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Cannes 2009

Verfolgen Sie auf ARTE und arte.tv das Geschehen rund um das weltweit bedeutendste und glamouröseste Filmfestival! Ab 13. Mai 2009

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Cannes 2009

Verfolgen Sie auf ARTE und arte.tv das Geschehen rund um das weltweit bedeutendste und glamouröseste Filmfestival! Ab 13. Mai 2009

Cannes 2009

06/11/13

Cannes auf Arte

ARTE Kultur live, Metropolis und zwölf Kino-Filme: davon wurden zehn im Filmfestival Cannes vorgeführt oder ausgezeichnet.


DIE FILME



Vincent, Francois, Paul und die Anderen

Mittwoch, 30.4. um 14.00 Uhr

Vincent, Paul und François treffen sich zu den Wochenenden in Pauls Landhaus.



Familie zu verkaufen

Dienstag, 12.5. um 14.45 Uhr

Von Lügen und Machenschaften mit Augenzwinkern - typisch russische Komödie über einen findigen Geschäftsmann.



Flandres

Mittwoch, 20.5. um 23.30 Uhr

Ein Film über einen fernen Krieg und seine Folgen in der Nähe Cannes 2006 - Offizieller Wettbewerb




Interview mit
in Cannes

La mala educacion - Schlechte Erziehung

Schlechte Erziehung

Freitag, 22.5. um 03.00 Uhr

Nachwuchsregisseur Enrique Goded erhält Besuch von seinem Jugendfreund Ignacio. Ein Film über die gemeinsame Jugendzeit im Klosterinternat an.




Trailer zu
ein Film von
Amos Gitaï

Free Zone

Montag, 22.6. um 03.00 Uhr

Drei Frauen palästinensischer, israelischer und amerikanischer Herkunft sind im jordanischen Grenzgebiet plötzlich aufeinander angewiesen.



Eine Kinogeschichte

Mittwoch, 27.5. um 03.00 Uhr

Eine Neuinterpretation des ewigen menschlichen Unbehagens aus der Sicht des koreanischen Regisseurs Hong Sangsoo.



Im Gespräch
mit dem
Regisseur

Jahreszeiten

Donnerstag, 28.5. um 03.00 Uhr

Der Istanbuler Regisseur Nuri Bilge Ceylan setzt seine Studie einsamer, kontaktunfähiger türkischer Männer fort.




ARTE TRASH


Hustler White

Hustler White

Freitag, 29.5. um 03.00 Uhr

Straßenstrich Santa Monica Boulevard: Der Journalist Jürgen Anger verliebt sich während seiner Recherchen in den Stricher Monti.





WEITERE FILME


Freitag, 22. Mai 2009

14:45
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Meine Wiederholung
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Strictly Ballroom - Die gegen die Regeln tanzen

Der 21-jährige Scott Hastings widmet seine ganze Freizeit dem Tanz.

DETAILS

Freitag, 22. Mai 2009 um 14.45 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Strictly Ballroom - Die gegen die Regeln tanzen
(Australien, 1991, 90mn)
ARTE F
Regie: Baz Luhrmann
Darsteller: Antonio Vargas (Rico), Barry Otto (Doug Hastings), Bill Hunter (Barry Fife), Gia Carides (Liz Holt), Jack Webster (Terry), John Hannan (Ken Railings), Kris McQuade (Charm Lechman), Lauren Hewett (Kylie Hastings), Pat Thomson (Shirley Hastings), Paul Mercurio (Scott Hastings), Peter Whitford (Les Kendall), Pip Mushin (Wayne Burns), Sonia Kruger (Tina Sparkle), Tara Morice (Fran)
Vertreiber: Canal + Image International, Eurofilm & Media Ltd

16:9 (Breitbildformat)

Als der leidenschaftliche Amateur-Tänzer Scott Hastings bei einem Wettbewerb mit nicht zugelassenen Tanzschritten experimentiert, hat das für ihn böse Folgen. Der Wettkampfverband schließt ihn aus, und seine Partnerin verlässt ihn. Doch Scott gibt nicht auf. Bei der Suche nach einer neuen Tanzpartnerin trifft er die unscheinbare Fran ...

Der 21-jährige Scott Hastings widmet seine ganze Freizeit dem Tanz. Bereits seine Mutter war eine passionierte Turniertänzerin. So nimmt die ganze Familie Teil an den Vorbereitungen zum größten Amateur-Wettbewerb. Alle sind davon überzeugt, dass Scott und seine Partnerin diesmal die Trophäe davontragen werden. Doch dann lässt Scott sich hinreißen, mit neuen Schritten zu experimentieren. Seine Originalität kommt ihn teuer zu stehen. Sie bringt ihm die Entrüstung des Wettkampfverbands ein, und auch seine langjährige Partnerin lässt ihn im Stich. Da Scott dennoch Ambitionen auf den Grand Prix der Pan-Pacific-Meisterschaft hegt, macht er sich auf die Suche nach einer neuen Tänzerin, die zu ihm passt: Ein "Aschenputtel" aus der Tanzschule seiner Mutter könnte sich in seine Prinzessin verwandeln ...

Baz Luhrmann hat mit "Ballroom Dancing" einen Tanzfilm über die Welt der Tanzsäle mit ihren Ritualen und Konventionen, aber auch über Jugendträume, Romanzen, Rebellion, Leidenschaft und Selbstverwirklichung inszeniert.
Der australische Film mit seinen atemberaubenden Tanzeinlagen und seinem dick aufgetragenen Kitsch, wurde - neben anderen Auszeichnungen - in Cannes 1992 in der Rubrik "Un Certain Regard" als bester ausländischer Jugendfilm ausgezeichnet und erhielt eine besondere Erwähnung für die "Caméra d'Or".
Das "Lexikon des Internationalen Films" lobt: "Ein hervorragender Tanzfilm, der den Paso doble feiert und durch seine Leidenschaft, die opulente Ausstattung, seine fulminante Kameraarbeit und einen vorzüglichen Darsteller besticht. Wunderschöne Unterhaltung ohne aufgesetzte Botschaft."


Freitag, 29. Mai 2009

14:45
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Meine Wiederholung
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Boulevard der Dämmerung

Im Swimmingpool des einstigen Stummfilmstars Norma Desmond wird die Leiche des Drehbuchautors Joe Gillis gefunden...

DETAILS

Freitag, 29. Mai 2009 um 14.45 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Boulevard der Dämmerung
(Usa, 1950, 106mn)
ARTE F
Regie: Billy Wilder
Drehbuch: Billy Wilder, Charles Brackett, D.M. Marshman
Kamera: John F. Seitz
Musik: Franz Waxman
Darsteller: Cecil B. DeMille (Cecil B. DeMille), Erich Von Stroheim (Max von Mayerling), Gloria SWANSON (Norma Desmond), Nancy Olson (Betty Schaefer), William Holden (Joe Gillis)
Vertreiber: Tcm
Produzent: Charles Brackett


Sie war einst die Stummfilmdiva Hollywoods, nun ist sie besessen von dem Wunsch nach einem Comeback und dazu setzt sie alles in Bewegung: Norma Desmond bindet einen mittellosen Drehbuchautor an sich, der ihr das Buch schreiben soll, das sie zurück auf die Leinwand bringt. Doch der verliebt sich ausgerechnet in eine junge Dramaturgin. Am Swimmingpool kommt es schließlich zum dramatischen Showdown ... Einerseits wirft der meisterhaft inszenierte Film von Billy Wilder einen sarkastisch-ironischen Blick hinter die glänzenden Fassaden des Glamours, andererseits ist die US-amerikanische Hollywood-Produktion in den 50er Jahren nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Schauspieler und der brillanten Fotografie selbst zum Teil der Traumfabrik Hollywood geworden.

