Was Globalisierung heißt, lernen die Arbeiterinnen einer französischen Textilfirma eines Tages auf die harte Tour. Von einem Tag auf den anderen werden alle entlassen, weil die Produktion kurzerhand nach Vietnam verlagert wurde. Davon betroffen ist auch die mürrische Louise Ferrand, ehemals Jean-Pierre, die als Frau in einem tristen Plattenbau wohnt. Sie ist strikte Abstinenzlerin, weil sie früher einmal Alkoholikerin war und ihrem Finanzberater den Kopf weggeschossen hat.
Nun ist sie trocken, lebt vom kargen Gehalt der Textilfabrik und fängt Tauben auf ihrer Fensterbank, um sie zu Abend zu essen. Doch das vertraute Leben endet abrupt durch die Kündigung. So versammeln sich die gefrusteten Arbeiterinnen auf ein Bier in der Kneipe und überlegen, was zu tun ist.
Sie beschließen, ihre Abfindungen zusammenzulegen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Da hat Louise den grandiosen, aber schlichten Einfall: "Wir könnten den Chef umlegen lassen von 'nem Profi". Der Vorschlag findet Anklang. So macht sich Louise auf, den Profikiller zu suchen und findet Michel, einen tollpatschigen Feigling, der in einer Wohnwagensiedlung wohnt und sich sogar dort auf der Suche nach seinem Wagen verirrt, kurz: einen Totalversager.
Trotzdem gelingt es ihm, den Direktor der Firma umzubringen, doch dann stellt sich plötzlich heraus, dass der die Kündigungen gar nicht zu verantworten hat, sondern wiederum dessen Chef. Aber dadurch lassen sich die Frauen auf ihrem Weg der Gerechtigkeit nicht beirren ...
Achtung, tiefschwarzer Humor! Die skurrilen Charaktere in dem Film von Gustave de Kervern und Benoît Delépine haben nicht nur besonders ungewöhnliche Eigenheiten, sie durchleben auch die absurdesten Situationen. Dabei kommt die Political correctness nicht gut weg.
Das Zentrum des Films bilden die Figuren Louise und Michel, die sich in Wahrheit beide für das jeweils andere Geschlecht ausgeben und sich als ungleiches (Liebes-)Paar aufmachen, den verantwortlichen Chef ausfindig zu machen und umzubringen. Die Gastauftritte von bekannten Gesichtern wie Mathieu Kassovitz ("Die fabelhafte Welt der Amélie") oder Benoît Poelvoorde ("Nichts zu verzollen") runden die ohnehin gelungene Besetzung des Films ab.
Dem Regisseursduo de Kervern und Delépine geht es aber um mehr als nur satirischen Klamauk. Denn hinter den gemeinsamen Namen der Protagonisten steckt ein Verweis auf die französische Anarchistin Louise Michel (1830-1905), die schon zu Lebzeiten mit allen Mitteln gegen die soziale Ungleichheit ankämpfte. Ganz in ihrem Sinne handeln also Louise, Michel und die verärgerten Arbeiterinnen, als sie ihren Chef zur Verantwortung ziehen wollen. "Louise Hires a Contract Killer" thematisiert folglich ein universelles, jeden Tag in der Zeitung nachzulesendes Phänomen: internationale Großkonzerne, Outsourcing in Billiglohnländer und Stellenabbau im Heimatland. Da kann nur die Regierung helfen - oder eben schwarzer Humor.