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13/12/02

Künstler der Avantgarde

KÜNSTLER DER AVANTGARDE
Ausstellung "Paris-Pékin", Oktober 2002
Unser Partner : Chinese Century

FENG MENGBO
Long march to game over
1994, Oil on canvas
88x100cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)





Feng Mengbo
wurde 1966 in Peking geboren, wo er auch heute lebt. Seine ästhetische Strategie besteht darin, die Welt des chinesischen Kommunismus und die Kulturrevolution zu einem technologischen Video-Game zu verfremden, scherzhaft-ironisch, mit gemalten Bildern, Softwareprogrammen und Videosequenzen.
Feng beschäftigt sich mittlerweile vornehmlich mit Internet-Projekten. Seine jüngste Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Dia Center und der Multimedia-Fakultät der Universität Chicago. User in aller Welt sind eingeladen, sein Video-Game online aufzurufen und als virtuelle Gegner gegen ihn anzutreten. Dieses Projekt wird im Juni auf der Kasseler Documenta vorgestellt werden.
Mehr Info : paris-pekin.net

WANG QINGSONG
Another Battle N°6
2001, Digital photography
180x120 cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)




















Als wichtigster Vertreter der “Gaudy Art”, einer dem westlichen „Kitsch“ nahe stehenden, aber stark von chinesischen Kulturtraditionen geprägten Kunstbewegung, wie sie der Kritiker Li Xianting beschreibt, ist Wang Qingsong ein typischer Repräsentant dieser neuen Künstlergeneration, die von zeitgenössischen Künstlern wie Pierre et Gilles beeinflusst ist, die sich selbst als Akteure in Retortenwelten und Arrangements der Popkultur in Szene setzen.

In „Another Battle N°6: Fighting against the Macdonaldization of Art” sehen wir den Künstler selbst inmitten einer Truppe von Soldaten, die sich an die Erstürmung eines Hügels machen. Die Erinnerung an die Bilderwelt des zweiten Weltkrieges heraufbeschwörend, an die Einnahme des Mount Suribachi bei Iwojima in Japan am 23. Februar 1945 durch die amerikanischen Marines, dreht Wang mit “Another Battle…” den Spieß um, indem er das McDonald’s-Logo an die Stelle der auf dem Hügel gehissten US-Flagge setzt.
Mehr Info: paris-pekin.net

HE AN
Rape girl
2001, Photography
120x150 cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)









Der junge Künstler (geb. 1971) bedient sich der Fotografie und in jüngerer Zeit auch der Bildhauerei als Ausdrucksmittel. He An arbeitet wenig und gibt seine Werke erst nach einer langen Phase des intensiven Überdenkens und Bearbeitens dem Blick der Öffentlichkeit preis. Er selbst lebt in ärmlichen Verhältnissen und fühlt sich daher den Ausgeschlossenen der Gesellschaft nahe, seine Kreationen sind ironisch, subversiv, sozialkritisch – ausdrucksstarke Bilder, jedes wie ein Faustschlag in den Magen.

Sein “Rape girl” nimmt sich des Themas der neuen Technologien an. Eine virtuelle Kreatur, aseptisch wie ein Klon, halb Roboter, halb Alien, vergewaltigt eine zitternde junge Frau. Ein Blick aus der Sicht der Ausgegrenzten, der Opfer, der den Schrecken und die Angst spürbar macht, die uns angesichts einer technologisierten, sich rasend schnell entwickelnden, globalisierten Welt verstören und verletzen.
Mehr info : paris-pekin.net

WANG GUANGYI
Visa Dog Shar Pei

1998, Oil on canvas
150x150 cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)











Man kann die Bedeutung Wang Guangyis für die Entwicklung der zeitgenössischen chinesischen Kunst gar nicht genug hervorheben. Er wurde 1956 in Harbin in der Provinz Heilongjiang geboren und machte 1984 seinen Abschluss in Malerei an der Akademie der Schönen Künste von Zhejiang. Heute gilt er als der führende Vertreter der chinesischen „Political Pop Art”.