Im Swimmingpool des einstigen Stummfilmstars Norma Desmond wird die Leiche des Drehbuchautors Joe Gillis gefunden. In Rückblenden erzählt Joe vom Jenseits aus die dramatischen Geschehnisse, angefangen bei dem Tag, an dem er sich auf der Flucht vor seinen Gläubigern auf das verfallende Anwesen der vergessenen Diva verirrte. Aufgrund seiner Geldsorgen nimmt er ihr Angebot an, ein von ihr geschriebenes Drehbuch zu bearbeiten, von dem sie sich ein großartiges Leinwand-Comeback erhofft.
Er zieht zunächst in die Wohnung über der Garage, dann in das Schlafzimmer der früheren Ehemänner der Hausherrin. Dann wird er nach einigem Widerstand auch noch ihr Liebhaber.
Als sich herausstellt, dass es bei den Anrufen des berühmten Regisseurs Cecil B. DeMille nicht um eine Glanzrolle für sie geht, sondern dass das Filmstudio lediglich ihren Oldtimer mieten will, gerät Norma an den Rand des Wahnsinns.
Noch dazu verliebt sich Joe in eine junge Dramaturgin. Norma verliert die Nerven und erschießt ihn. Als die Reporter eintreffen und ihre Kameras aufstellen, um über den Vorfall zu berichten, glaubt Norma, inzwischen ganz dem Wahn verfallen, das sei der Beginn der Dreharbeiten für einen neuen, großen Norma-Desmond-Film ...

Mit "Sunset Boulevard" hat Billy Wilder den Gipfel der Hollywood-Filme über Hollywood geschaffen, noch dazu ein spannungsgeladenes und gekonnt in Szene gesetztes Drama mit glanzvollen Darstellern: Gloria Swanson in der Rolle der vergangenem Ruhm nachtrauernden Schauspielerin und William Holden als Drehbuchautor in prekärer Finanzlage.
Schon allein mit der brisanten Wahl der Schauspieler wagte sich Wilder an etwas heran, was Hollywood lieber totgeschwiegen hätte: Die wahre Lebensgeschichte von Hauptdarstellerin Gloria Swanson ist beinahe deckungsgleich mit dem der fiktiven Norma Desmond - sie war ein ehemaliger Stummfilmstar, der in der Ton-Ära kaum noch Engagements erhielt und eigentlich am Ende einer großen Karriere stand. Fast noch skandalöser war die Besetzung ihres Butlers und ehemaligen Regisseurs Max von Mayerling mit dem deutschen Regisseur Erich von Stroheim: Wie so viele seiner Kollegen in den 30ern nach Amerika emigriert, war es Stroheim gelungen einige der größten Meilensteine der Stummfilm-Ära zu schaffen - und bekam mit Einsetzen des Tonfilms keine Aufträge mehr.
"Sunset Boulevard" erhielt 1950 einen Oscar für die beste Filmmusik und war in den Kategorien "Bester Hauptdarsteller", "Beste Kamera", "Beste Nebendarstellerin", "Beste Regie" und "Bester Film" für den Oscar nominiert.


Sonntag, 24. Mai 2009

03:00
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The Million Dollar Hotel

Das "Million Dollar Hotel" ist ein Zufluchtsort gescheiterter Existenzen, die ungestört vor sich hinleben. Bis sich einer aus ihrer Mitte vom Dach des Hotels stürzt.

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Ein Agent der Stasi findet ein Paar, das er ausspionieren muss, sympathisch.

Zum Dossier Das Leben der anderen

Sonntag, 24. Mai 2009 um 03.00 Uhr

Wiederholungen:
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The Million Dollar Hotel
(Deutschland, Grossbritannien, Usa, 1999, 117mn)
ARTE F
Regie: Wim Wenders
Kamera: Phedon Papamichael
Musik: Bono, Hal Willner
Schnitt: Tatiana S. Riegel
Darsteller: Amanda Plummer (Vivien), Bud Cort (Shorty), Gloria Stuart (Jessica), Jeremy Davies (Tom Tom), Jimmy Smits (Geronimo), Julian Sands (Terence Scopcy), Mel Gibson (Skinner), Milla Jovovich (Eloise), Peter Stormare (Dixie), Tim Roth (Izzy Goldkiss)
Autor: Nicholas Klein
Produktion: Icon Entertainment International, Kintop Pictures, Road Movies Filmproduktion
Produzent: Bono, Bruce Davey, Deepak Nayar, Nicholas Klein, Wim Wenders

16:9 (Breitbildformat)

Das "Million Dollar Hotel" ist ein Zufluchtsort gescheiterter Existenzen, die ungestört vor sich hinleben. Bis sich einer aus ihrer Mitte vom Dach des Hotels stürzt. Das ruft FBI-Agent Skinner auf den Plan, der einen Mord vermutet. Mit der Ruhe ist es jetzt vorbei ...

Ein heruntergekommenes ehemaliges Luxushotel in Los Angeles dient als Zufluchtsort zahlreicher gescheiterter Existenzen: Prostituierte, Dealer, Kriminelle und Verrückte sind hier gestrandet und leben gemeinsam und doch aneinander vorbei. Mit dem Todessturz eines der Ihren, des Künstlers Izzy Goldkiss, bricht die harte Realität in das beschauliche Leben der Gruppe ein. Unfall? Selbstmord? Oder etwa Mord?
FBI-Agent Skinner wird mit der Aufklärung des Falls beauftragt. Er ist knallhart und ehrgeizig und glaubt fest, den Mörder unter den Hotelbewohnern ausfindig machen zu können.
Doch kaum setzt Skinner seinen Fuß in die abstruse Welt des "Million Dollar Hotel", muss er erkennen, dass diese verkrachten Existenzen es ihm nicht leichtmachen werden. Da ist der kindlich-verrückte Tom, der beste Freund des Verstorbenen, der Eloise liebt. Diese wiederum lebt in ihrer eigenen Welt. Dann sind da noch Geronimo, der aus Izzys Tod Profit schlagen will, die schrille Vivien, Izzys Verlobte und Dixie, der überzeugt ist, ein Mitglied der Beatles zu sein.
All diese Individualisten wittern hinter den zurückgelassenen Gemälden des verstorbenen Künstlers plötzlich ein Geschäft und halten angesichts der Aussicht auf Geld plötzlich zusammen. Doch Skinner will unbedingt einen Tatverdächtigen präsentieren; sein Verdacht fällt auf Geronimo und er beginnt diesen in die Enge zu treiben. Doch er hat nicht mit der Gerissenheit und Geldgier der Hotelbewohner gerechnet ...

