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Csatary soll als Polizeichef von Kosice im ungarisch besetzten Teil der Slowakei im Frühjahr 1944 eine wichtige Rolle bei der Deportation von insgesamt 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz gespielt haben. Dafür war er 1948 in Abwesenheit in Ungarn zum Tode verurteilt worden. Nach dem Krieg hatte Csatary laut dem Simon-Wiesenthal-Zentrum unter falschem Namen in Kanada gelebt. Als die kanadischen Behörden 1995 seine wahre Identität entdeckten, floh er nach Ungarn.
Csatary weist Anschuldigungen zurück
Csatary hat nach seiner Verhaftung alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Er habe als Polizeichef während der Nazi-Zeit «nur Befehle erfüllt» und seine «Pflicht getan». Das sagte der 97-Jährige laut Internet-Zeitung «index.hu» bei der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft.
Nazi-Jäger hatten auf Verhaftung gedrängt
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum ist eine Organisation, die im Rahmen der "Operation Last Chance" versucht, die letzten Nazi-Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen. Seinem Leiter Efraim Zuroff zufolge hat das Simon-Wiesenthal-Zentrum bereits 2011 Informationen über Csatarys Aufenthaltsort veröffentlicht. Vor wenigen Tagen legte es den ungarischen Behörden neue Hinweise auf seine Beteiligung Csatarys an schweren Verbrechen vor.
Parallelen zum Fall Demjanjuk?
Selbst wenn er angeklagt und bestraft wird, könnte es Csatary so ergehen wie John Demjanjuk. Der gebürtige Ukrainer und ehemalige Wachmann im Konzentrationslager Sobibor war 2011 in Deutschland wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28.000 Menschen verurteilt worden. Er ist im März im Alter von 91 Jahren gestorben. Das Urteil gegen war bis zu seinem Tod nicht rechtskräftig.






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