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Kino auf ARTE - 22/12/11

Lost in Translation

Spielfilm, USA/Japan 2003
Regie: Sofia Coppola; Buch: Sofia Coppola; Kamera: Lance Acord; Schnitt: Sarah Flack; Musik: Brian Reitzell, Kevin Shields; Produzent: Ross Katz, Sofia Coppola, Stephen Schible; Produktion: American Zoetrope, Elemental Films, Tohokashinsha Film Company
Mit: Scarlett Johansson - (Charlotte), Bill Murray - (Bob Harris), Akiko Takeshita - (Miss Kawasaki), Kazuyoshi Minamimagoe - (Presseagent), Kazuko Shibata - (Presseagent), Take - (Presseagent), Giovanni Ribisi - (John), Ryuichiro Baba - (Concierge), Anna Faris - (Kelly)


In einer Hotelbar in Tokio lernen sich der alternde Hollywood-Schauspieler Bob und die jungverheiratete Charlotte kennen - beide auf der Flucht vor Langeweile, Großstadtdschungel und Einsamkeit. Gemeinsam begeben sie sich auf einen kuriosen Streifzug durch die befremdliche Metropole Tokio und schließen eine außergewöhnliche Freundschaft ...



Der desillusionierte Hollywood-Schauspieler Bob Harris ist nach Tokio gereist, um dort einen Werbespot für Whisky zu drehen. Nach den ermüdenden Drehtagen flüchtet er vor der fremden Umgebung und vor nervtötenden Amerikanern, die in ihm den einstigen Star erkennen, in sein Hotel.
Die junge Yale-Absolventin Charlotte begleitet ihren Mann John, einen erfolgreichen Fotografen, auf einer Arbeitsreise, doch ihre Ehe ist schon nach zwei Jahren in Routine erstarrt. Ihr Mann hat sich als ständig abwesender Workaholic erwiesen. Charlotte beginnt gerade zu begreifen, dass sie und ihren Mann im Grunde nichts miteinander verbindet, und verbringt die Zeit dösend und lesend im luxuriösen Hotelzimmer.
Gelangweilt und vom Jetlag geplagt lernen sich Bob und Charlotte in einer schlaflosen Nacht an der Hotelbar kennen. So verschieden die beiden auf den ersten Blick auch wirken, so haben sie doch eines gemeinsam: ihre Einsamkeit.
Gemeinsam unternehmen sie einen nächtlichen Streifzug durch die hypermoderne und befremdliche Metropole Tokio. Sie landen in Karaoke-Bars und Tabledance-Schuppen, trinken jede Menge Reiswein, philosophieren im Hotelzimmer zu Fellinis "La Dolce Vita" über das Leben und geraten immer wieder in skurrile Situationen. Die beiden nähern sich an, entfernen sich und finden doch wieder zueinander, aber ihre Beziehung bleibt bestimmt durch die Vergänglichkeit des Augenblicks ...

Nachdem Sofia Coppola mit ihrem Regiedebüt "The Virgin Suicides" (1999) für Aufsehen gesorgt und jede Menge positive Kritik bekommen hatte, gelang ihr mit ihrem zweiten Film "Lost in Translation" der Überraschungserfolg des Kinojahres 2003. Coppolas melancholische Großstadtkomödie strahlt eine erfrischende Energie aus, wie man sie im zeitgenössischen Kino lange nicht mehr gesehen hatte. Dem Film, der in gerade mal 27 Tagen, teilweise sogar ohne Drehgenehmigung an Originalschauplätzen gedreht wurde, gelingt es, die Stimmung der schnelllebigen Metropole einzufangen. Besonders aber ist es die Erfahrung von Fremdheit, die die Atmosphäre des Films prägt - das Gefühl der Verlorenheit und des Herausgerissenseins aus der Zeit, die einen befallen können, wenn man alleine in einer fremden Stadt unterwegs ist.
"Lost in Translation" ist eine Mischung aus skurrilem Humor, herrlich exzentrischen Charakteren und heiterer Melancholie. Dabei profitiert der Film nicht zuletzt von dem wunderbaren Darstellerduo Scarlett Johansson ("Match Point") und Bill Murray ("Broken Flowers"), zwischen dem sich eine ungeheure Chemie entfaltet. Für ihre Leistungen wurden die beiden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, ebenso Coppola, die 2004 als erste Amerikanerin für den Regie-Oscar nominiert war, die Auszeichnung jedoch "nur" für das beste Originaldrehbuch entgegennehmen durfte.

Lost in Translation
Mittwoch 28. Dezember 2011 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Usa, Japan, 2003, 95mn)
ARTE / ERT

Erstellt: 22-12-11
Letzte Änderung: 22-12-11