Bono, der Sänger der irischen Rockband U2, war es, der die Idee zu Wim Wenders' "The Million Dollar Hotel" hatte. Daraus entstand eine Geschichte, bei der es weniger um die Aufklärung eines Mordfalles geht, als um die vielen kleinen Storys, die in dessen Folge entstehen. Die Figuren wanken dabei stets zwischen Fantasie und Realität und warten mit skurrilen Momenten auf. Wie jeder Film von Wim Wenders fasziniert auch "The Million Dollar Hotel" durch seine aufwendige visuelle Gestaltung. Jeremy Davies und Milla Jovovich stehen an der Spitze einer originellen Besetzung.
Der deutsche Regisseur Wim Wenders genießt besonders im Ausland einen großen Erfolg. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München und lebt seit vielen Jahren in Berlin, ist dabei aber ein kinematographischer Weltenbürger geblieben.
Neben der Goldenen Palme für "Paris, Texas" (1984) und "Der Himmel über Berlin" (1987), der nicht nur in Frankreich ein Kultfilm ist, zählt der Musikfilm "Buena Vista Social Club" (1999) zu einem seiner ganz großen - auch kommerziellen - Erfolge. 2005 realisierte er - mit ARTE-Beteiligung - in den USA einen Film über einen gealterten Western-Schauspieler "Don't come knocking". "Palermo Shooting", sein aktuellster Film, hatte seine Premiere beim Festival von Cannes 2008. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Produzent ist Wim Wenders Professor für Spielfilm an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.


Montag, 28. September 2009

14:45
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Ein Herr ohne Kleingeld

Der leidenschaftliche Spieler Baron Jérôme Antoine sitzt mit seiner Reisegefährtin und seiner kaputten Jacht fest...

DETAILS

Montag, 28. September 2009 um 14.45 Uhr

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Ein Herr ohne Kleingeld
(Frankreich, Italien, 1960, 90mn)
ARTE F
Regie: Jean Delannoy
Kamera: Louis Page
Musik: Jean Prodromidès
Schnitt: Henri Taverna
Darsteller: Aimée Mortimer (Gaby Bonnetang), Albert Michel (Wirtshausgast), Alexandre Rignault (Schleusenmeister), Blanchette Brunoy (Maria Vilandier), Charles Bouillaud (Emile), Cécyl Marcyl (alte Bäuerin), Dominique Boschero (Brune), Gabriel Gobin (Valentin), Georges Lycan (Matrose), Jacques Castelot (Marquis de Villamayor), Jacques Hilling (Croupier), Jean Constantin (Prinz Sadokkan), Jean Desailly (Maurice Montbernon), Jean Gabin (Baron Jérôme Napoléon Antoine), Jean-Pierre Jaubert (Paulo), Louis Seigner (Duval), Micheline Presle (Perle Germain-Joubert), Olga Valéry (Pénélope), Pierre-Louis (Georges), Raphaël Patorni (Rezeptionschef), Robert Dalban (Vuillaume), Émile Genevois (Wirtshausgas)
Autor: Jean Delannoy, Maurice Druon, Michel Audiard
Produktion: Cinétel, Filmsonsor S.A., Intermondia Films, Vides Cinematografica
Produzent: Jean-Paul Guibert

16:9 (Breitbildformat)

Der leidenschaftliche Spieler Baron Jérôme Antoine sitzt mit seiner Reisegefährtin und seiner kaputten Jacht in der Nähe einer Schleuse fest und erwartet sehnsüchtig seinen letzten Spielgewinn per Post. Während er sich - sonst Luxus gewöhnt - völlig abgebrannt um seine nächste Mahlzeit sorgt, lernt er das einfache Leben schätzen.

Der Baron Jérôme Antoine spielt mit Leidenschaft - und mit mäßigem Erfolg. Bis er eines Tages elf Millionen bei einem Spiel gegen den Marquis de Villamayor gewinnt, der ihm seine Jacht als Anzahlung bietet. Auf dieser macht der Baron sich gemeinsam mit seiner früheren Geliebten Perle auf den Schifffahrtskanälen nach Monte Carlo auf. Doch schon bald hat die Jacht eine Panne und die zwei Hobby-Seefahrer stranden in der Nähe einer Schleuse.
Ohne einen Pfennig Geld in der Tasche warten Jérôme und Perle mit wachsender Ungeduld auf Villamayors Scheck, den dieser zugesagt hat, um den Rest seiner Schulden zu begleichen. Doch die Tage vergehen und der Scheck lässt auf sich warten. Während der Baron seine Speisen im Wirtshaus an der Schleuse anschreiben lässt, schlägt sich die ausgehungerte Perle in einem Restaurant den Bauch voll und trifft prompt auf einen charmanten Spender, der sich bereiterklärt, ihre Rechnung zu begleichen.
Ihre neue Bekanntschaft, Maurice Montbernon, ist der reiche Erbe eines Champagnerherstellers und macht solchen Eindruck auf Perle, dass sie sich auf eine Heirat mit ihm einlässt. Jérôme hingegen lernt nach und nach das einfache Leben lieben, das ihm nicht zuletzt die verwitwete Wirtshausbetreiberin Maria schmackhaft macht. Doch als der Scheck endlich eintrifft, besinnt der unverbesserliche Spieler sich schnell wieder auf seine eigentlichen Pläne ...

Die Adaption des gleichnamigen Romans von Georges Simenon ist ein unterhaltsames Stück französischer Filmgeschichte der 60er Jahre. Simenon, der es auf bis zu vier Publikationen im Jahr brachte, schrieb auch die berühmten Maigret-Romane, denen ebenfalls Jean Gabin in der Rolle des Kommissar Maigret von 1958 bis 1963 auf der Leinwand Leben einhauchte. Die Verkörperung des Kommissars war eine Paraderolle Gabins, mit der er bis heute gerne in Zusammenhang gebracht wird. Allerdings zeigte Gabin in seiner langen Karriere als Schauspieler sein Talent in den verschiedensten Rollen.
1904 als Sohn zweier Variété-Künstler geboren, will er anfangs allerdings gar nicht zum Film, reißt sogar von zu Hause aus, um dem Theaterleben zu entfliehen. Eines Besseren belehrt, beginnt er 1930 seine Filmkarriere. Bereits mit Mitte 30 wird der für seinen minimalistischen Stil berühmte Charakterdarsteller mit Filmen wie "Die große Illusion" (1937) und "Hafen im Nebel" (1938) zum Mythos. Bis zu seinem Tod im Jahre 1976 wirkt Jean Gabin in knapp 100 Filmen mit und wird mit einem César für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Auch der 1908 in Seine-Saint Denis geborene Regisseur von "Ein Herr ohne Kleingeld", Jean Delannoy, erhält zehn Jahre später diesen Ehrenpreis. Seinen Beruf führt der inzwischen knapp 100-jährige Filmemacher allerdings im Anschluss noch bis 1995 fort, als er seinen letzten Film, "Maria von Nazareth" realisiert.


Montag, 8. Juni 2009

14:45
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Hafen im Nebel

Normandie in den 30er Jahren. In der Hafenstadt Le Havre verliebt sich der Deserteur Jean in die schöne Nelly. Doch das junge Liebesglück ist in Gefahr: Ein Suchkommando der Armee ist Jean auf den Fersen.

