Bevor ich Ihnen die aktuellen Empfehlungen kurz vorstelle noch der Hinweis auf unsere Jahresbestenliste. Sie erscheint diesmal schon vor Ende des Jahres, am 29. Dezember und enthält wie immer die Auswahl der Auswahl: die zehn besten Krimis des Jahres.
Vielleicht ist sogar einer der Titel unserer Dezemberliste darunter.
An erster Stelle finden Sie Rote Spur von Deon Meyer – super spannend, raffiniert, einfach Klasse.
Und das sind die Neuen:
Zeit des Zorns ...
ist die Antwort, die sich Don Winslow auf Tage der Toten gegeben hat. In seiner wilden Groteske konfrontiert er das schöne Leben, das man in Kalifornien führen könnte, mit den krassen Gebiets- und Machtansprüchen der mexikanischen Drogenmafia. Im Original heißt das 2010 erschienene Buch schön ambivalent Savages. Mit den Wilden sind natürlich die hemmungslos brutalen und gierigen Mafiosi gemeint, aber man könnte auch Ben, Chon und O aus dem reichen Laguna Beach so bezeichnen, als schöne, edle Wilde, wie es sie leider auch nicht mehr gibt. Platz 3.
Schneeschwestern ...
hat Matthias Wittekindt seinen Debütkrimi überschrieben. Eine Grundidee ist faszinierend: Ein Mann, der sich an einem Kind vergangen hat, bekämpft sein Triebschicksal – und wird zwangsläufig zum Verdächtigen, als ein junges Mädchen tot im Wald gefunden wird. Doch das ist nicht die einzige Erzählvariante, die Wittekindt erfindet. Platz 5
Schlangenkopf ...
ist Ulrich Ritzels Beitrag zum Politthriller. Mit leichter Hand und bösem Blick greift er ein ungesühntes Kriegsverbrechen auf, das kroatisches Militär in unrühmlicher Tradition an moslemischen Bosniern begangen hat. Der naheliegende Begriff Ustascha kommt auf 448 Seiten ein Mal vor – ein Zeichen von Dezenz und Eleganz. Dass die Deutschen in Gestalt etlicher Bundestagsabgeordneter und Geheimdienstler auch ihr Fett weg bekommen, ist klar. Platz 6Die Larve ...
ist der deutsche, etwas verwirrende Titel von Harry Holes jüngstem Abenteuer. In Norwegen ist es ebenfalls 2011 unter dem Titel Gjenferd erschienen, was soviel wie „Gespenst“ bedeutet. Nicht einem, sondern etlichen Phantomen jagt Harry hinterher in der Hoffnung, seinen drogensüchtigen Ziehsohn aus den Klauen der Justiz zu befreien, der er als Mörder eines anderen Junkies wunderbar passt. Jo Nesbø ist Jo Nesbø: Glatt, schnell, wendig geschrieben. Platz 9Für eine vertiefte Beschäftigung mit einzelnen Titeln verweise ich Sie gerne auf die Rezensionen, die Sie zu jedem Titel in der Bestenliste finden!
Viel Vergnügen!
Tobias Gohlis
Hamburg, den 30.11.2011






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