Der Trailer zum Film (Real Video)Kritik: Kong que/ Peacock ist das Regiedebüt des erfolgreichen Kameramannes Gu Changwei und der einzige chinesische Wettbewerbsbeitrag der diesjährigen Berlinale. Auf der Pekinger Filmhochschule lernte Gu Changwei Zhang Yimou und Chen Kaige und drehte mit ihnen Filme, die das chinesische Kino revolutionierten, wie etwa Rotes Kornfeld (1987). Für seine Kameraarbeit bei Farewell my concubine (1993) wurde Gu Changwei für einen Oscar nominiert.
In seinem ersten Film als Regisseur erzählt er kein actiongeladenes, knallbuntes Historiendrama, sondern besinnt sich auf seine eigenen Erfahrungen: „Die Atmosphäre des Films entspricht genau meinen Lebensverhältnissen damals. Eine Milliarde Menschen lebte damals so. Ich wollte deren Leben beschreiben.“ Das ist ihm schon gelungen, doch das Leben damals scheint einfach nicht besonders aufregend gewesen zu sein. In langen Einstellungen folgt er den drei Geschwistern, die alle für sich von einem besseren Leben träumen. Da ist die romantisch veranlagte Schwester, die sich in einen Offizier verliebt, aber doch nur einen kleinen Beamten heiratet. Der dickliche und dümmliche Bruder träumt davon, von den anderen akzeptiert zu werden und verkriecht sich in seine eigene kleine Welt. Dem jüngsten Bruder sind seine beiden Geschwister peinlich – er flüchtet in eine andere Kleinstadt.
Vier Monate hat Gu Changwei gedreht, sieben Monate hat er geschnitten – insgesamt 50 Versionen. Ein Drittel des Werkes – meistens Szenen mit homosexuellem Inhalt – fielen der Schere der chinesischen Zensur zum Opfer. Sein Film über „die kleinen Leute“ ist eine nostalgische Erinnerung an Gu Changweis eigene Vergangenheit – doch seine 144 minütigen Betrachtungen über die Zeit nach der Kulturrevolution fallen bisweilen recht langatmig aus.
Nana A.T. Rebhan






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Nostalgisches Familiendrama
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