DETAILS

Montag, 8. Juni 2009 um 14.45 Uhr

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Hafen im Nebel
(Frankreich, 1938, 87mn)
ZDF
Regie: Marcel Carne
Kamera: Eugen Schufftan
Musik: Maurice Jaubert
Darsteller: Edouard Delmont (Panama), Jean Gabin (Jean), Michel Simon (Zabel), Michèle Morgan (Nelly), Pierre Brasseur (Lucien), Robert Le Vigan (Der Maler)
Autor: Jacques Prevert
Produktion: Ciné-Alliance
Produzent: Gregor Rabinowitch


Normandie in den 30er Jahren. In der Hafenstadt Le Havre verliebt sich der Deserteur Jean in die schöne Nelly. Doch das junge Liebesglück ist in Gefahr: Ein Suchkommando der Armee ist Jean auf den Fersen; Nelly wird von der Polizei verdächtigt, einen ehemaligen Liebhaber umgebracht zu haben; und nicht zuletzt wird das Paar durch den eifersüchtigen Lucien bedroht - einen Verbrecher, wie er im Buche steht. "Eines der überzeugendsten Beispiele des poetischen Realismus des französischen Kinos jener Zeit."

Le Havre in den 30er Jahren: Nach seiner Flucht vom Militär erreicht der Deserteur Jean ausgehungert und pleite die Hafenstadt in der Normandie. In einer kleinen Strandkneipe bietet ihm der Besitzer namens Panama Unterschlupf und eine ausgiebige Mahlzeit im Nebenzimmer an. Dort macht er die Bekanntschaft der schönen Nelly. Die beiden verbindet nicht nur eine traurige Vergangenheit, sondern auch die Suche nach Zuneigung und Liebe.
Am nächsten Morgen, bei einem gemeinsamen Spaziergang an der Hafenpromenade, wird Nelly von dem Verbrecher Lucien und seinen Leuten bedrängt. Kurzum schlägt Jean die Männer nieder und ohrfeigt den eingeschüchterten Lucien.
Als Jean die Strandkneipe wieder besucht, scheint sich für ihn das Schicksal zu wenden: Ein lebensmüder Maler hinterlässt ihm nach seinem Selbstmord Zivilkleidung, einen Pass und Geld. Diese karge Ausstattung genügt Jean, um aus Frankreich zu fliehen. Noch am selben Tag schreibt er sich in die Passagierliste eines Frachtschiffs nach Venezuela ein. Inzwischen sind Nelly und er sich näher gekommen und die beiden verbringen eine leidenschaftliche Nacht miteinander. Nelly, die Ärger mit der Polizei hat - sie wird verdächtigt, einen ehemaligen Liebhaber, der verschwunden ist, ermordet zu haben - will Jean ziehen lassen und zu einem späteren Zeitpunkt nachkommen. Doch der gekränkte Lucien sehnt sich nach Rache ...

Marcel Carnés "Hafen im Nebel" nach einer Romanvorlage von Pierre Dumarchais ist einer der herausragenden Filme des französischen poetischen Realismus der 30er Jahre. Die fatalistisch-pessimistische Weltsicht am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, die der Regisseur hier formuliert, korrespondiert mit Eugen Schüfftans großartigen kontraststarken Bildern der düsteren Hafenstadt und wird von den entfremdeten und verbitterten Figuren selbst beschrieben.
Melancholie, Verzweiflung und Lebensmüdigkeit werden in der Figur des Malers auf die Spitze getrieben und durch Äußerungen wie "Ein Schwimmer ist für mich bereits ein Ertrunkener!" illustriert. Auch Jean zeichnet eine Resignation und stolze Härte aus. Nelly hingegen ist in ihrer Weichheit, Weiblichkeit und Uneigenständigkeit ein Kind ihrer Zeit und ein Beispiel für das damalige Frauenbild.
Realismus im Sujet, die Beschäftigung mit sozialen Problemen und die Situierung der Handlung in einem Milieu werden hier bereichert durch einen poetisierten Blick auf das Leben. Allerdings bleibt der Pessimismus, denn der durch die aufkeimende Liebe entstandene Hoffnungsschimmer kann sich nicht lang am Horizont der Figuren halten.
"Hafen im Nebel" zählt zu den größten kommerziellen Erfolgen von Marcel Carné und wurde in den USA von der National Board of Review als bester ausländischer Film ausgezeichnet.


Freitag, 12. Juni 2009

14:45
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Die Fremde

Nach einer großen Enttäuschung will die Amerikanerin Sophie nichts mehr von Liebesgeschichten wissen...

DETAILS

Freitag, 12. Juni 2009 um 14.45 Uhr

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Die Fremde
(Frankreich, 2006, 75mn)
ARTE F
Regie: Florence Colombani
Kamera: Mario Castanheira
Musik: Emmanuel Soland, Samuel Mittelmann, Stéphane Thiébaut
Schnitt: Isabelle Ingold
Darsteller: Nicolas Cavallier, Cassandre Berthon (Sophie, Sopran), Charlotte Hellekant (Octavian, Mezzo-Sopran), Clément Sibony (Sophie), Mireille Delunsch (Marschallin, Sopran), Philippe Morier-Genoud (David), Sarah Pratt (Sophie)
Autor: Florence Colombani, Sophie Audoubert
Koproduktion: Arte France, Clap Films
Vertreiber: Gemini Films
Produktion: Gemini Films
Produzent: Eric Chabot

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Nach einer großen Enttäuschung will die Amerikanerin Sophie nichts mehr von Liebesgeschichten wissen. Doch als Ankleidedame einer berühmten Sängerin bekommt sie einen Einblick in den "Rosenkavalier" von Strauss und lässt sich langsam von der sinnlichen Atmosphäre der Oper anstecken.

Sophie ist verzweifelt. Nach einer tragischen Liebesgeschichte hat sie die USA Hals über Kopf verlassen und ist nach Paris gegangen. Sie bekommt einen Job an der Oper, als Kostümiere einer berühmten Sängerin, und verfolgt jede Probe, jede Aufführung von Richard Strauss' "Rosenkavalier". Doch sie fühlt sich fremd, in Paris sowie in ihrem Leben.
Neben ihrer Tätigkeit an der Oper spielt Sophie in einem Laientheater. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Bewunderung für die Opernsängerin und ihren eigenen Bühnenauftritten möchte die junge Frau alles sein, nur nicht sie selbst.
Ihr einziger Vertrauter ist David, der Regisseur des Laientheaters. Er sieht in Sophie das Spiegelbild der Isabelle aus dem Drama "Bildnis einer Dame" von Henry James, dessen Aufführung kurz bevorsteht. Als David nach einem Herzanfall stirbt, beschäftigt sich Sophie immer intensiver mit Strauss und James und bemerkt gar nicht, wie sie selbst zur Schauspielerin ihres eigenen Lebens wird. Mit der Zeit findet sie zu fast vergessener Leidenschaft zurück - sei es für das Leben, sei es für den jungen Valentin - und streift ihr altes Leben ab, in dem sie sich selbst fremd geworden war.

