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Buch- und KrimiWelt

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Krimiautoren A-Z - 04/05/11

Peter Temple

Viele Jahre hat der 1946 in Südafrika geborene Peter Temple als Journalist gearbeitet. 1980 endgültig nach Australien übersiedelt, schreibt er seit 1996 Kriminalromane mit wachsendem Erfolg. In Australien wurde er mit sechs Ned-Kelly-Awards, dem Preis für den besten Kriminalroman, ausgezeichnet und damit häufiger als jeder andere Autor. Außerdem wurde 2006 „The Broken Shore“ (d: „Kalter August“)mit dem Colin Roderick Award für das beste Buch über Australien und dem Preis der australischen Verleger für den besten Roman ausgezeichnet.

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Rezension zu „Wahrheit“



  • Thomas Wörtche/Deutschlandradio Kultur 28.4.11

KrimiZEIT-Bestenliste April 2011

Melbourne. Um die australische Metropole herum wüten die Buschfeuer. Die City selbst bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat: scheußliche Morde, Bandenkriminalität, organisiertes Verbrechen an den Schnittstellen von Politik und Big Business, domestic violence, gewalttätigen Sexismus, Selbstjustiz durchgeknallter Cops, Korruption, extreme Brutalität, Folter, Mord und alle anderen unschönen Begleiterscheinungen urbanen Lebens.
Das Szenario, das Peter Temple in seinem Roman "Wahrheit" zeichnet, behandelt Melbourne und Australien als konkret gezeichneten, aber globalen Ort. Melbourne bietet, wie James Joyces Dublin von 1904, eine Art "Weltalltag" unserer Zeit.

Mitten drin Stephen Villani, der Leiter der Melbourner Mordkommission, dessen Aufgabe es sein sollte, Wahrheiten zu finden. Aber allein der Gedanke ist naiv, denn Polizeiarbeit ist eine hochpolitische Angelegenheit. Polizeiarbeit erfordert kommunizierbare Ergebnisse. Akzent auf "kommunizierbar". Diese Wahrheit hat Villani schon kapiert, zähneknirschend. Er möchte ein guter Polizist sein, wenn er schon ein schlechter Vater, Ehemann und Sohn ist. Seine privaten Probleme sind wirklich drängend, die Tochter auf Droge, Vaters Farm droht abzubrennen. Entscheidungen sind gefragt, für Larmoyanz bleibt kein Platz und für die Suche nach dem hehren Gut Wahrheit keine Zeit. Aber der gute Polizist möchte in der Hierarchie vorankommen und das geht, jetzt, mitten im australischen Wahlkampf, sowieso nur über politische Wege.

Und die haben mit Wahrheit nichts im Sinn.
Peter Temple schreibt ganz und gar meisterhaft eine lange Tradition des Polizeiromans fort. Die Polizei als Gesellschaft in der Gesellschaft und insofern als deren Miniaturmodell gehört zu den Motiven, mit denen sich die Kriminalliteratur spätestens seit Dashiell Hammett von der ideologischen Unterstellung freischrieb, es sei ihr irgendwie an der Wiederherstellung von Ordnung gelegen.
(Fast) alle Cop-Romane von Rang, seit Chester Himes Zeiten bis zu Joseph Wambaugh, Bob Leuci oder Derek Raymond, benutzen wie Temple die subversiven Möglichkeiten ihres Sujets, in sämtliche Winkel der Gesellschaft einzudringen, das Politische im Privaten und umgekehrt zu sehen und Ordnungsvorstellungen in Frage zu stellen.

