Der 21-jährige Schüler Oliver Mansfeld ist der Sohn eines korrupten Großindustriellen. Aus Protest gegen den Vater verbummelt er seinen Schulabschluss. Um endlich sein Abitur zu machen, besucht er in Frankfurt ein Internat. Dort verliebt er sich in die 31-jährige verheiratete Verana Angenfort. Sie ist die frustrierte Gattin eines Bankiers, der in dubioser Geschäftsbeziehung zu Olivers Vater steht. Verena Angenfort erwidert die Leidenschaft des Schülers und beginnt mit ihm ein leidenschaftliches Verhältnis. Aber inmitten einer Umgebung aus Neid, Skrupellosigkeit, Innerlichkeit und verlogenem Moralgetue ist das "junge Glück" nur von kurzer Dauer. Eingekreist von Erpressungen und ohne ein eindeutiges Bekenntnis der Geliebten, begeht der junge Mann Selbstmord.
Manfred Purzers Drehbuch basiert auf dem Bestseller "Liebe ist nur ein Wort" von Johannes Mario Simmel. Simmels Romane sind typischerweise angesiedelt in der High Society der 70er Jahre, im Milieu der Gewinner aus den Zeiten des verblassenden Wirtschaftswunders. Oft sind sie verstrickt in Intrigen, Verbrechen oder gar Mord. Diese Menschen leben in repräsentativen Stadtrandvillen, fahren teure Sportwagen, reisen mit Flugzeugen und nutzen bereits Computer - Anfang der 70er Jahre ein äußerst schickes Attribut.
Simmels Vorlagen erlaubten den Produzenten und Regisseuren des deutschen Unterhaltungsfilms jener Jahre ein Schwelgen im glamourösen Dekor eines gehobenen Lebensstils, mit Charakteren, die von im Luxus lebenden Freunden und Feinden umgeben sind. Der Schwerpunkt wird nicht auf die eigentliche Geschichte, sondern letztlich auf Äußerlichkeiten gelegt. "Liebe ist nur ein Wort" passt ausgezeichnet in dieses Raster. Der damals überaus erfolgreiche Film ist auch heute noch ein unterhaltsames, manchmal unfreiwillig komisches Beispiel für das deutsche Unterhaltungskino der 70er Jahre und gehört sicherlich zu den besseren Simmel-Adaptionen.
Auf erhellende Weise dokumentiert der Film innerhalb des Themenabends "Lüstern und verklemmt - Sex im deutschen Kino der 70er" das Auseinanderklaffen zwischen gesellschaftskritischem Anspruch und Alltagswirklichkeit.Der Schauspieler Malte Thorsten erhielt 1972 als bester Nachwuchsdarsteller den Bundesfilmpreis, das Filmband in Gold.
Kurz-Biografie Alfred Vohrer (Regie):
Geboren am 19.12.1914 in Stuttgart Gestorben am 3.2.1986 in München
Zunächst Operettensänger und Schauspieler. Kriegsdienst. 1941 Verlust des rechten Armes.
Volontär und Regieassistent bei der Ufa. 1946 - 1948 Hörspielregie Radio Stuttgart. 1953 Synchron-Regisseur. Ab 1958 40 Kinofilme, am bekanntesten die Filme der Edgar Wallace-Serie und Filme nach Karl May, Johannes Mario Simmel und H. G. Konsalik.
Auch Regie der ZDF-Serie Traumschiff und Schwarzwald-Klinik, Derrick und Der Alte.
(aus: TV-Lexikon von Egon Netenjakob, Fischer Cinema TB Nr. 11947, Frankfurt 1994)






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