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Samstag, 23. Januar 2010 - 27/01/10

Konzert aus dem Kanliningrader Dom

Das MDR Sinfonieorchster spielt Werke von Bach und Saint-Saëns im Königsberger Dom in Kaliningrad, dem Wahrzeichen der faszinierenden Stadt im Wandel.

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Der Dom im ehemaligen Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, ist ein im Stil der Backsteingotik errichtetes Baudenkmal. Er gilt als das bedeutendste historische Bauwerk der ansonsten nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und den nachfolgenden großflächigen Abrissen "modern" wiederaufgebauten Stadt. Auf dem Gelände des mittelalterlichen Königsbergs existiert oberirdisch kein anderes Gebäude aus der Ordenszeit oder aus anderen Epochen mehr.

Nach Untersuchung der Ruine, Auftreiben alter Baupläne, Fotografien und Zeichnungen des Doms wurde 1993 mit Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten begonnen. Das Konzert des MDR-Sinfonieorchesters unter Leitung seines Chefdirigenten Jun Märkl wird das erste Gastspiel eines internationalen Orchesters im wieder aufgebauten Dom sein. Als Solist wird der junge russische Domorganist Artem Chatschaturow zu erleben sein. Hochrangige Persönlichkeiten aus dem politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens Russlands und Deutschlands werden daran teilnehmen.

Höhepunkt des Abends wird die grandiose Orgelsinfonie des Franzosen Camille Saint-Saëns sein.

Programm:
Bach: Ouvertüre und Air aus der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur, BWV 1068
Bach: Präludium und Fuge C-Dur, BWV 547
Bach/Stokowski: Toccata und Fuge d-Moll, BWV 565
Saint-Saens: Sinfonie Nr. 3 für Orgel und Orchester c-Moll, op.78

ARTE Live Web zeigt ab Donnerstag, 28. Januar 2010, die Sinfonie Nr. 3 von Camille Saint-Saens im Streaming; die drei Werke von Bach werden auf der Website des MDR als Streaming abrufbar sein:
mdr.de/kaliningrad


Biografien:

Jun Märkl

Jun Märkl ist seit der Saison 2007/08 Chefdirigent des MDR SINFONIEORCHESTERS und gleichzeitig seit 2005 Musikdirektor des Orchestre National de Lyon. In der Herkunft seiner Eltern (der Vater stammt aus Deutschland, die Mutter aus Japan) liegen die Wurzeln seines Selbstverständnisses als Vermittler zwischen den verschiedenen Kulturen. 1959 geboren, studierte Jun Märkl an der Musikhochschule Hannover Klavier, Violine und Orchesterleitung. Nach dem Diplom ging er zunächst nach München und dann an die University of Michigan, wo er seine Studien bei Sergiu Celibidache und Gustav Meier fortsetzte. 1986 gewann Jun Märkl den Dirigentenwettbewerb des Deutschen Musikrates. Im folgenden Jahr erhielt er ein Stipendium des Boston Symphony Orchestra, um bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa in Tanglewood zu studieren. Nach Engagements an Theatern in Luzern, Bern und Darmstadt war er bis 1994 musikalischer Leiter des Saarländischen Staatstheaters in Saarbrücken, danach bis 2000 als Operndirektor und Generalmusikdirektor am Nationaltheater Mannheim tätig.

Sein erfolgreiches Debüt an der Wiener Staatsoper mit Tosca verhalf ihm zu internationalem Ansehen. Seither dirigiert Jun Märkl führende Orchester und an renommierten Opernhäusern in Europa, Asien und Amerika, so Wagners Götterdämmerung im Londoner Royal Opera House Covent Garden, Verdis Il Trovatore und La Traviata an der New Yorker Metropolitan Opera sowie Wagners Ring des Nibelungen am New National Theatre Tokyo. In den letzten Jahren arbeitete er u. a. mit dem Orchestre de Paris und dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem City of Birmingham und dem Rotterdam Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern, den Rundfunksinfonieorchestern in Hamburg, Stuttgart, Berlin, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo sowie den Sinfonieorchestern von Chicago, Boston, Saint Louis, Dallas, Detroit, Philadelphia, Montreal, Melbourne und Stockholm. Zahlreiche CD-Einspielungen, u.a. mit Werken von Robert Schumann und Claude Debussy, produzierte er für Labels wie EXTON Records, EMI, Capriccio, Altus und Naxos.

Eine seiner Hauptaufgaben sieht Jun Märkl in der Vermittlung des deutschen Musikerbes im Ausland, speziell in Japan und Südafrika. In Johannesburg leistet er seit 2004 mit viel persönlichem Engagement »musikalische Hilfe« beim künstlerischen Aufbau des dortigen Orchesters; dabei sieht er die Entwicklung eines sinfonischen Klangkörpers als Beispiel für allgemein positive gesellschaftliche Entwicklungen.