In ihrem Spielfilmdebüt verflicht die Französin Florence Colombani die persönliche Krise einer jungen Frau mit Richard Strauss'"Rosenkavalier" und Henry James "Bildnis einer Dame"; es entsteht eine Art fiktionaler Essay, eine Reflexion über Kunst und Leben, Wissen und Fühlen. Angezogen von der sinnlichen Atmosphäre der Oper und den eindringlichen Texten James' gewinnt Sophie, gespielt von Sarah Pratt, neues Vertrauen in sich selbst und die Liebe. Ihre Geschichte ist ein konvergentes Spiegelbild der Handlung des "Rosenkavaliers". "Die Fremde" wurde 2006 auf dem Filmfestival von Locarno uraufgeführt.


Donnerstag, 24. Oktober 2013

14:00
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Mitternacht im Garten von Gut und Böse

Jim Williams hat es, aus bescheidenen Verhältnissen stammend, zu einem Vermögen gebracht. Mittlerweile kommt die High Society von Savannah zu seinen Partys. Für eine Weihnachtsfeier lässt er eigens den New Yorker Reporter John Kelso einfliegen. Der beobachtet einen Streit zwischen Jim und dem Gigolo Billy, der wenige Stunden später erschossen wird. Ein Südstaatenkrimi mit schrägen Figuren, inszeniert von Hollywoodlegende Clint Eastwood.

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Ein Agent der Stasi findet ein Paar, das er ausspionieren muss, sympathisch.

Zum Dossier Das Leben der anderen

Donnerstag, 24. Oktober 2013 um 14.00 Uhr

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Mitternacht im Garten von Gut und Böse
(USA, 1997, 148mn)
ZDF
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: John Lee Hancock
Kamera: Jack N. Green
Musik: Lennie Niehaus
Schnitt: Joel Cox
Darsteller: John Cusack (John Kelso), Kevin Spacey (Jim Williams), Jack Thompson (Sonny Seiler), Irma P. Hall (Minerva), Jude Law (Billy Carl Hanson), The Lady Chablis (Chablis Deveau)
Autor: John Berendt
Produktion: Malpaso
Produzent: Arnold Stiefel, Clint Eastwood

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Jim Williams hat es, aus bescheidenen Verhältnissen stammend, zu einem Vermögen gebracht. Mittlerweile kommt die High Society von Savannah zu seinen Partys. Für eine Weihnachtsfeier lässt er eigens den New Yorker Reporter John Kelso einfliegen. Der beobachtet einen Streit zwischen Jim und dem Gigolo Billy, der wenige Stunden später erschossen wird. Ein Südstaatenkrimi mit schrägen Figuren, inszeniert von Hollywoodlegende Clint Eastwood.

Der New Yorker Reporter John Kelso erhält den Auftrag, einen Artikel über die extravaganten Privatpartys von Jim Williams zu schreiben. Williams ist ein neureicher Kunsthändler, der das Leben in der elitären Oberschicht von Savannah, Georgia in vollen Zügen genießt. John ist fasziniert von Williams Lebensstil, wie auch von der skurrilen Gesellschaft der Südstaatenstadt.
Für seine bevorstehende Weihnachtsparty hat Jim alles eingeladen, was in Savannah Rang und Namen hat. Dann kommt es zum Streit mit dem stadtbekannten Gigolo Billy Carl Hanson. Als dieser erschossen und Jim Williams der Tat bezichtigt wird, wittert der Reporter John eine hei ß e Story. Mit Hilfe seiner neuen Freunde versucht er der Frage nachzugehen, ob die Tat ein Mord war oder in Notwehr geschah.

Ganze 216 Wochen lang stand John Berendts Roman "Mitternacht im Garten von Gut und Böse" auf der Bestsellerliste der "New York Times". Nach dieser Vorlage schrieb John lee Hancock ein Drehbuch, das die komplexe Story um den Mord an einem jungen Gigolo auch für den Kinozuschauer fesselnd machte. So wurde aus dem Ich-Erzähler Berendt die Figur des John Kelso, gespielt von John Cusack. Dieser verkörpert als nur mäßig erfolgreicher Journalist einmal mehr den Antihelden, wie auch etwa in "Das Urteil" (2003) und "Con Air" (1997).
Die Hauptmotive des Romans ließen Hancock und Regisseur Clint Eastwood jedoch unangetastet. Es geht um den Kampf zwischen Gut und Böse in jedem Menschen und um ein dekadentes, leicht morbides Milieu. Denn die Südstaatenbourgeoisie in diesem Film besteht aus allerlei skurrilen Figuren - wie zum Beispiel der Lady Chablis, einer Drag-Queen aus Savannah, die sich selbst spielt und deren Humor auch dem Film zu Gute kam. In der Rolle des exaltierten Kunsthändlers Jim Williams brillierte der zweifache Oscarpreisträger Kevin Spacey ("Die üblichen Verdächtigen" (1995) und "American Beauty" (1999)).
Der im Jahr 1930 geborene Clint Eastwood arbeitete schon als Tankwart, Holzfäller und Lagerarbeiter, bis aus ihm eine der lebenden Legenden Hollywoods wurde, die bisher vier Oscars gewann. Trotz seines hohen Alters und seines beeindruckenden Lebenswerks als Regisseur, Schauspieler und Komponist ist Clint Eastwood noch längst nicht arbeitsmüde: Für "Gran Torino" erhielt er 2009 den César als bester ausländischer Film, in "J. Edgar" setzte er sich 2011 kritisch mit dem ersten FBI-Direktor Hoover und dessen Spitzelnetzwerk auseinander. Und im Fall von Robert Lorenz' "Back in the Game" (2012) spielte er zum ersten Mal seit 19 Jahren wieder für einen anderen Regisseur.


Freitag, 12. Juni 2009

03:00
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Violette Nozière

Die 17-jährige Violette lebt mit ihren Eltern in einer Zweizimmerwohnung im Paris der 30er Jahre. Violette führt ein Doppelleben, um aus der Enge ihres kleinbürgerlichen Elternhauses auszubrechen.

DETAILS

Freitag, 12. Juni 2009 um 03.00 Uhr

Wiederholungen:
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Violette Nozière
(Frankreich, Kanada, 1978, 119mn)
ARTE F
Regie: Claude Chabrol
Kamera: Jean Rabier
Musik: Pierre Jansen
Schnitt: Yves Langlois
Darsteller: Isabelle Huppert (Violette Nozière), Jean Carmet (Baptiste Nozière), Jean-François Garreaud (Jean Dabin), Stéphane Audran (Germaine Nozière)
Autor: Frédéric Grendel, Hervé Bromberger, Odile Barski
Produktion: Cinevideo 5, FR 3, Filmel
Produzent: Denis Héroux, Eugène Lépicier

16:9 (Breitbildformat) Zweikanalton

Die 17-jährige Violette lebt mit ihren Eltern in einer Zweizimmerwohnung im Paris der 30er Jahre. Violette führt ein Doppelleben, um aus der Enge ihres kleinbürgerlichen Elternhauses auszubrechen. Als sie sich immer mehr in Lügen und Illusionen verstrickt, sieht sie als letzten Ausweg die Vergiftung ihrer Eltern ... Die Verfilmung eines spektakulären Kriminalfalles von "Nouvelle Vague"-Regisseur Claude Chabrol.

