Als Bruno und Franz einen gemeinsamen Überfall planen, verrät Joanna sie an die Polizei, die die Beiden bei der Bank schon erwartet. Beim Versuch, sich mit der Maschinenpistole den Weg freizuschießen, stirbt Bruno im Kugelhagel der Polizei. Franz und Joanna gelingt die Flucht – in eine ungewisse Zukunft.
Rainer Werner Fassbinders Regiedebüt „Liebe ist kälter als der Tod“ ist oft mit den unterkühlten Gangsterballaden Melvilles in Verbindung gebracht worden. Manche sahen in dem Hut, den Ulli Lommel trägt, eine Referenz an Alain Delons Kopfbedeckung in Melvilles „Eiskalten Engel“. Der 23-jährige Fassbinder jedoch kannte Melvilles Klassiker noch nicht, den Hut hatte sich Lommel selbst ausgesucht.
Zum Zeitpunkt der Entstehung des Drehbuchs war Fassbinders Heimat immer noch das Theater. Er hegte aber durchaus eine Vorliebe für das Genre des Gangsterfilms und war gemeinsam mit seinen „antiteater“-Kollegen offen für Anregungen filmischer Vorbilder wie Godard oder Straub, von dem er sogar eine nicht verwendete Einstellung aus dessen Film „Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter“ übernahm.
Fassbinder drehte an Originalschauplätzen. Die Tristesse der Münchner Vorstadt, die Kargheit der Ausstattung, der insistierende Blick der Kamera, mit schier traumwandlerischer Sicherheit gelingt dem Debütanten Fassbinder eine bei aller Stilisierung zutiefst bewegende Geschichte über die Suche nach Identität, über Einsamkeit und Ausweglosigkeit tragischer Figuren. „Was übrig bleibt, wenn man diesen Film gesehen hat, das ist nicht, dass hier jemand sechs Leute ermordet hat, dass es hier ein paar Tote gegeben hat, sondern dass hier arme Leute waren, die nichts mit sich anfangen konnten, die einfach so hingesetzt wurden, wie sie sind, und denen keine Möglichkeit gegeben wurde – die einfach keine haben.“
In der Rolle der Joanna weiß eine junge Schauspielerin zu überzeugen, die danach in fast allen Filmen und Theaterstücken Fassbinders mitwirken wird und „ihrem“ Regisseur eine Weltkarriere verdankt: Hanna Schygulla ist Mitglied des 1968 von Fassbinder gegründeten „antiteaters“, das als Gegenstück zum Staatstheater fungieren soll und dem neben Fassbinder selbst Ingrid Caven, Doris Mattes und Hans Hirschmüller als weitere Mitglieder angehören.
Der Film erhielt beim „Deutschen Filmpreis“ 1970 in zwei Kategorien das Filmband in Gold. Zum einen wurde Dietrich Lohmann in der Kategorie „Kameraführung“ ausgezeichnet, zum anderen das „antiteater-Ensemble“ in der Kategorie „Darstellerische Leistung“.
MELDUNGEN UND REZENSIONEN
Stimmen aus dem Netz
- Filmbesprechung von Dieter Wunderlich:
www.dieterwunderlich.de - Wilhelm Roth für "filmzentrale.com":
www.filmzentrale.com - Ulrich Behrens für "filmzentrale.com":
www.filmzentrale.com
WISSENSWERTES
- Die Leipziger Musikgruppe "Love Is Colder Than Death" gründet ihren Band-Namen auf diesem Film.
Weiterführende Links
- Umfangreicher Eintrag zum Film bei "Filmportal.de":
www.filmportal.de





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