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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 23.09.2004 - 22/09/04

Collateral

Ein Film von Michael Mann
 
Die Pressekonferenz zum Film (Real Video)
Filmfestival Venedig 2004
 
Synopsis: Seit 12 Jahren ist MAX als Taxifahrer in Los Angeles unterwegs, als an einem Abend gleich zwei besondere Fahrgäste bei ihm einsteigen, die sein Leben für immer verändern sollen: eine schöne Staatsanwältin und der Auftragskiller VINCENT,  der ihn auf eine mörderische Tour mitnimmt, bei der er Zeugen eliminieren muss, die in einem Prozess gegen die kolumbianische Drogenmafia aussagen sollen.
 
Kritik: Sind es die extremen Telebrennweiten, die verlangsamten, auf Highspeed gedrehten Bilder, die Choreografie atmosphärischer Momentaufnahmen und menschlicher Bewegungen, die raffinierte Montage oder der kakophonische Soundtrack aus atmosphärischen Geräuschen, Filmmusikfragmenten und Rocksongs, die einem von der ersten Minute an verraten, dass man in einem Michael-Mann-Film ist? In der Inszenierung großstädtischer Anonymität, Einsamkeit und Schönheit, besonders der seiner Wahlheimat Los Angeles, hat es der Regisseur von „Heat“ und „The Insider“ und „Ali“ jedenfalls zu wahrer Meisterschaft gebracht.
 
Einer seiner beiden Protagonisten, der Mann mit der schnittigen, schwarzen Sonnenbrille und den grau melierten Haaren, der an einem mittelamerikanischen Flughafen in eine merkwürdige Kofferübergabe mit einem Fremden verwickelt ist, ist niemand anders als Tom Cruise. Obwohl diesmal als Auftragskiller-Fiesling unterwegs, darf Cruise ein weiteres Mal in seine Paraderolle als undurchschaubarer, unnahbarer Coolness-Großmeister der Nation schlüpfen, ausgestattet mit einem nur sehr begrenzten, aber sehr effizienten schauspielerischen Gesten- u. Mimikrepertoire. Zeitgleich lässt Michael Mann 2000 Flugmeilen weiter einen bescheidenen, aber smarten Taxifahrer, Mitglied der unteren schwarzen Mittelschicht (Jamie Foxx), demonstrieren, dass man auch einer superhübschen Karriere-Staatsanwältin weiche Knie zaubern kann, indem man über die besten Abkürzungen in der Megalopole Bescheid weiß und sich als messerscharfer Beobachter erweist, der beispielsweise nicht nur die Marke, sondern auch das genaue Fabrikat ihrer Handtasche im Rückspiegel erkennen kann. Nun dauert es nicht mehr lange, bis Vincent bei Max ins Taxi steigt und ihn in den mörderischsten Ritt seines Lebens verwickeln wird. Drehbuchautor Stuart Beattie hat dem emotionslosen Menschenscanner Vincent eiskalt-zynische Sätze in den Mund gelegt und Max muss erst lernen, in den darwinistisch inspirierten Wortgefechten nicht unterzugehen. Als er merkt, dass Vincents Weg auch bei scheinbar harmlosen Ausflügen in Jazzclubs nur von Leichen gepflastert ist, ist es längst zu spät, um die zwecks Eröffnung eines eigenen Limo-Services angenommene 600-Dollar-Fahrt noch abzublasen.
 
Auch wenn „Collateral“, was seine Showdowns betrifft, genauso virtuos inszeniert ist wie „Heat“, so fehlt dem brilliant in Szene gesetzten maliziösen Buddy-Picture und seinen beiden Hauptakteuren doch die psychologische Tiefenschärfe der Antagonisten in „Heat“ und der Geschichte die letzte logische Überzeugungskraft. Nicht Tom Cruise jedenfalls, sondern seinen sympathischen Gegenspieler Jamie Foxx wird man aus diesem souveränem, aber aufgrund seines konventionellen Plots keineswegs originellen Genre-Stück in Erinnerung behalten.

Martin Rosefeldt

 
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Collateral
Darsteller: Tom Cruise, Mark Ruffalo, Jamie Foxx, Javier Bardem u.a.
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Stuart Beattie
USA, 2004, 119’

Erstellt: 21-09-04
Letzte Änderung: 22-09-04