1934, Paris. Die 18-jährige Violette Nozière lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Zweizimmerwohnung in einem schäbigen Pariser Mietshaus. Ihr Vater Baptiste Nozière ist Lokomotivführer und orientiert sich stark an den Werten und Moralvorstellungen des Kleinbürgertums. Mit ihrer Mutter Germaine teilt Violette das Geheimnis, dass Baptiste gar nicht ihr leiblicher Vater ist.
Doch das ist nicht ihr einziges Geheimnis, denn nachts, wenn die Eltern schlafen, führt Violette ein Doppelleben. Elegant gekleidet schleicht sie sich aus dem Haus und jagt in den Cafés und Bars der Pariser Studentenviertel ihrem Traum vom schönen Leben nach. Für ihre Stelldicheins im Stundenhotel lässt sie sich bezahlen. Eine dieser Zufallsbekanntschaften ist der Gigolo Jean Dabin, in den sie sich verliebt und den sie mit Geschenken überhäuft.
Ihren Eltern gegenüber verstrickt sich Violette immer mehr in Lügen und Illusionen. Als sie sich mit Syphilis infiziert, redet sie den Eltern ein, die Krankheit geerbt zu haben, und drängt ihnen ein angeblich vom Arzt verschriebenes Mittel auf. Das bringt sie schließlich als Mörderin vor Gericht.

Claude Chabrol ist bekannt für seine sozialkritischen Filme. Besonders das französische Kleinbürgertum hat es ihm angetan. Der Schöpfer scharfsinniger Studien von Mord, Besessenheit und Ehebruch hinter den Fassaden bürgerlicher Anständigkeit trägt zurecht das Prädikat "französischer Hitchcock". Über 60 Filme gehen auf das Konto von Claude Chabrol, der 1959 mit "Schrei, wenn du kannst" (1959) zusammen mit seinen Kritikerkollegen François Truffaut und Jean-Luc Godard - alle drei schrieben für die Cahiers du Cinéma - die Nouvelle Vague einläutete.
In "Violette Nozière", einem seiner unbekannteren Filme, obwohl mit einer Goldenen Palme ausgezeichnet, hielt sich Chabrol weitgehend an einen spektakulären Kriminalfall, der Frankreich seinerzeit erregte. Die wahre Violette Nozière wurde 1934 als 19-Jährige zum Tode verurteilt. Nachdem sie den größten Teil ihrer zunächst in lebenslängliche Haft umgewandelte und später weiter reduzierten Strafe verbüßt hatte, heiratete sie nach der Freilassung den Sohn ihres Gefängniswärters, mit dem sie fünf Kinder hatte. Isabelle Huppert erhielt für ihre Darstellung der Violette 1978 in Cannes den Preis für die beste Darstellerin. Mit Stéphane Audran, der Darstellerin von Germaine Nozière, war Chabrol von 1964 bis 1984 verheiratet und drehte mit ihr einen Großteil seiner Filme, wenn sie nicht gerade bei einem noch viel radikaleren Kritiker des Bürgertums spielte, bei Luis Buñuel ("Der diskrete Charme der Bourgeoisie").




DIE NOUVELLE VAGUE, 50 JAHRE SPÄTER


Sie küssten und sie schlugen ihn

Dienstag, 19.5. um 14.45 Uhr

Der 14-jährige Antoine schwänzt lieber den Unterricht und streunt in Paris herum, als seine Zeit in der Schule zu verbringen.


Samstag, 30. Mai 2009

05:00
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Die Karriere von Suzanne

In einem Pariser Café machen der 18-jährige Bertrand und sein Freund Guillaume die Bekanntschaft der jungen Suzanne.

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Samstag, 30. Mai 2009 um 05.00 Uhr

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Die Karriere von Suzanne
(Frankreich, 1963, 52mn)
ARTE F
Regie: Eric Rohmer
Kamera: Daniel Lacambre
Darsteller: Catherine Sée (Suzanne), Christian Charrière (Guillaume), Diane Wilkinson (Sophie), Philippe Beuzen (Bertrand)
Autor: Eric Rohmer


In einem Pariser Café machen der 18-jährige Pharmaziestudent Bertrand und sein Freund Guillaume, ein Student der Politikwissenschaft, die Bekanntschaft der jungen Suzanne. Vor dem Hintergrund der Suche nach wahren Gefühlen und Moral entwickelt sich ein verzwicktes Beziehungsgeflecht. ARTE zeigt diese Sendung innerhalb des Programmschwerpunkts über die Nouvelle Vague, die vor 50 Jahren in Frankreich das Kino neu erfand.

Im Pariser Café "Le Luco" machen der 18-jährige Pharmaziestudent Bertrand und sein Freund Guillaume, ein Student der Politikwissenschaft, die Bekanntschaft von Suzanne. Spontan lädt Guillaume die junge Frau, die beim nationalen Komitee zur Bekämpfung von Tuberkulose arbeitet, zu einer Party in die Villa seiner Mutter ein. Dort unterhält er sich zwar zunächst nur mit Sophie, verbringt die Nacht jedoch schließlich mit Suzanne. Bertrand wiederum schämt sich für das Verhalten seines Freundes, der Suzanne nach und nach auch finanziell auszunutzen scheint. Es beginnt ein kompliziertes Beziehungsgeflecht vor der Frage nach Gefühlen und Moral ...
"Die Karriere von Suzanne" bildet den zweiten Teil von Eric Rohmers sechsteiligem "Moralischen Zyklus" und wird aus der Perspektive des jungen Bertrand erzählt.

Der französische Regisseur und Filmkritiker Eric Rohmer, Jahrgang 1920, war Chefredakteur der "Cahiers du cinéma" und gehört neben Jean-Luc Godard, François Truffaut und Claude Chabrol zu den wichtigsten Vertretern der Nouvelle Vague. "Die Karriere von Suzanne" ist der zweite Teil seines sechsteiligen Zyklus "Moralische Erzählungen" ("Contes moraux"). Weitere Filme sind "Die Bäckerin von Monceau", "Meine Nacht bei Maud", "Die Sammlerin", "Claires Knie" und "Die Liebe am Nachmittag".


Freitag, 10. Februar 2012

04:00
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Nouvelle Vague - Außenansichten

Ende der 50er Jahre entstand in Frankreich eine neue Stilrichtung im Kino.

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Exklusiver Einblick in den neuen Ausstellungsbereich "Islamische Kunst" im Louvre - eine emotionale Reise zu den emblematischen Stätten dieser Kultur.

Zum Dossier Die ausgestreckte Hand - Islamische Kunst im Louvre

Freitag, 10. Februar 2012 um 04.00 Uhr

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Nouvelle Vague - Außenansichten
(Frankreich, 2008, 51mn)
ARTE F
Regie: Luc Lagier

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Ende der 50er Jahre entstand in Frankreich eine neue Stilrichtung im Kino, die sich gegen eingefahrene Bildsprache und einen vorhersagbaren Erzählfluss wandte. Zur Nouvelle Vague gehören Regisseure wie François Truffaut, Alain Resnais, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und andere - heute weltberühmte - französische Filmemacher. Die Dokumentation stellt wichtige Filmemacher vor, untersucht aber auch, welchen Einfluss die Nouvelle Vague außerhalb Frankreichs auf das internationale Kino hatte.