Projekte für junge Leute liegen Jun Märkl besonders am Herzen. Im vergangenen Jahr leitete er das von jugendlichen Musikern aus 40 Ländern gebildete Orchester des Pacific Music Festival in Sapporo. Mit dem MDR SINFONIEORCHESTER und dem Jugendsinfonieorchester Leipzig gestaltete er eine vielbeachtete Aufführung von Gustav Holsts Planeten. Probenbesuche, Schülerkonzerte und die Beteiligung am neuen Schulprojekt »Clara« der MDR KLANGKÖRPER ergänzen sein Engagement auf diesem Gebiet.

MDR-Sinfonieorchester

Das älteste Radio-Orchester Deutschlands präsentiert sich heute als eines der lebendigsten und innovativsten Ensembles seiner Art in Europa. Neben der alltäglichen Präsenz im Hörfunk und im Fernsehen stellt sich das Orchester nicht nur der Herausforderung, perfekte Aufnahmen zu produzieren. Das Ensemble hält auch mit einer Vielzahl von Konzerten sowie Kinder- und Jugendprojekten engen Kontakt zu Jung und Alt, wodurch es gelingt, immer wieder neues Publikum für Musik zu begeistern.

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die Heimat des Sinfonieorchesters, gehört zu den wenigen Regionen weltweit, deren Musiklandschaft über Jahrhunderte hinweg durch zahlreiche berühmte Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Robert Schumann, Franz Liszt oder Kurt Weill geprägt wurden. Durch das MDR Sinfonieorchester wird diese reiche Tradition in einem Repertoire gepflegt und weitergeführt, das auch neueste Musik mit einbezieht und genre-übergreifende Experimente wie die Dresden Soul Symphony oder ein Projekt für DJ und Orchester ermöglicht. Über die Europäische Rundfunkunion (EBU/UER), auf zahlreichen (auch preisgekrönten) Tonträgern als auch während Tourneereisen und Gastspielen weltweit zu hören, übernimmt das Orchester die Funktion als musikalischer Botschafter Mitteldeutschlands. Es war zu Gast in allen wichtigen Musikzentren, so in Salzburg und Wien (Musikverein), in Rom und im Vatikan, in Polen mit Warschau und Krakau, in Prag (Rudolfinum), Rotterdam, Amsterdam (Concertgebouw), Luzern, Spanien, Kuba, Japan und in China (Shanghai).

Chefdirigent ist seit der Spielzeit 2007/2008 Jun Märkl. Er hat damit die Nachfolge einer illustren Reihe von Persönlichkeiten wie Hermann Abendroth, Herbert Kegel, Wolf-Dieter Hauschild oder Fabio Luisi angetreten. Erfolgreich zusammenarbeitet hat das Orchester in seiner langen Geschichte außerdem mit Dirigenten wie Ernst Krenek, Franz Konwitschny, Gerd Albrecht, Kristjan Järvi, Krzysztof Penderecki, Kurt Masur, Marcello Viotti, Marek Janowski, Mariss Jansons, Neeme Järvi, Peter Maxwell Davies, Serge Baudo, Andrew Litton, Ton Koopman, Vaclav Neumann und Zdenek Macal.

Artjom Chatschaturow, Organist

Der 26-jährige Domorganist zog im Sommer 2007 von Moskau nach Kaliningrad, um dem wiederaufgebautem Dom und dessen 2008 fertiggestellten Orgel, Leben und Musik einzuhauchen. Geboren wurde Artjom Chatschaturow am 10. Juli 1983 in der Stadt Balschicha im Moskauer Gebiet. Diplom und Studium in Klavier und Orgel absolvierte er an der Akademischen Musikfachschule am Moskauer Staatlichen Konservatorium, in den Fächern Klavier (der Klasse von der Professorin Zhukova O.M.) und Orgel (bei Semjonova G.W.). Er schloss mit dem „Roten“ Diplom – Diplom mit Auszeichnung – ab. 2002 nahm Artjom Chatschaturow am Moskauer Staatlichen Tschaikowski-Konservatorium das Studium in den Fächern Klavier sowie Orgel auf, welches er 2007 ebenfalls mit Auszeichnung abschloss. Artjom Chatschaturow ist Preisträger des I. und des II. Moskauer Internationalen Orgelfestivals, er belegte Meisterklassen für Orgel bei Gunther Rost (Deutschland), Jörg-Hannes Hahn (Deutschland) sowie Jean Guillou (Frankreich).

Erstellt: 15-01-10
Letzte Änderung: 27-01-10