Bei Temple, dessen Roman ungeheuer komplex ist, weil er die vielen Handlungsstränge und die Figuren mit knapper Lakonie und ohne großen Erklärungsaufwand miteinander agieren lässt, fällt die Diagnose besonders unromantisch, illusionsfrei und bitter-ironisch aus: "Wahrheit" ist vermutlich nur noch ein privater Luxus, an dem die Welt sicher nicht genesen wird.
Die ästhetische, die literarische Seite der Cop-Novel, die Temple ebenfalls meisterlich beherrscht, liegt in der Vielfalt der Perspektiven auf die Welt, die durch die vielen mitspielenden Figuren repräsentiert werden. Der böse Witz, die intelligenten, klischeefreien Dialoge, die schnellen Schnitte und Ortswechsel erzielen den Effekt des Urbanen und der totalen Präsenz im Hier und Jetzt. "Wahrheit" ist ein Roman auf der Höhe der Zeit und auf der Höhe der Entwicklung der Kriminalliteratur.

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  • Sylvia Staude/Frankfurter Rundschau 15.4. 2011

KrimiZEIT-Bestenliste April 2011


Auch Krimis sind nicht mehr das, was sie mal waren. Das schöne englische Wort "Whodunnit" - wer war´s? - lässt sich gerade auf die besten unter ihnen kaum noch anwenden. Der literarisch ambitionierte, moderne Krimi ist ein hochkomplexes Gebilde, voller Zeit- und Raumsprünge, Figuren und Handlungsstränge. Diese Bücher sind keine Halbschlaf-Lektüre, sie zahlen es ihrem Leser heim, wenn seine Aufmerksamkeit und sein Gedächtnis nachlassen.

Der 1946 in Südafrika geborene, in Australien lebende Peter Temple hat für seinen in dieser Liga spielenden Roman "Wahrheit" im vergangenen Jahr den wichtigsten australischen Literaturpreis, den Miles Franklin Award, erhalten, wie zuvor auch schon Patrick White, Tim Winton, Peter Carey. Die englischsprachige Welt hält ja Genrefragen sympathischerweise bereits seit längerem für unerheblich.

"Wahrheit" hat, bei aller manchmal schwindelerregenden Komplexität, eine deutliche Hauptfigur, den Ermittler Stephen Villani, Chef des Melbourner Morddezernats. Dass er ein desolates Familienleben hat, macht ihn zwar zum Kommissars-Durchschnitt, nicht aber, mit welcher Härte und Drastik man seine Fehlentscheidungen - oft aus seinem Blickwinkel - miterlebt: Die aus Feigheit zu lange verschobenen Telefonate, die Blindheit für die Befindlichkeiten der ihm Nächststehenden. Dass er als Kind schon auf jüngere Geschwister aufpassen musste, hat ihn "herrisch" gemacht, wie besonders auch seine Untergebenen finden. Die meisten haben ein wenig Angst vor ihm; Peter Temple lässt durchaus offen, ob Stephen Villani das nicht genießt.

"Wahrheit" ist ein vermutlich ziemlich präzises Abbild von Polizeiarbeit, was ihre Zynismen und ihre Gebundenheit an interne und externe politische Hierarchien betrifft. Man gibt Villani zu verstehen, dass er, je nach Ausgang der nächsten Wahl, durchaus noch aufsteigen könnte. Man gibt ihm auch zu verstehen, dass er seine Ermittlernase aber in gewisse Dinge besser nicht steckt. Man versucht, ihn zu manipulieren, man droht ihm auch mal ganz offen. Er wiederum zieht an Strippen und trickst, um sich in seiner Arbeit nicht allzu sehr kompromittieren zu müssen. Am Ende trägt er ein neues Rangabzeichen und fühlt sich "schwammartig": "Nichts als Wasser und Löcher."

Die Wörter fallen in einem Gespräch mit seinem Vorgänger. Ähnlich wie der unvergleichliche Richard Price ist Peter Temple ein Meister des realitätsgesättigten und dennoch kunstvollen Dialogs, mit ihm schafft er Atmosphäre und treibt die Handlung voran. Stadt- und Land-Landschaften werden sparsam aber effektiv evoziert. Das Australien von "Wahrheit" ist ein von Feuerwalzen heimgesuchtes, die Melbourner hören davon und von wechselnden Windrichtungen - welche Ortschaft ist jetzt bedroht? - in Radio und Fernsehen.

