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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 06. Oktober 2005 - 04/10/05

Der Duft von Lavendel

Ein Film von Charles Dance


Schrullige Komödie um zwei alte Damen
und einen gestrandeten jungen Mann

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Synopsis: 1936 wird ein junger Mann völlig geschwächt an die Küste von Cornwall gespült. Zwei ältere Schwestern im Herbst ihres Lebens nehmen sich des jungen Mannes an und päppeln ihn wieder auf. Bald stellt sich heraus, dass der Fremde ein polnischer Geigenvirtuose ist, der nach Amerika will. Doch für die Schwestern ist er bereits nach kurzer Zeit zum festen Bestandteil ihres idyllischen Lebens geworden – sie wollen nicht auf ihn verzichten.

Judi Dench (Ursula) über Daniel Brühl
Maggie Smith (Janet) über die Zusammenarbeit mit Judi Dench
Daniel Brühl (Andrzej) über die Arbeit mit Judi Dench und Maggie Smith
Daniel Brühl (Andrzej) über den Regisseur Charles Dance
(mp3 Audio, engl.)

Kritik: Der Duft von Lavendel lässt an Schränke denken, in denen kleine Lavendelsäckchen die Kleidung vor gefräßigen Motten schützen sollen. Gerne vertrauen Großmütter auf diese kleinen Accessoires, die schon nach kurzer Zeit eine muffige Duftspur hinterlassen. Wahrscheinlich heißt der Film so, weil zwei alte Damen die Hauptrollen spielen, auch wenn wir nie einen Blick in ihren Kleiderschrank werfen dürfen, ob das mit dem Lavendel sich bestätigt. Die beiden Oscar-Preisträgerinnen Judi Dench und Maggie Smith verkörpern die beiden Schwestern – völlig überzeugend. In ihrem Spiel ergänzen sie sich so perfekt, dass man tatsächlich das Gefühl bekommt, sie hätten ein Leben lang miteinander verbracht. Es macht großen Spaß ihren kleinen Neckereien und Streitigkeiten zuzusehen, die die beiden unterschiedlichen Schwestern miteinander verbinden. Bis dann – der polnische Fremde Andrzej (Daniel Brühl) auftaucht, der deren schön geordnetes Leben durcheinander bringt. Brühl gelingt es, neben den beiden hervorragenden Schauspielerinnen mitzuhalten, wenn gleich seine Figur eher oberflächlich angelegt ist. Aber wie meistens ist Brühl der charmante Junge von nebenan, der perfekte Schwiegersohn. Leider erzählt Der Duft von Lavendel keine Hintergrundgeschichte zu Andrzej. Wir erfahren nur, dass er nach Amerika wollte, und können nur hoffen, dass er nicht so blöd ist und schwimmen wollte.

Sorgfältig, mit schönen, behutsamen Bildern des Kameramannes Peter Biziou (der jahrelang für Regisseur Alan Parker arbeitete) hat der Schauspieler Charles Dance (Gosford Park, Swimming Pool) seinen Debütfilm inszeniert. Es ist die filmische Adaption einer Kurzgeschichte von William J. Locke. Es ist eine schöne Kurzgeschichte, die eine gute Basis für einen Film bietet. Aber sie bietet nicht genug dramaturgische Wendungen. Das ist das Hauptproblem des Films, dem es nicht gelingt, sich aus seiner betulichen Anfangsstimmung herauszulösen. Die ganze Zeit über sieht man guten Schauspielern zu, die sich in einer Idylle bewegen, die im Film nicht durchbrochen wird. Das ist zwar schön anzusehen, über 100 Minuten hinweg kann es aber auch ganz schön langweilig werden.

Nana A.T. Rebhan

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Der Duft von Lavendel
Großbritannien 2005, 104 Min.
Buch und Regie: Charles Dance
Mit Judi Dench, Maggie Smith, Daniel Brühl, Natasha McElhone

Erstellt: 04-10-05
Letzte Änderung: 04-10-05