Wir bewegen uns durch eine Welt voll Radiowellen, die ausgesendet werden von Handys, drahtlosen Überwachungskameras, W-LAN-Informationsnetzen usw. Das ist das Arbeitsmaterial von Michelle Teran, die das Medienleben auf der Straße einfängt wie Georges Perec in seinem Buch das Leben der Bewohner eines Pariser Stadthauses.Video-Scanner fangen die Bilder von drahtlosen Überwachungskameras aus Geschäften und Gebäuden auf. Die Bilder werden aufgenommen und für alle auf der Straße sichtbar gemacht, wodurch neue Formen der Raumnutzung entstehen, öffentlicher und privater Raum werden vermischt, Sicherheitseinrichtungen auf den Kopf gestellt.
Das Projekt umfasst zwei Teile: eine Serie von Stadtwanderungen, die zur kollektiven Erarbeitung einer oder mehrerer Karten durch die Teilnehmer führen (und die dann auch online im Internet abgerufen werden können unter http://www.ubermatic.org/life/), aber auch performativere Ansätze wie beispielsweise 2003 beim Argos-Festival in Brüssel, wo Michelle Teran als Obdachlose einen Einkaufswagen durch die Straßen schob, in dem zwei Videoschirme Bilder zeigten, die sie mit einer zum Aufnahmegerät umgebauten Konservendose einfing.
Bei der Transmediale wird "Life: a user's manual" als dokumentarische Installation gezeigt, doch das Projekt bietet auch die Möglichkeit einer Stadtwanderung in Berlin am 4. Februar. Mit ihrem Videoscanner und Bildschirmen machen sich Michelle Teran und die anderen Teilnehmer auf, die Berliner Wellenwelt zu erkunden. "Life : A User's Manual" ist nominiert im Wettbewerb um den Preis der Transmediale.
Credit
Fotograf : Jonathan Gröger
Stadtwanderung
Die Stadtwanderung in Berlin findet am 04. februar statt.
>>"Life : A User's Manual" von Michelle Teran
>> Transmediale Award
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Kultur Digital
Festival
Transmediale.05
Februar 2005
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