"Wahrheit" enthält durchaus genug Kriminalfälle, blutige dazu, und auch die sie betreffende Polizeiarbeit in vielen Verästelungen - aber es wird durch die Ermittlungen nicht, wie im traditionellen Kriminalroman, eine verlässliche gesellschaftliche Ordnung wiederhergestellt. Dieses Buch desillusioniert, es tut weh, es vermag aber auch zu rühren. Villanis Vater kämpft irgendwann mit seinen entfremdeten Söhnen um ein Stück Wald. Sie können es vor dem Feuer retten, immerhin.

 


  • Tobias Gohlis/DIE ZEIT 7.4.2011

KrimiZeit-Bestenliste April 2011


Als Peter Temple 2010 für seinen Kriminalroman  „Truth“  den wichtigsten australischen Literaturpreis, den Miles Franklin Award, erhielt, war das ein Kulturbruch. Ein Krimiautor in einer Reihe mit Patrick White und Peter Carey? Bis dahin undenkbar. Der britische Guardian fragte angeregt weiter: Könnten eine Ruth Rendell oder ein Ian Rankin jemals den Booker Prize bekommen? „ Das wird niemals geschehen“, beschied ein Juror. „Man schickt auch keinen Esel zum Grand National.“

Eine Pferderennen-Anspielung, die über Bande zurück zu „Wahrheit“ führt, wie Temples ausgezeichneter Roman auf Deutsch heißt. Wahrheit und ihre Aufdeckung kommen darin allerdings nicht vor. Die einzige Wahrheit, die Stephen Villani, Leiter der Mordkommission von Melbourne, je kennen und lieben gelernt hat, war ein Pferd, das beste Rennpferd, das sein Vater Bob je hatte, „eine fantastische kleine Schimmelstute namens Wahrheit, die (..) nie aufgab“. Doch die kleine Stute ist verstorben, und Villani hetzt von crime scene zu crime scene.

Die Kunstfertigkeit eines (Kriminal-) Romanautors erweist sich unter anderem in der Fähigkeit, seinem Publikum Geschehnisse aufzubürden, denen es im alltäglichen Leben großräumig ausweichen würde. Temple lässt seinen Lesern wie seinen Protagonisten keinen Raum zum Innehalten. Seine Prosa wirkt, als sei sie im Laufen diktiert, atemlos, nur das Wichtigste festgehalten, Kopfnotizen eines Todesermittlers, dessen Tag und Nacht nur von Essen, Schlafen und Anrufen strukturiert werden. Dem Leser wird vom ersten Satz an detektivische Aufmerksamkeit abverlangt, für Namen, Zusammenhänge, für die Bedeutung von Bemerkungen. Nichts ist Metapher oder Symbol, alles ist Fakt. Die nackte Leiche einer sehr jungen Prostituierten, die in einer gläsernen Badewanne liegt. Genickbruch beim Verkehr mit Männern, die das Luxushochhaus weder betreten noch verlassen haben können, denn die Supersicherheitsanlage hat keinen Hinweis auf ihre Existenz gespeichert. Ganz oben Luxus, ganz unten Drogenszene – Villani sind Status und Renommee gleich, auch die auf ihn einprasselnden Versuche von Polizei- und Politbossen, seine Ermittlungen für den laufenden Wahlkampf zu instrumentalisieren. Selbst den Drogentod seiner 15jährigen Tochter scheint Villani von der Agenda wischen zu können. Es ist die Berufswirklichkeit eines gehetzten Mannes, so brüchig, so flackerig, so dicht erzählt, als spräche die Realität selbst. Das ist Temples Kunst: die Kunstlosigkeit. Der Alltag, durch den Villani jagt, ist Australien 2010. Ein anderes gibt es nicht, nicht mal am Horizont mit seinen Sonnenauf- und Untergängen. Mordende Polizisten, mordende Manager, mordende Jugendliche, Drogen, Staub und Gestank. Temples Wahrheit ist Überschreibung der Sonnenseite: Australien ist dunkel.



