Der 1963 geborene Michael Landy gehört zu der Generation der so genannten Young British Artists. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern, die das Prinzip des Schocks als Präsentations- und Vermarktungsform gezielt eingesetzt haben, findet sich seine Radikalität nicht in der Oberfläche des Werkes, sondern in der ihm zugrunde liegenden Aktion, einer Grenzüberschreitung der besonderen Art.
Landy hinterfragt nicht nur den Wunsch nach materiellem Besitz, den die Konsumgesellschaft, und damit auch der Kunstmarkt, ins Zentrum aller Begierden stellt, sondern bricht mit seinem Experiments auch das Verhältnis von Identität und Besitz auf.
Immer wieder hat er sich mit Zerstörung als kreativem Prozess befasst. Mitte der neunziger Jahre ließ er für „Scrapheap Services", eine fiktive Reinigungsfirma, erst Chisenhale Gallery dann die Tate Gallery von einem Haufen Scherenschnitt-Figuren säubern. Zwei Jahre lang hat er aus dem Material aus Abfallsäcken auf dem Weg zum Recyclingcenter, aus Weißblechdosen, Verpackungsmaterial von Fast-Food-Ketten und Zigarettenschachteln Tausende von Scherenschnitt-Figuren angefertigt, die er dann von Reinigungskräften in absurden knallroten Ganzkörperanzügen zusammenkehren und entsorgen ließ.
2010 forderte er in London zur Verschrottung hunderter Kunstwerke in einem riesigen „Kunst-Mülleimer“ aufforderte. „Art Bin“ eine weitere spektakuläre Aktion des Briten. Zeitgenössische Kunst als Müll? „Art Bin" ist also eine Einladung an die Kunst zu einer strengeren Selbstprüfung und kommentiert zugleich ebenso unaffektiert wie augenfällig den Diskurs über Wert und Unwert zeitgenössischer Kunst. Sechs Wochen lang landete Kunst im Mülleimer, viele Kollegen Landys darunter Damien Hirst, Tracey Emin, Sir Peter Blake ließen Kunstwerke von Landy verschrotten.
Landys Werke waren bereits 1997 Teil der berühmten „Sensation“ Ausstellung in der Royal Academy, die aus der Sammlung von Charles Saatchi bestritten wurde. Sein eher subtiles ironisches Werk wurde lange überschattet von den Namen anderer teilnehmender Künstler, die durch offensichtlichere Provokation berühmt wurden wie beispielsweise Damien Hirst.
Mit Break Down sollte er schon für den Turner-Preis nominiert werden, scheiterte aber an einer Klausel, die verfügt, dass keine Kunstwerke anderer Künstler in das nominierte Kunstwerk involviert sein dürfen. Da Landy aber konsequenterweise in Break Down alles zerstörte was er besaß, also auch seine eigene Kunstsammlung, war die Nominierung dahin. Michael Landy gehört zu den wenigen Künstlern, die für Ihre Kunst auch den Künstlerischen Selbstmord riskierten.





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