Unmittelbar inspiriert von den epischen Monumentalgemälden der Kulturrevolution kontrastiert Wang Guangyi die Darstellungen von Arbeitern und Bauern in den heroischen Posen der kommunistischen Propaganda mit den Logos von Markenprodukten der westlichen Welt: Coca-Cola, Marlboro, Cartier, Audi…
In seiner Serie „Visa”, zeigt Wang Guangyi mit versteckter Ironie die Probleme im Umgang mit der chinesischen Administration, so etwa die Schwierigkeiten eines Künstlers, einen Pass oder ein Visum für eine Auslandsreise zu bekommen (mittlerweile ist dies einfacher geworden).
Um 1995 herum entdeckten im übrigen zahlreiche Pekinger Künstler ihre Passion für Rassehunde. Bücher über die Anatomie des Hundes machten die Runde. Auch in den Arbeiten von LiuWei, Zeng Fanzhi und Zhou Chunya tauchen immer wieder Hunde auf.
Mehr info : paris-pekin.net

QIU ZHIJIE
Tattoo II
1996, Photography
180 x 165 cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)











Qiu Zhijie lebt und arbeitet in Peking.
Als Fotograf und produktiver Videofilmer ist Qiu Zhijie in der internationalen Kunstszene ein sehr gefragter Mann. Der begeisterte Anhänger der traditionellen Philosophie filmt Alltagsszenen, die die Fragilität und Zügellosigkeit der Welt um ihn herum zeigen.

In seiner Fotografie "Tattoo II" sieht man ein rotes Schriftzeichen mitten auf seiner Brust, das sich über den Mund legt. Es bedeutet: „Nein, Du sollst nicht“. Dieses Bild, ausdrucksstark wie eine Ikone, ist unzählige Male reproduziert worden. Es ist das Symbol einer Künstlergeneration in China, die um ihre Existenz kämpft.
Mehr info : paris-pekin.net

ZHANG XIAOGANG
Bloodline Family
1995, Oil on canvas
100 x 130 cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)



Zhang Xiaogang wurde 1958 in Kunming in der Provinz Yunnan geboren.
1999 siedelt er nach Peking über, wo er seither lebt. Ursprünglich dem Surrealismus und der Welt der Geister zugetan, wandte Zhang sich ab 1993 mehr der Porträtmalerei zu. Zunächst sind es verzerrte, deformierte Gesichter, dann ab 1994 starre, leere Blicke, die sich auf den Betrachter seiner Werke richten.

Seine Arbeiten wurden seit der Biennale von Venedig 1993 in vielen Museen gezeigt. Die Porträts der Reihe „Bloodline” wurden im wahrsten Sinne des Wortes zum Gesicht der zeitgenössischen chinesischen Kunst auf der internationalen Szene.
Mehr Info : paris-pekin.net

RONG RONG
East Village Beijing N°19
1994, Photography
150 x 100 cm
(Coll.Guy & Myriam Ullens)





















Zwischen 1994 und 1996 fand sich in einem Randbezirk Pekings, einem „East Village“ genannten Stadtviertel mit praktisch unzumutbaren Wohnverhältnissen aber bezahlbaren Mieten, ein informeller Kreis von Künstlern zusammen. Darunter Randfiguren der Kunstszene, wie etwa die Performance-Artisten Ma Liuming, Zhang Huan oder Zhu Ming, zu einer Zeit, da Performance noch etwas völlig Neues in China war, von dem kein Künstler leben konnte.

Die von Rong Rong gemachten Aufnahmen der Performance-Aktionen der damaligen Zeit – von denen einige, z.B. „12 square meters”, schon als historische Dokumente der Entwicklungsgeschichte der modernen chinesischen Kunst gelten dürfen – sind teilweise die einzigen erhaltenen Belege dieser Kunst-Events.
Teils als neutraler Augenzeuge der von ihm abgelichteten Performances, teils als selbst eingreifender Regisseur der von ihm kreierten Fotokompositionen – wie bei „Metal Box“ oder den bemerkenswerten Fotografien der Lebensgemeinschaft von Zhang Huan und Ma Liuming – präsentiert Rong Rong uns hier einige wunderschöne Fotoarbeiten, sehr kontrastreich, subtil und mit perfektem Korn.
Mehr Info : paris-pekin.net

Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 13-12-02