Rezension zu „Kalter August“


Thomas Wörtche/Freitag

„Cashin dachte, dass es im Leben keinen festen Grund unter den Füßen gab. Nur verschieden dicke Krusten über dem Schlamm.“ Joe Cashin ist Polizist in Port Monro, einem Kaff an der Südwestküste Australiens, nicht weit von Melbourne entfernt. Dort war er früher einer der Stars der Mordkommission, bis er im Dienst schwer verwundet wurde. Jetzt versucht er in der Provinz, die auch seine Heimat ist, seelisch und körperlich zu genesen. Die Küste dort ist rau, schrundig, kaputt – „The Broken Shore“ heißt der Roman von Peter Temple, von dem wir hier reden, im Original. Bei uns heißt er „Kalter August“, was immerhin auf die entfernte Nachbarschaft der Antarktis hinweist, die das Klima und die Atmosphäre des Buchs vorgibt.
In seiner Funktion als Dorf-Polizist ist Cashin zunächst nur am Rande involviert, als ein reicher, alter Mann in seinem herrschaftlichen Anwesen ermordet wird. Ein klarer Fall von Raubmord, wie es auf den ersten Blick scheint. Und dieser erste Blick passt gewissen Kreisen gut ins politische Konzept, denn diesen Mord depravierten Aborigines anhängen zu können, würde viele Dinge schön unter der Decke halten. Cashin mischt sich ein, und bald schießen sie aus dem Boden, die ganz normalen Schweinereien: Blanker Rassismus, Korruption in der Polizei, widerwärtiger Missbrauch des Konzepts von privater Wohlfahrt und sozialem Engagement, politische Winkelzüge und schräge Geschäfte - ganz allgemein: Menschenverachtende Vorteilnahme allüberall.
Eine große Qualität des gebürtigen Südafrikaners Peter Temple, der „australischere“ Prosa schreibt als viele Australier (was in der Übersetzung natürlich nicht sichtbar werden kann, betrüblicherweise) besteht nun darin, die genannten Schweinereien als normales menschliches Sozialverhalten zu behandeln, sie also ganz deutlich nicht als sensationelle Pointen zu stilisieren. So tickt die Welt. Wir wissen das, Temple weiß das, seine Figuren wissen das. Es kömmt aber darauf an, daraus Literatur zu machen. Die wird dann einfach ganz von selbst zu Kriminalliteratur. Und zwar auf der Höhe der Zeit - Gegenwartsliteratur, wie sie sein soll.
Temple beschreibt extrem präzise ein wenig schickes Alltagsleben. Da ist für den gehobenen, kultivierten Geschmack nichts zu holen. Es geht um Handwerk, um Hausbau, um Kühe, Zäune, ganz normale Menschen und Hunde, ums Geldverdienen, um Polizisten, die sich wie Polizisten verhalten und denken und fühlen. Ums Überleben, um Glück und Unglück, um lauter solche wichtigen, aber unspektakulären Dinge. Selbst die zwei Rache-Mörder mit guten Gründen und schlimmer Veranlagung, die am Ende der Handlung auftauchen, stammen nicht aus dem Gruselkabinett des Psychopathen-Thriller à la mode, sondern sind elende, versaute und verkorkste Wichte. Auch die elegante Lady im Hintergrund ist veritabel krank, aber eben auch nur „banal“, wie Cashin beiläufig anmerkt. Täterin und Opfer gleichermaßen. Aber dieser Diskurs interessiert Temple weniger. Sein Erzählton, seine Perspektive, seine Lakonie und sein sehr spezifischer Witz befassen sich überhaupt nicht mit „Diskursen“ oder Themen oder Skandalen, sondern mit konkreten Umständen, mit deren Poesie, mit deren Schrecken, mit deren Uneindeutigkeiten, mit deren Offenheit und Kontingenz: „Cashin kam allmählich auf den Geschmack, was klassisches Piano betraf … Am allermeisten gefielen ihm die Pausen, die Lücken zwischen dem, was war, und dem, was noch kam.“
Was noch kommen wird, im Roman, unterliegt Temples meisterhafter Dramaturgie – das Buch fängt ganz anders an als es endet, es ist an keiner Stelle voraussehbar. Es überrascht, ohne zu Überraschungseffekten greifen zu müssen. Und am Ende merkt man, dass alles von Anfang an in nuce angelegt und vorhanden war. Die Spannungsdramaturgie orientiert sich niemals an irgendwelchen angeblich funktionierenden Regeln für suspense, sondern an Faser und Textur menschlichen Verhaltens, an der Dynamik der sozialen Interaktion und dem Geschick des Autors, all dies literarisch zu simulieren und ästhetisch zu arrangieren.
Mit Peter Temple, von dem es weitere sieben Romane gibt, ist ein großer australischer Autor zu entdecken. Ein großer Kriminalautor.