Bei den Filmfestspielen in Cannes 1959 erregten zwei Filme Aufsehen: "Sie küssten und sie schlugen ihn" von François Truffaut sowie "Hiroshima, mon amour" von Alain Resnais. Die Nouvelle Vague - auf Deutsch die "Neue Welle" - war geboren. Für diesen von der Presse geprägten Begriff steht heute eine ganze Generation junger Filmemacher, die mit Filmen wie "Außer Atem", "Die Unbefriedigten" und "Lola, das Mädchen aus dem Hafen" den französischen Film nachhaltig prägten. Zu den bekanntesten Vertretern der Nouvelle Vague gehören, neben François Truffaut und Alain Resnais, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol, Jacques Demy, Jaques Rivette, Eric Rohmer, Agnès Varda und Chris Marker.
Die Dokumentation wirft zahlreiche Fragen auf, unter anderem auch über den internationalen Einfluss der Nouvelle Vague. Hat sich diese Art Filme zu machen international durchsetzen können? Wie hat sie das amerikanische Kino von den 70er Jahren bis heute beeinflusst? Wie haben amerikanische Regisseure die Nouvelle Vague rezipiert? Und warum haben französische Regisseure wie Truffaut, Godard und Resnais letztlich nie in den USA gedreht? Antworten auf diese Fragen soll ein Blick über den Ozean geben. In New York und Los Angeles kommen dazu Filmgrößen wie Sidney Lumet, Arthur Penn, Monte Hellman, William Friedkin, Paul Schrader, Robert Benton, D. A. Pennebaker, Jerry Schatzberg, Brian De Palma, James Gray und Wes Anderson zu Wort.





KURZSCHLUSS


Freitag, 22. Mai 2009

00:20
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KurzSchluss - Das Magazin

Sondersendung Cannes

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"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

Zum Dossier Kurzschluss - Das Kurzfilm-Magazin

Freitag, 22. Mai 2009 um 00.20 Uhr

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KurzSchluss - Das Magazin
(Frankreich, 2009, 45mn)
ARTE F
Produzent: 3XPLUS

16:9 (Breitbildformat)

ARTE hat als einziger Fernsehsender ein eigenes Kurzfilm-Magazin. "KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews. Heute: Anlässlich der Internationalen Filmfestspiele in Cannes widmet sich "KurzSchluss - Das Magazin" dem renommierten Festival. Neben einem Blick hinter die Kulissen der "Semaine Internationale de la critique" und der "Cinéfondation" - zwei Förderprojekten für junge Talente - zeigt das Magazin auch die kreativen Ergebnisse dieser einzigartigen Unterstützung.

(1): Kurz-Info - "Semaine Internationale de la critique"
Die Förderung junger Filmemacher und ihrer Erstlingsfilme steht im Mittelpunkt der "Semaine Internationale de la critique", der Internationalen Woche der Filmkritik in Cannes. "KurzSchluss - Das Magazin" stellt die renommierte Sektion vor, die sich auch für den Kurzfilm als wichtige Talentschmiede erwiesen hat.

(2): Kurz-Info - "Cinéfondation"
Die 1998 im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes gegründete "Cinéfondation" hat sich die Förderung der weltweiten Filmproduktion zum Ziel gemacht. Anhand einer jährlichen Auswahl internationaler Kurz- und Langfilmprojekte unterschiedlicher Filmhochschulen steht für die "Cinéfondation" die Entdeckung junger Talente im Vordergrund.
In der heutigen Sendung trifft "KurzSchluss - Das Magazin" den Direktor der Einrichtung, Georges Goldenstern, sowie Laurent Jacob, den Leiter der Auswahlkommission.


>> Hier geht's zur Sendung


Philippe NOIRET


Mittwoch, 27. Mai 2009

14:45
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Cinema Paradiso

Der Film erzählt die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft und inniger Beziehung.

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Mittwoch, 27. Mai 2009 um 14.45 Uhr

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Cinema Paradiso
(Italien, 1988, 119mn)
ARTE F
Regie: Giuseppe Tornatore
Kamera: Blasco Giurato
Musik: Ennio Morricone, Andrea Morricone
Schnitt: Mario Morra
Darsteller: Jacques Perrin, Philippe Noiret, Antonella Attili (Salvatores Mutter), Marco Leonardi (Salvatore als Jugendlicher), Salvatore Cascio (Salvatore als Kind)

Hörfilm-Fassung 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Als der erfolgreiche Filmregisseur Salvatore Di Vita durch einen nächtlichen Anruf erfährt, dass Alfredo, der ehemalige Filmvorführer seines sizilianischen Heimatdorfes, gestorben ist, steigen lang vergessene Kindheitserinnerungen in ihm auf. Alfredo war es, der in Salvatore Liebe und Leidenschaft zum Kino weckte. Der Film erzählt die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft und inniger Beziehung, nicht nur zwischen Alfredo und Salvatore, sondern auch zwischen dem Kino und seinem Publikum.

Rom in den 80er Jahren. Der erfolgreiche Regisseur Salvatore Di Vita war schon 30 Jahre lang nicht mehr in seinem sizilianischen Heimatdorf, als er von seiner Mutter eine Nachricht erhält, die Erinnerungen an seine Kindheit in ihm wachruft. Damals war er Messdiener und hatte sich mit Alfredo, dem Filmvorführer des Gemeindekinos, angefreundet. Alfredo hatte ihm sogar erklärt, wie die Vorführgeräte funktionieren. Bei einem Brand fiel das Kino den Flammen zum Opfer und Alfredo verlor sein Augenlicht. Nachdem ein Dorfbewohner mit seinem Lottogewinn den Wiederaufbau des Kinos finanziert hatte, übernahm Salvatore, obwohl noch ein Junge, Alfredos Aufgabe. Doch nach dem Militärdienst drängte Alfredo den jungen Mann, das Dorf zu verlassen und sein Glück anderswo zu versuchen.

In amüsiert-nostalgischem Ton erinnert Filmemacher Giuseppe Tornatore an eine Zeit, als es das Fernsehen noch nicht gab und das Kino in den italienischen Dörfern noch eine wichtige Rolle spielte. Der gesamte Film, in dem die liebevoll-ironische Betrachtung der Sitten und Gewohnheiten dieser Zeit durch passende alte Filmaufnahmen ergänzt wird, hat etwas Pittoreskes und ist eine Liebeserklärung an das Kino und eine Hommage an diejenigen, die mit und in ihm großgeworden sind.
"Cinema Paradiso" wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht. Unter anderem 1989 mit dem Oscar und dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film. Regisseur Giuseppe Tornatore erhielt den Spezialpreis der Jury beim Filmfestival in Cannes 1989. Und Philippe Noiret bekam für die Darstellung des Filmvorführers Alfredo unter anderem den Europäischen Filmpreis 1989.
Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Ein nostalgisch gefärbter Film, der die Geschichte des Kinos als Erlebnisort und Hort der Träume ebenso erzählt wie die fragmentarische Geschichte Siziliens. Er knüpft an die Idee des Kinos als 'Kunst der Emotionen' an und entwickelt in dieser Beziehung eine faszinierende Kraft. Sentimentalitäten werden dabei stets durch feinen Humor, leise Ironie und pointierten Witz gebrochen."


