Event ist die 60. Berlinale, auf der am 12. Februar die rekonstruierte Fassung von Fritz Langs „Metropolis“ uraufgeführt wird. Etwas ganz Besonderes zu Ostern sind die sechs Filme des japanischen Animationskünstlers Hayao Miyazaki, darunter auch „Prinzessin Mononoke“ und wie jedes Jahr setzten die Filmfestspiele in Cannes einen großen Akzent im Mai. Den Sommer 2010 widmen wir den 1960er Jahren, mit viel Musik aus den Anfängen des Rock und Pop. Meine Tochter hat mir gerade eine Zeitschrift gezeigt: die Haarmode im nächsten Jahr sind die Beatles-Pilzköpfe. Egal, wo man hinschaut, die 60er sind enorm im Kommen! Ganz persönlich freue ich mich auf den Film „Kirschblüten – Hanami“ von Doris Dörrie und die Wissenschaftsdokumentation „Geistreiches aus der Pflanzenwelt“, die wirklich sensationell schön ist! Außerdem werde ich das Chopin-Jahr genießen: von der „Folle Journée de Nantes“ am 31. Januar bis in den Herbst wird es viele Konzerte bei ARTE geben.

ARTE Magazin: Noch eine persönliche Frage: Was macht die Arbeit als Programmdirektor für Sie so spannend?
Christoph Hauser: Spannend wird die Arbeit bei ARTE durch die Freiheit, ein Programm zu machen, das sich wirklich an Qualitätskriterien orientiert. Die Chancen der Kooperation mit unseren Partnern innerhalb Europas und international finde ich wirklich einmalig. Solch eine Freiheit, kreative und innovative Projekte realisieren zu können, die hat kein anderer Sender.

DAS INTERVIEW FÜHRTEN ANNE GUDURAT UND CORINNA DAUS



NEU BEI ARTE


NEUE PRIMETIME UM 20:15 UHR
Ob „Abenteuer ARTE“ am Samstag, die Themenabende am Sonntag und Dienstag, Kino am Montag und Donnerstag, Geschichte am Mittwoch oder der Fernsehfilm am Freitag, alle starten um 20.15 Uhr.

NACHRICHTEN UM 19 UHR
Das halbstündige „ARTE Jounal“ vereint die bisherigen Sendungen „ARTE Info“ und „ARTE Kultur“ zu einer neuen Nachrichtensendung.

EUROPA AM WOCHENENDE
Die Magazine „Der Blogger“, samstags um 14 Uhr, und „Yourope“, sonntags um 17.45 Uhr, widmen sich europäischen Fragen.

NEUE SENDEPLÄTZE
Nach dem Themenabend am Dienstag werden auf ARTE Serien, wie „KDD – Kriminaldauerdienst“ oder „Suburban Shootouts – die Waffen der Frauen“ im Doppelpack zu sehen sein. Donnerstags, nach dem Spielfilm, ist der Abend ab 22 Uhr der „Popkultur“ gewidmet und immer freitags nach dem Fernsehfilm bietet ARTE um 21.45 Uhr dem Thema Wissenschaft einen eigenen Sendeplatz.

Erstellt: 09-12-08
Letzte Änderung: 21-12-09