Bis zum 29. Januar 2008 im Musée Galliera, 10 Avenue Pierre 1er de Serbie 75116 Paris
Kurze Haare, kniefreie Kleider, wild und unangepasst: Das Museum Galliera in Paris lässt die Goldenen Zwanziger wieder auferstehen.
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| © Patrimoine Lanvin / Sylvain Bardin |
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Die aktuelle Ausstellung im Museum Galliera ist den Goldenen Zwanzigern gewidmet. Die modischen Kreationen der großen Couturiers wie Poiret, Chanel oder Lanvin zeichnen auch ein Bild vom gesellschaftlichen und sozialen Wandel der Zeit. Sophie Grossiord, Chefkuratorin der Ausstellung, sagt dazu: „
Freiheit, Formen, Farben: Die Goldenen Zwanziger waren unglaublich modern, was manchmal leider ein wenig in Vergessenheit gerät.“
Rebellion lag in der Luft. Nachdem die Frauen sich im Ersten Weltkrieg in Männerberufen bewiesen hatten, forderten sie in den 1920er-Jahren mehr Rechte ein. Viele kämpften für die Erlangung des Wahlrechts, andere brachten ihre rebellische Haltung durch Kleidung und Stil zum Ausdruck. Das neue Schönheitsideal: eine androgyne Silhouette. Um die Brust optisch zu verkleinern, umwickelte man sie mit Binden. Die Frauen rauchten, tanzten Charleston und trugen Bubikopf. Und die Kleider kletterten bis über die Knie nach oben.
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| © Stéphane Piera / Galliera / Roger-Viollet |
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Schlank sein wurde zum großen Trend. Um einen wohlgeformten Körper zu erlangen, trieb man fleißig Sport. Schifahren war besonders à la mode, aber auch Golf, Tennis oder Schwimmen.
Die im Freien aktiven und dadurch gebräunten Frauen waren sehr um ihre Haut besorgt. Bourjois und Roger & Gallet brachten deshalb allerlei neue Pflegeprodukte auf den Markt: Tagescremes, Nachtcremes, Antifaltencremes. Parfums wurden in filigranen Kristallflakons angeboten, von denen viele die Handschrift René Laliques trugen. 1921 kreierte Coco Chanel ihr berühmtes Parfum No. 5. (Einige Flakons sind derzeit im Museum Galliera ausgestellt.)
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| © Patrimoine Lanvin / Sylvain Bardin |
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Den neuen Trends wurde 1925 die Weltausstellung „Arts Déco“ in Paris gewidmet, der die aktuelle Ausstellung im Museum Galliera ein Denkmal setzt. 44 Modeschöpfer stellten damals ihre Kreationen auf der Seinebrücke Alexandre III aus, und im Pavillon de l’Elégance konnte man die besonders erlesenen Stücke bewundern. Höhepunkte der aktuellen Ausstellung „Die Goldenen Zwanziger“ sind einige sehr wertvolle Modelle, darunter ein Kleid aus „Tausend und einer Nacht“ von Jeanne Lanvin. „
Man muss furchtbar aufpassen“, so Sophie Grossiord, „
da die Stoffe äußerst empfindlich sind. 80 % der ausgestellten Stücke wurden restauriert.“
Die Ausstellung ist ein wahres Fest für die Augen: golddurchwirkte Stoffe, Plisseekleider, Pelz und Seide. Gleichzeitig gibt sie auch einen Überblick über die kulturellen Einflüsse und Ereignisse der Zeit, die Mode- und Stilbewusstsein in den Zwanzigern wesentlich mitbestimmten: etwa die Entdeckung des Grabs von Tutanchamun in Ägypten im Jahr 1922, die russische Oktoberrevolution und ihr Einfluss auf die im Exil lebenden Sticker oder das exotische Indochina, das auf der Kolonialausstellung in Marseille 1922 gefeiert wurde. Zwar war der Begriff Globalisierung damals noch nicht erfunden, doch befand sich die ganze Welt im Rausch der „Roaring Twenties“.
Catherine GuigonIn Kooperation mit dem Magazin
