
Julian Cope: Krautrocksampler
Editions de l’Eclat, 2008
Dieses Buch ist ein Muss für jeden Liebhaber des „Krautrocks“.
Der Autor selbst ist Musiker, er spielte unter anderem in der Band „Teardrop Explodes“ später begann er eine Solo-Karriere. Sein Buch versteht er als „One head’s guide to the Große Kosmische Musik“. Er legt mit „Krautrocksampler“ eine sehr gelungene Aufarbeitung der Krautrockgeschichte vor.
So beginnt er das Buch mit einem Abriss über die Entstehungsgeschichte der deutschen Musikszene der 70er Jahre, und geht dann dezidiert auf verschiedene Bands wie Tangerine Dream,Can, Amon Düül etc. ein.
Im Anhang stellt Cope noch seine persönliche Top 50 des „Krautrock“ dar, besonders interessant sind die farbig abgedruckten Cover. Die subjektive Auswahl kann sicher kritisch gesehen werden, allerdings hat Cope unbestritten mit diesem Buch das Revival des „Krautrocks“ Mitte der 90er Jahre ausgelöst.
Alles in allem ist es eine sehr gute Minihistorie der deutschen Nachkriegsmusik, erschienen in Deutsch und in Französisch, die bei einem Preis von 15€ unbedingt in die Bibliothek eines Krautrockfans gehört. Das englische Original ist leider vergriffen und wird nur noch vereinzelt zu Preisen von über 200€ angeboten.

Jean-Jacques Kravetz:Meine 40 Jahre in der deutschen Rockmusik
Palmyra Verlag, 2008
Musik ist Leidenschaft und Berufung für ihn: Seit mehr als 40 Jahren steht Jean-Jaques Kravetz als Keyboarder, Komponist und Produzent zahlreichen deutschen Musikstars zu Seite. Geboren in Paris, spielte er zunächst für Michel Polnareff, 1967 dann kam er nach Deutschland.
Zu seinem 60. Geburtstag erscheint seine Autobiographie, die sehr persönlich und stets unterhaltsam die bewegte Geschichte des Musikers erzählt.
Eine Besonderheit des Buches sind die von Udo Lindenberg exklusiv gemalten farbigen „Likörelle“, die sehr zum Unterhaltungswert des Buches beitragen.
Marius Müller-Westerhagen schreibt über das Buch: „ Die Erinnerungen von Jean-Jaques Kravetz sind voller Zärtlichkeit, Respekt, Menschenliebe und gespickt mit jeder Menge Humor. Es ist gut, dass auch mal eine Autobiographie erscheint von jemandem, der nicht auf der Bühne ganz vorne steht, der aber denen, die den meisten Applaus einheimsen, unverzichtbar ist.“
Das Buch stellt eine sehr gute Ergänzung zu Cope dar, da es den Schwerpunkt auf Gruppen legt, die von Cope ausblendet werden.

Henning Dedekind:Krautrock- Underground, LSD und kosmische Kuriere
Hannibal 2008
Der Musikjournalist und Autor Henning Dedekind, Jahrgang 1968, liefert mit „Krautrock“ ein Buch, das nicht nur eine Phase deutscher Musikgeschichte beschreibt, sondern auch die gesellschaftlichen Zustände der Zeit und die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert.
Dedekind analysiert das Phänomen „Krautrock mit großer Gewissenhaftigkeit, beleuchtet die Gründe für die Entstehung der Musik, skizziert die unterschiedlichen Strömungen wie Polit-Rock, Elektronik-Experimente, Weltmusikversuche oder Jazz-Rock-Ideen und setzt sie in den Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen.
Dedekind selbst schreibt: „Ich wollte kein lexikalisches Werk über die Zeit, in der einzelne Bands wie in einem Rocklexikon beschrieben werden“.
So läßt Dedekind verschiedene Menschen/ Musiker zu den einzelnen Themenbereichen (z.B. Drogenerfahrungen als kreativer Treibstoff) selbst zu Wort kommen und stellt zudem wichtige Fragen: Wie bewerten die Musiker der Ära ihr Schaffen selbst? Welche Ereignisse und Erfahrungen, welche Musik haben sie geprägt? Was ist heute von der Krautrock-Revolution geblieben?
Am Ende sucht der Autor nach Gründen für das Verschwinden des „Krautrocks“ und lässt zu der Frage „Was bleibt?“ in einem Epilog die Musiker und Protagonisten selbst ein Resümee ziehen.

Eric Deshayes:Au- delà du Rock – la vague planante, électronique et expérimentale allemande des années soixante-dix
Le Mot et le reste, 2007
Eric Deshayes ist der Gründer der französischen Internetseite „Néosphères“, die dem Rock und aktueller Musik gewidmet ist. In seinem Buch „Au- delà du Rock“ bietet er dem Leser einen Überblick über die bewegte Zeit der 70er. Er stellt den historischen Kontext dar und geht dann genauer auf die Musiker und Gruppen dieser Zeit ein.
Der letzte Teil des Buches ist den Hintermännern der Musikszene gewidmet, den Produzenten und Managern, Toningenieuren und auch Komponisten wie zum Beispiel Karlheinz Stockhausen. Im Ansatz ähnelt es Cope, allerdings geht Deshayes auch darauf ein, was aus den Gruppen wurde und beschreibt deren Aktivitäten bis heute.
Das Buch gibt also einen sehr kompletten Überblick über die Zeit des „Krautrocks“.
Leider ist es noch nicht auf Deutsch erschienen.
… und außerdem:
Für die erste Faust-LP „So far“ wird heute mehr als 200€ gezahlt. Ein astronomischer Preis, der für Originalplatten jedoch nicht unüblich ist – der Cosmic Price Guide (von Ulrich Klatte, cpg Verlag) verrät, wieviel die einzelnen Scheiben wirklich wert sind.
Das Buch Kraftwerk: Man, Machine and Music von Pascal Bussy (Camion Blanc , 1996), erzählt die außergewöhnliche Geschichte dieser Band. Es enthält auch eine umfangreiche Discographie.
Dominique Roux: „Klaus Schulze - Un saut dans l’inconnu“ (Cosmic Cagibi, 2ème édition, 2008) dieses Buch führt auf eine Entdeckungsreise in das Leben von Klaus Schulze, es ist bisher leider nur auf Französisch erschienen.
Die Bücher Amon Düül, Tanz der Lemminge: Anfänge deutscher Rockmusik in der Protestbewegung, und Ton, Steine, Scherben sind leider vergriffen, wobei letzteres im Herbst 2008 wieder aufgelegt wird.
Das Buch, Der Pate des Krautrock von Gerhard Augstein musste aufgrund eines Rechtsstreits zwischen Autor und Band leider vernichtet werden. von Leona Böhm und Charlotte Richter-Kiewning






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