Einen Konzertausschnitt sehen (real video - 2 Min. 34)
Conrad Keely hat schon mit 12 die Nocturnes von Chopin geübt, um sich 1994 schließlich doch für Trail of Dead und somit Rock'n'Roll zu entscheiden. Auf ihrer neuen Platte 'Worlds Apart' verbinden Conrad Keely, Jason Reece und Kevin Allen klassische Orchestrierung, Oper und schwitzigen Rock. Punkattitude und Klassik gehen gut zusammen, meint Conrad Keely: Conrad Keely: "Ich beschäftige mich mit klassischer Musik. Ich habe Angst, dass das Interesse für Klassik und die Tradition, ein Instrument zu spielen verloren geht. Viele legen eine falsche Punk-Haltung an den Tag. Also: Instrumente absichtlich nicht beherrschen zu wollen, weil technische Perfektion Kreativität angeblich unterdrückt. Punk und Klassik sind sich ähnlich. Auch viele klassische Strömungen wurden zunächst von einer breiten Masse als unhörbar abgelehnt. Viele klassische Musiker haben trotz technischer Perfektion genau dieselbe Leidenschaft wie Punks. "
Mag sein, doch klassische Musiker zertrümmern ihre Stradivaris nicht, während die Hedonisten von Trail of Dead regelmäßig ihr Equipment zerkleinern.
Conrad Keely: "Unsere Liveshows spiegeln nur unsere Lebensphilosophie wider: Das Leben soll mit einer absoluten Leidenschaft gelebt werden. Viele Leute denken, dass ein Instrument eine Seele hat oder sowas. Das ist Komplett-Scheiße. Wenn ich meine Gitarre zertrümmere, bin ich nicht wütend, quatsch, ich hab ne super Zeit und ein breites Grinsen im Gesicht."
Doch das Grinsen ist einem Stirnrunzeln gewichen. Trail of Dead gehen mit der TV-Nation USA ins Gericht. Auch Celebritiywahn und das Desinteresse an Weltpolitik werden auf 'Worlds Apart' angeprangert:
Conrad Keely: "Mich hat die Realityshow Worlds Apart (...) inspiriert. Dort wird eine amerikanische Durchschnittsfamilie Nachbar einer Familie eines dritten Welt Landes, ohne Luxus und so... Das hat mich zum Nachdenken über die ganze amerikanische Starkultur gebracht. Den Celebrities geht es nur darum, auf MTV ihren Reichtum und ihre Autos zu zeigen, was politisch so in der Welt abgeht, interessiert sie nicht. Ich dachte immer Künstler, sind auf jeden Fall politisch denkende Menschen, weil sie ja auch die Macht haben, zu einem Millionenpublikum zu sprechen."
Hört sich politisch an, der Mann. Doch bei der Frage nach seiner Meinung über die aktuelle US-Politik, zieht er sich elegant aus der Affäre.
Conrad: "Ich bin irischer Staatsbürger, also bin ich nicht so drin in der amerikanischen Politik. Ich hab meinen Pass jetzt nicht bei mir, aber ich kann dir meine Greencard zeigen. Die muss ich in Amerika ständig mit mir führen, ich bin quasi permanent hier lebender Außerirdischer..."
Schon gut, Außerirdischer, mach einfach was Du am besten kannst: Singen und Gitarren zertrümmern.
"Worlds Apart" von Trail of Dead
bei Interscope/Universal
Links
>> Offizielle Website der Band
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TRACKS
Donnerstag, den 07. April um 23.15 Uhr
Wiederholung am Samstag, den 09.04 um 17.50 Uhr
Redaktion: BR
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