Den Körper zu verändern - Gibt es eine größere Sünde? Dr. Frankenstein hält sich den Schöpfer und zieht den Zorn Gottes auf sich. Dabei kreiert schon im dritten Jahrhundert ein Rabbi zum Schutz der Prager Juden das Urmonster, den Golem. 1971 pulverisiert der kalifornische Performance-Künstler Chris Burden das Tabu, indem er sich eine Kugel in den Arm schießen lässt. Die Geburtsstunde des „Body Playing“. In seinem Fahrwasser machen sich Künstler - wie hier die Französin Orlan mit seinen Implantaten - Techniken zu eigen, die man bis dahin nur von primitiven Stämmen kennt. In den 80ern tauchen in westlichen Großstädten verstärkt Tätowierungen und Körpermodifikationen auf.
Der ehemalige Werbefachmann Fakir Musafar gibt dem Phänomen 1979 den Namen “modern primitives“. Einer der bekanntesten unter ihnen ist der Body Player Ron Athey. Von religiösen Fanatikern erzogen, wird er in seiner Zeit als Punk in L.A. mit AIDS infiziert und setzt seinen Körper in exorzismusartigen Performances in Szene. Body Play gibt Athey und seiner Truppe die Kontrolle über einen Körper zurück, den die Krankheit an sich reißt und den gesellschaftliche Zwänge knebeln.
Geht nicht gibt‘s nicht für die Modern Primitives. Piercing, Branding, subkutane Implantate... Mit Stammesriten haben diese tiefgreifenden Veränderungen nicht mehr viel zu tun. Ein vom Internet angetriebenes Beben mit Epizentrum in David Cronenbergs Heimatstadt Toronto, wo die Website BME betrieben wird.
Weitere Informationen
Ausstellung: J.G. Ballard - An autopsy of the new millinium
J.G. Ballard beim CCCB - Barcelona
Infos zur Ausstellung, Film-Wettbewerb auf dem Blog
>> Website
J.G. Ballard im Interview mit Tom Sutcliffe für die BBC
>> Das Interview sehen
>> BallardoTube
"Hallelujah! Ron Athey: A Story of Deliverance"
Ein Dokumentarfilm von Julie Fowells und/mit Ron Athey
>> Infos, Video
Donaufestival
In Juni fand in Krems (Östereich) das Donaufestival mit u.a. Roberta Lima, Ron Athey und die Fuckheads...
>> Die Website






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