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was mir fehlt 2

Sie sind Algerier, Türken, Polen, Senegalesen oder Libanesen… und sie sind nach Frankreich oder Deutschland gekommen um dort zu arbeiten und zu leben. Jeder von ihnen stellt uns die Dinge vor, die ihm aus seiner Heimat fehlen…

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was mir fehlt 2

Sie sind Algerier, Türken, Polen, Senegalesen oder Libanesen… und sie sind nach Frankreich oder Deutschland gekommen um dort zu arbeiten und zu leben. Jeder (...)

was mir fehlt 2

20/02/08

Konzept

Was mir fehlt


eine Portraitreihe von Claire Doutriaux; in Deutschland von Jan Peters und Markus Seitz gefilmt, in Frankreich von Stefanie Rieke und Conce Codina.

50 x 1 Minute

Was mir fehlt ist eine Reihe von durch und durch europäischen Fernsehstücken.

Diese einminütigen Stücke werden täglich von Montag bis Sonntag um 20 Uhr 40 im Rahmen des europäischen Programms auf ARTE ab den 10 März 2007 ausgestrahlt.

Ein Mann oder eine Frau vor der Kamera. Die Person sitzt an einem Tisch. Sie schaut in die Kamera.

Alle haben eines gemeinsam: Sie sind Europäer, doch sie haben sich entschieden, in einem anderen europäischen Land zu leben.

Sie präsentieren uns die zwei, drei Dinge, auf die sie in ihrer Wahlheimat schwer verzichten können und die sie sich aus ihrer Heimat mitbringen, wenn sie dort hinfahren.


Einige Beispiele:

Die Person stellt sich vor: « Ich heiße John Kirby, ich komme aus Irland und wohne seit 36 Jahren in Deutschland… »

Jeder spricht in seiner Muttersprache: John Kirby spricht englisch, Io spricht griechisch, Mario portugiesisch, Ilona polnisch usw.

John Kirby spricht weiter:

« Es gibt etwas, das mir hier in Berlin fehlt : das perfekte Bierglas ». Jetzt nimmt er eines in die Hand und führt es uns vor. Er wendet sich direkt an uns, hält das Glas hoch und zeigt uns die kleine Ausbuchtung am Glas, die für einen perfekten Halt sorgt.

Perfect.

Als John die Worte « the perfect beer glass » ausspricht, werden diese in Handschrift auf den Bildhintergrund geschrieben.

John hat jetzt sein Glas hingestellt, die Sequenz hat ungefähr eine Minute gedauert.

Ein weiteres Beispiel: 
Nun spricht Airi, eine 73jährige Finnin, die seit über 20 Jahren in Frankreich lebt. Sie stellt uns auf finnisch die drei Gegenstände vor, die ihr in Frankreich fehlen und die sich aus ihrem Heimatland mitbringt. Für Airi sind das ein kleiner Holzkasten, in dem man rote Beete schneiden kann, ohne sich die Hände schmutzig zu machen,
gebündelte Birkenzweige, mit denen man sich in der Sauna schlägt, und Kardamom, denn der ist wirklich « in Finnland sehr viel würziger und feiner ».

Nach Airi sehen wir Diletta aus Italien, Pierre aus Frankreich, Bernhard aus Österreich usw, usw. Fünfzig Personen, die alle ihr Geburtsland verlassen haben (es ist immer ein europäisches Land), um sich in Frankreich oder Deutschland niederzulassen.

Alle stellen uns ein, zwei oder drei Dinge vor, die ihnen fehlen: « Was mir fehlt ».

Die Einstellungen dauern zwischen 55 Sekunden und einer Minute 15 Sekunden, manchmal etwas länger.

Sie wenden sich direkt an uns.

Alle sprechen in ihrer Muttersprache. Das französische Voice-Over für Frankreich und das deutsche Voice-Over für Deutschland sind auf eine Art und Weise gesprochen und bearbeitet, dass der O-Ton im Hintergrund gut wahrnehmbar bleibt.

Diese 50 Stücke zeigen Europa in all seinen Facetten: die verschiedenen Sprachen, Kulturen, das Leben. Darüberhinaus sind sie eine Portraitgalerie.

Es ist ein fröhliches, spielerisches, lebendiges Programm, auch wenn manche Aufnahmen von einer gewissen Wehmut zeugen. (Wenn eine Person sagt, dass sie diesen oder jenen Gegenstand vermisst, hört man dahinter unweigerlich auch, dass sie ihre Heimat vermisst: « das Land, das ihr fehlt. »)

Was mir fehlt ist nicht anekdotisch. Denn die Gegenstände fehlen denen, die sie uns vorstellen, wahrhaftig. Sie sind Ausdruck der Vielfalt unserer Alltagskulturen und Bräuche. Man kommt nicht um sie herum: diese Kleinigkeiten machen unser Leben aus, unseren Alltag, unseren Reichtum, unsere Unterschiede. Und sie widersetzen sich unbeirrt der Globalisierung. « Was mir fehlt » sind die Facetten eines gelebten Europa.

Diese 50 Stücke sind im Rahmen des Atelier de Recherche d’Arte France produziert worden. Unter meiner Anleitung haben vier Filmemacher - Jan Peters und Markus Seitz in Deutschland, Stefanie Rieke und Conce Codina in Frankreich – nach präzisen Auflagen gefilmt, die dazu dienten, das Ganze formal zu vereinheitlichen.

Erstellt: 20-02-08
Letzte Änderung: 20-02-08


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