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15/02/12

Tracks - Die Sendung vom 25. Februar 2012

(1): The Smashing Pumpkins: Dark Side of the Kürbis 
Mit mehr als 53 Millionen verkauften Alben bis 1995 haben The Smashing Pumpkins gezeigt, dass Alternative Rock durchaus auch kommerziell erfolgreich sein kann. 1987 von ihrem damals 20jährigen Frontmann Billy Corgan in Chicago gegründet, waren die zerplatzenden Kürbisse unter anderem auch Wegbereiter für Bands wie Nirvana. Sie stehen für drei Jahrzehnte alternativen Rock, in denen sie immer wieder aufs Neue das Spannungsfeld zwischen melancholisch-epischen Interpretationen und knallhartem Hardrock-Sound ausgelotet haben. Von den Weggefährten dieser nicht nur musikalisch bewegten Odyssee, bei der Alkohol und harte Drogen ihren Tribut gefordert haben, ist heute nur noch Billy Corgan als Gründungsmitglied mit dabei.

(2): Lowbrow Art: Aus den Niederungen der Kunst
Lowbrow Art - "lowbrow" heißt "anspruchslos" oder "niveaulos" - ist ein Kunststil, der Ende der 70er Jahre in Los Angeles entstand und die etablierte Kunst unserer Zeit humoristisch auf die Schippe nimmt. Er tut dies mit Anleihen aus Cartoons, Werbung, Comics und allem, was nicht im klassischen Sinne als "Bildende Kunst" gilt. Auch vierzig Jahre nach seinen Ursprüngen ist der Lowbrow noch aktuell, zum Beispiel vertreten durch Gary Baseman und seine Toy Art "adorably perverse", Mark Gleason mit seinem Pop-Art-Manierismus oder die Clayton-Brüder, die es sogar geschafft haben, ihre Anti-Etablishment-Kunst in die Museen zu bringen. 

(3): The Sloth Club: All you need is slow
Seit der Atomkatastrophe von Fukushima sind mehr und mehr Japaner auf der Suche nach Alternativen zu ihrem einstmals so geliebten Leben als "Salarymen". Der 1999 gegründete "Sloth Club" - was soviel heißt wie "Club der Faultiere" - ist die bedeutendste japanische Organisation der "Slow Life"-Bewegung. Sie hat das für seine Langsamkeit bekannte Faultier zu ihrem Maskottchen gemacht und propagiert ein Gesellschaftsmodell, das auf Nachhaltigkeit, fairen Handel, Öko-Landwirtschaft und eine gesunde Lebensweise setzt. Ihr Gründer Keibo Oiwa würde Japan gern wieder auf dem 9. Rang unter den Weltwirtschaftsnationen sehen, wo es zuletzt in den 70er Jahren stand. Dem damals populär gewordenen Slogan "Japan Number One" setzt Keibo Owa heute die Maxime "Wachstumsrücknahme" entgegen. Ein Standpunkt, der seit dem Reaktorunfall von Fukushima immer mehr Befürworter in Nippon findet. So will etwa der Erfinder Yasuyuki Fujimura den Stromverbrauch senken. In seiner Werkstatt, er nennt sie am liebsten "Freizeitpark", zeigt er seine Attraktionen - alle garantiert "unplugged". Nachdem die japanische Regierung Beschränkungen des Energieverbrauchs eingeführt hat, hat sich die Zahl der Besucher in seinem "Park" in weniger als einem Jahr verdreifacht. Auch die "Slow-lifer" unter den Tokiotern haben ihre Pilgerstätte: Immer sonntags trifft man sich im "Cafe Slow" auf einen Fair-Trade-Bio-Kaffee und hört dazu Chill-out-Musik. 

(4): Koonda Holaa: Verrückt in und nach der Wüste
Teplice in Tschechien galt einmal als Industriestadt mit der dreckigsten Luft der ganzen Welt. Dort wurde Kamilsky 1969 geboren, und seit er denken konnte, wollte er nur eins: weg in den Westen. Er hat eine Ausbildung in klassischer Musik, schließt sich einer Punk-Band an und dreht irgendwann durch. Er kommt in eine psychiatrische Klinik, verbringt später zwei Jahre im Knast und reist anschließend zehn Jahre durch die Welt, bis er schließlich in der südkalifornischen Mojave-Wüste sesshaft wird. Nach mehreren musikalischen Kooperationen mit Mike Watt und Steve Mackay von den Stooges - die ihn übrigens für einen der größten lebenden Gitarristen halten - gründet er 1999 "Koonda Holaa and the Beetchees". Der Stil der Gruppe lebt von Folk-Rock-Einflüssen, aber auch von einem experimentellen Mix aus Musikclips, Pornografie und Mystik. 

(5): Theo Parrish: Man of the House
Theo Parrish macht seine ersten musikalischen Schritte in den 80ern auf den Sets der damals berühmtesten House-DJ's wie Larry Heard oder Lil' Louis. Der frühreife Theo schreibt sein erstes eigenes Stück bereits mit 13 Jahren und entwickelt den House-Stil in den 90er Jahren zum "Deep House" weiter, einer reduzierteren, smootheren, groovigeren Variante. Er verbrachte lange Zeit in Chicago und lebt heute in Detroit, einer anderen Kultstadt der Techno-Szene, wo er seine Karriere als DJ und Produzent mit dem eigenen Label "Sound Signature" fortsetzt.

Tracks
Samstag 25. Februar 2012 um 23.55 Uhr
Wiederholung am Dienstag 28. Februar um 05.00 Uhr und Freitag 2. März um 03.35 Uhr
(Frankreich, 2012, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 03-05-10
Letzte Änderung: 15-02-12

Ihre Meinungen

3 Kommentar(e)

Social Distortion | Ben

05.10.2011 - 22:50

freut sich auf Mike!!!!

Interpol | ichosehorses

16.02.2011 - 12:26

Das erste Interpol-Album ist nicht 'Antics' sondern 'Turn on the Bright Lights'. Für mich die von euch angesprochene Etablierung eines neuen Stils, der sich natürlich immer an Joy Division angelehnt hat.

Helloween | Keule

20.01.2011 - 20:03

Ich finde es gut das auch mal etwas Heavy-Metal im Fernsehen gezeigt wird und nicht immer nur der kram der in den Charts leuft. An die Leute von Tracks: Macht weiter so und vieleicht könnt ihr ja mal ein Speziall über Bands wie Iron Maiden, Manowar oder die schon oben genante Band Helloween machen denn wie Manowar schon sangen: Brothers of Metal will always be there.

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