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Europa hat gewählt

Europa hat gewählt - der "King of Drama" steht fest: The winner is... William Shakespeare!

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Europa hat gewählt

Europa hat gewählt - der "King of Drama" steht fest: The winner is... William Shakespeare!

Europa hat gewählt

Der größte europäische Dramatiker - 25/09/08

And the winner is... William Shakespeare!

Monatelang hat ARTE den größten europäischen Dramatiker gesucht. Tausende Europäer aus den verschiedensten Ländern beteiligten sich an der Abstimmung und unterstützten ihren Favoriten. Nun steht der - nicht ganz überraschende - Gewinner fest: William Shakespeare.

Die Platzierungen von 1-10:
1. Shakespeare
2. Schiller
3. Molière
4. Brecht
5. Goethe
6. Beckett
7. Sophokles
8. Sartre
9. Tschechow
10. Ibsen
William Shakespeare ist ein Gigant der Theatergeschichte. 38 Bühnenwerke hat er hinterlassen, die bis heute weltweit gespielt, adaptiert und verfilmt werden: „Ein Mittsommernachtstraum“, „Romeo und Julia“, „Othello“, „Wie es euch gefällt“ und natürlich „Hamlet“... „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“ - dieser Satz ist das wohl berühmteste Theaterzitat überhaupt. Shakespeares Helden tragen – das ist anders als im antiken Theater – ihre Konflikte nicht mit den Göttern, sondern mit sich selber aus. Sie sind Individuen voller Zweifel und Skrupel, keine Prototypen.
1564 wird William Shakespeare in der englischen Kleinstadt Stratford-upon-Avon als Sohn eines angesehenen Handschuhmachers und Ratsherrn geboren. Vermutlich hat William eine solide Schulausbildung genossen. Mit bereits 18 Jahren heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, zusammen haben sie drei Kinder. Spätestens um 1590 verlegt Shakespeare seinen Lebensmittelpunkt nach London. Obwohl er das Schreiben nicht an der Universität gelernt hat, macht der Junge vom Land bald von sich reden. Shakespeare wird Mitglied einer populären Schauspiel-Truppe. Als King's Men steht das Ensemble ab 1603 sogar direkt in Diensten des Königs Jakob I.

Durch und durch ein Bühnenmensch

Shakespeare ist durch und durch Bühnenmensch. Er ist Schauspieler und ein begehrter Stückeschreiber; später gehören ihm Anteile an Theatergruppen und –häusern (Globe und Blackfriars Theatre). Theater ist für ihn vor allem ein Geschäft: In erster Linie gilt es, das Haus voll zu kriegen. Seine Stücke lassen sich in vier Kategorien einteilen: Historien, Komödien, Tragödien und Romanzen. In den Historiendramen verhandelt Shakespeare Leben und Taten englischer Könige. „Richard III.“ etwa ist das Psychogramm eines skrupellosen Herrschers. Wie bei den anderen historischen Stücken bezieht sich Shakespeare auf überlieferte Chroniken, denen er fiktionale Elemente hinzufügt. In den Komödien – zum Beispiel „Wie es euch gefällt“ und „Was ihr wollt“ – sind häufig vertauschte Identitäten und die Macht des Scheins bestimmende Handlungselemente. In den Tragödien werden alle denkbaren menschlichen Abgründe thematisiert: Niemand ist sicher vor Mord, Intrige und Verrat. „Julius Caesar“, „König Lear“, „Othello“, „Romeo und Julia“, „Macbeth“: Ein literarisches Kabinett der Grausamkeiten. Die bekannteste der Romanzen ist „Der Sturm“, sie kann als Shakespeares Abschied von der Bühne gelesen werden: Prospero gibt in einem poetischen Schlussmonolog seine Zauberkräfte ab.
Was ich besonders an Shakespeare liebe, ist die Innerlichkeit. Für mich ist er der Meister darin.
- Marianne Faithfull

Etwa zu der Zeit, als „Der Sturm“ entsteht – um 1611 –, geht Shakespeare zurück nach Stratford-upon-Avon, wo er ein stattliches Haus gekauft hat. Er ist nun ein wohlhabender Mann, sein Lebenswerk ist vollbracht. Bis zu seinem Tode am 23. April 1616 kümmert er sich jedoch nicht um die Drucklegung seiner Bühnenstücke. Schauspielern aus seinem Umfeld ist es zu verdanken, dass die meisten der Werke von William Shakespeare überhaupt erhalten geblieben sind.
Immer wieder wird in Frage gestellt, dass William Shakespeare die ihm zugeordneten Stücke tatsächlich schrieb. Christopher Marlowe, Edward de Vere und Francis Bacon wurden als angebliche Autoren genannt. Oder es heißt, Shakespeare sei in Wahrheit der elisabethanische Diplomat Sir Henry Neville (1562 - 1615), der von seinen Freunden "Falstaff" genannt wurde.


Erstellt: 18-09-08
Letzte Änderung: 25-09-08