Rezensionen zu „Vergessene Schuld“:


Ekkehard Knörer/Perlentaucher

Peter Temple: Vergessene SchuldPeter Temple, in Südafrika geboren, in Australien zum mit Preisen überhäuften Autor geworden, wurde hierzulande erst in diesem Jahr, mit der Übersetzung seines jüngsten Romans "Kalter August" bekannt. Der Verlag hat sie im Hardcover veröffentlicht, eine Ehre, die nicht jedem "Debütanten" zuteil wird, in diesem Fall aber gerechtfertigt war. An Willen zum Stil mangelte es diesem Werk nämlich nicht, ganz im Gegenteil. Im Original las es sich eher wie Satz für Satz und Wendung für Wendung in schwarzen Stein oder gar Marmor ziseliert. Beeindruckend einerseits, aber wohl doch etwas zu viel des Guten zum anderen, weil sich bei der Lektüre auf Dauer das Gefühl einer hoch eleganten Starre einstellt.

"Vergessene Schuld" ist anders. Konventioneller, lebendiger, weniger schwarz und weniger marmorn und vielleicht nicht zuletzt deshalb ein großes Vergnügen. Es ist der Roman, mit dem Temple seinen Serienhelden in die Welt setzte: Jack Irish, durch die Folgen einer Rachebombe verwitwet, kein bisschen irisch, sondern jüdisch (von Reich zur Irish australisiert). Anwalt einst, aber nun nicht mehr. Dafür Geldeintreiber und gelegentlich auch Ermittler auf eigene Faust wie in diesem Fall. Es taucht einer aus dem Gefängnis und der Vergangenheit auf und behauptet, unschuldig verurteilt gewesen zu sein. Er saß, wie es scheint, nicht hinter dem Steuer des Autos, das einst eine manchem Mächtigen lästige Politaktivistin überfuhr. Dann aber sterben die an der mysteriösen Geschichte von einst mittel- oder unmittelbar Beteiligten wie die Fliegen und auch Irish und seiner neuen Liebe will recht bald jemand ans Leder.

Nebenbei ist Irish noch an ausgeklügelten Pferdewettmanövern beteiligt, auch diesem Teil seiner Existenz gilt des Autors liebevolle Aufmerksamkeit. Wie im richtigen Leben hat das eine nicht mit dem anderen zu tun und kommt nur in der alles andere als unsympathischen Figur des Jack Irish zusammen, der zum inneren Ausgleich gern tischlert, ansonsten eigensinnig ist, aber auch sein Leben liebt und irgendwann, als alles sehr brenzlig wird, nicht mehr weiter weiß. Irish ist ein Erbe der klassischen Hardboiled-Detektive und in seinen geistreich-frechen Dialogen kann sich Temple mit den besten des Genres messen. Das Genre selbst erneuert er damit nicht, aber er verpflanzt die Konventionen der Privatdetektivliteratur völlig überzeugend auf den australischen Kontinent. Fünf Romane um Irish hat Temple bisher geschrieben, der Verlag wird sie vermutlich in chronologischer Folge nach und nach veröffentlichen. Auch die Entwicklung des Autors vom flotten Genre-Profi zum ambitionierten Großepiker wird spannend zu verfolgen sein.



Die wichtigsten Links:


Erstellt: 23-02-07
Letzte Änderung: 04-05-11