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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 18. Mai 2006 - 17/05/06

Falscher Bekenner

Ein Film von Christoph Hochhäusler


Constantin Vonjascheroff ist Arnim- der 18-jährige falsche Bekenner im gleichnamigen Film des jungen deutschen Regisseurs Christoph Hochhäusler.

Weitere Artikel zum Thema

Externe Links

(Deutschland, 2005, 94’)
Mit : Constantin Vonjascheroff, Victoria Trauttmansdorff, Manfred Zapatka, Devid Striesow u.a.
Filmfestival Cannes 2005 - Un Certain regard

Synopsis: Armin ist ein wohlbehüteter Mittelstandsteenager, der gerade die Realschule abgeschlossen hat. Doch die hohen Erwartungen seiner Eltern an seine berufliche Zukunft machen sein Leben zuhause unerträglich. So übernimmt Arnim zunächst die Verantwortung einen Autounfall, den er nicht verschuldet hat und später für ein Feuer, die er nicht gelegt hat. Bald aber genügen Arnim seine falschen Bekenntnisse nicht mehr.

  • Ausschnitte
mp3 Real Audio

Frühstück
(1'07) - 1.28 MB
Bewerbung
(1'48) - 2.06 MB
Armin Autobahn
(1'38) - 1.78 MB
Armin und Katja 1
(0'32) - 630 KB
Familie hilft Armin
(2'54) - 3.32 MB
Armin und Katja 2
(1'13) - 1.41 MB
Fernsehnachrichten
(1'17) - 1.47 MB


Kritik: 18 Jahre alt, blonde Haare, blaugraue Augen, 174 groß, 56 Kilo schwer – so beschreibt sich Arnim selbst, wenn er bei einem Vorstellungsgespräch von einem Personalchef aufgefordert wird, ein Bild von sich zu zeichnen. Natürlich ist das nicht die Antwort, die von einem jungen Mann erwartet wird, um auf eine eine Lehrstelle hoffen zu können. Warum aber soll einer einem Wildfremden seine Lieblingsfarbe verraten oder die Motive für seine Bewerbung als Reisekaufmann kennen, wenn man in der nordrhein-westfälischen Provinz nach dem Willen der Eltern möglichst rasch zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft geformt werden soll, wie das Armins beide großen Brüder bereits mustergültig vorgeführt haben?

Der gebürtige Münchner und in Berlin lebende Regisseur Christoph Hochhäusler (Milchwald) entwirft in seinem neuen Film das schonungslose Porträt einen desorientierten Teenagers, der vor der erstickenden Familienidylle und einer vorprogrammierten, sinnentleerten Zukunft in ein abgründiges Paralleluniversum flüchtet. Dort, an dunklen Autobahnausfahrten und Raststätten sucht und findet der Ohnmächtige, dessen Zuneigung für ein Mädchen aus der Nachbarschaft nicht erwidert wird, das Gefühl von Stärke, Anerkennung und die Unterwerfung unter klare Hierarchien. Dort reift das Verlangen, etwas Verbotenes zu tun. Weniger um zu imponieren, als vielmehr aus dem Wunsch heraus, endlich der erstickenden Umklammerung zu entkommen, schreitet Hochhäuslers junger Antiheld zur selbstzerstörerischen Tat.

Kontrapunktisch, in der Gegenüberstellung einer manchmal karikaturhaft überzeichneten, eher an die 70er Jahre, denn an die Gegenwart erinnernden spießigen Reihenhausidylle, deprimierenden Bewerbungsgesprächs- situationen und auf der anderen Seite den zwischen homoerotischen Unterwerfungs- phantasien und verbotenen Straftaten pendelnden Ausbruchsversuchen des jungen Rebells treibt Hochhäusler sein Drama voran. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, nicht ohne dass der Protagonist zuvor die absurdkomischen Abgründe seines Dilemmas aufgezeigt hätte. Nicht immer findet der Film dafür die überzeugendsten Bilder, treffen die Dialoge den Nerv, schlagen die Schauspieler - allen voran das Elternpaar – den richtigen Tonfall an. Ein nicht ganz ausgereifter Film und darin wiederum seinem Thema irgendwie schon wieder ziemlich angemessen.

Martin Rosefeldt

Erstellt: 16-05-06
Letzte Änderung: 17-05-06