>> Philippe Noiret, einer der begabtesten und beliebtesten Schauspieler seiner Zeit.

DOKUS


Sonntag, 14. Juni 2009

14:00
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Annie Leibovitz: Leben in Bildern

Porträt

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Sonntag, 14. Juni 2009 um 14.00 Uhr

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Annie Leibovitz: Leben in Bildern
(Usa, 2005, 79mn)
ARTE F
Regie: Barbara Leibovitz
Produzent: Thirteen, Wnet, AdirondackPictures

16:9 (Breitbildformat)

Ihre Bilder schrieben Geschichte: Ob Nicole Kidman, Brad Pitt, Bill Gates oder Susan Sontag - sie fotografierte Berühmte, Reiche und Intellektuelle, hielt aber auch die Schrecken unserer Zeit wie den Krieg in Sarajevo und Ruanda in Bildern fest. Das Porträt begleitet die Fotografin bei ihrer Arbeit und zeigt immer dicht an ihrer bewegten Lebensgeschichte, wie fantastisch sie den Glamour der Stars und zugleich sehr persönliche Fotos in Szene setzt.

Sie hat viele prominente Persönlichkeiten unserer Zeit fotografiert: Annie Leibovitz - ihr Name steht für die Fotokunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Ihre perfekt inszenierten und ausgeleuchteten Porträtfotos erschienen in den Zeitschriften "Rolling Stone",- bei der sie ihre Karriere begann - (Cheffotografin 1973-1983), "Vanity Fair" (Mitarbeit ab 1983) und "Vogue" (ab 1998). Ihr Werk wurde und wird vielfach ausgestellt. Dabei pflegt sie ihren ganz eigenen Stil, den jeder, auch der Laie, sofort erkennt: Viele ihrer Fotografien sehen aus wie ein Schnappschuss, doch je länger man sie betrachtet, umso klarer treten die kunstvoll ins Bild gesetzten Details zutage.
Sie fotografiert außergewöhnliche Menschen: die Berühmten, Mächtigen, Reichen und Schönen dieser Welt ebenso wie international bekannte Intellektuelle. Auch die Schrecken des Krieges, zum Beispiel in Sarajevo und Ruanda, hielt sie im Bild fest.
Vor der Filmkamera ihrer jüngeren Schwester Barbara Leibovitz ("Salvaged Lives", 1995) schildert sie ihren künstlerischen und persönlichen Werdegang. Man sieht sie in ihrem Fotostudio, auf ihrem Bauernhof und beim Zusammenstellen ihrer jüngsten Retrospektive, die auch zarte Privatfotos fern allen Glamours zeigt.
Das lebensnahe Porträt der Fotografin ist angereichert durch Interviews, bei denen Verwandte sowie von ihr Porträtierte zu Wort kommen: Michail Baryschnikow, Tina Brown, Graydon Carter, Rosanne Cash, Hillary Rodham Clinton, Whoopi Goldberg, Mick Jagger, Bette Midler, Demi Moore, Mark Morris, Yoko Ono, Keith Richards, Arnold Schwarzenegger, Patti Smith, Gloria Steinem, Jann Wenner und Anna Wintour.


Montag, 28. Mai 2012

05:00
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Die Kritiker - Zwischen Macht und Ohnmacht

In "Die Kritiker - Zwischen Macht und Ohnmacht" lässt Filmemacher Claus Räfle Kritiker und Kritisierte zu Wort kommen.

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Montag, 28. Mai 2012 um 05.00 Uhr

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Die Kritiker - Zwischen Macht und Ohnmacht
(Deutschland, 2008, 52mn)
SWR
Regie: Claus Räfle

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

"Besser eine schlechte Kritik, als keine Kritik" - dieses Motto ist leichter dahingesagt als wirklich zu Herzen genommen. In der Welt von Literatur, Theater und Film ist der Kritiker ein gefürchteter Berufsstand. Anlässlich der Filmfestspiele in Cannes fragt ARTE nach den Menschen, die Karrieren initiieren oder zerstören können, und lässt sowohl Kritiker als auch Kritisierte aus drei Genres zu Wort kommen. Wie viel Macht haben sie in Zeiten von Blockbustern wirklich noch?

Kritiker können Bestsellern den Weg ebnen, das Publikum vom Kinobesuch abhalten und Theateraufführungen in Katastrophen verwandeln. Kritikern wird unterstellt, das Bedürfnis nach Spott und Schadenfreude zu stillen, und alles besser zu wissen. Höchste Zeit, diesem gefürchteten Berufsstand zu Leibe zu rücken. Wer sind die Menschen, die hinter den kleinen schwarzen Attacken stecken? Was treibt sie an, welchen Einfluss haben sie, wem sind sie verpflichtet und welches Leid fügen sie ihren Opfern zu?
In "Die Kritiker - Zwischen Macht und Ohnmacht" lässt Filmemacher Claus Räfle Kritiker und Kritisierte aus drei klassischen Kulturgattungen, aus Film, Literatur und Theater, in einem europäischen Streifzug zu Wort kommen. Anlässlich der Filmfestspiele in Cannes befragt er zwei Vertreter der ehrwürdigen französischen Filmkritik nach deren Einschätzung eigener Macht oder Ohnmacht.
Angesichts einer zunehmenden Kommerzialisierung der Filmkunst fällt ihr Eigenurteil eher bescheiden aus. "Wir versuchen, den Kleinen zu helfen und die Großen gerne auch mal abzuwatschen", so der Kulturchef und Filmkritiker der französischen Tageszeitung "Libération", Gérard Lefort. Doch gänzlich wirkungslos scheint ihre Zunft auch in Zeiten der Blockbuster nicht zu sein. Sein Kollege Thomas Sotinel von "Le Monde" klagt, dass ihn schon mal ein aufgebrachter Regisseur verprügeln wollte, so sehr habe ihn eine wenig zustimmende Besprechung seines Filmes vergrätzt.
Im deutschen Literaturbetrieb geht es weniger handgreiflich zu. Dafür droht einer traditionsreichen Zunft der Garaus, wie der Chefkritiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" beklagt. Es gibt kaum noch Nachwuchs. Dabei hat dieses Fach hierzulande den wohl bekanntesten Kritiker überhaupt hervorgebracht. Doch auch Übervater Marcel Reich-Ranicki stellt seinen Erben ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis aus. Vielen mangele es am wesentlichen Rüstzeug ihres Berufes, an "der Fähigkeit zu lesen," so Marcel Reich-Ranicki.
Kein Wunder bei immer mehr Neuerscheinungen, aber immer weniger Raum, welchen die Tageszeitungen der schöngeistigen Buchbesprechung einräumen. Prominente Autoren, unter ihnen Christian Kracht, Ingo Schulze, aber auch Roger Willemsen und Ulrich Wickert schildern, wie sie sich vor dem Urteil der Kritiker zu schützen versuchen.
Etwas anders gelagert der Stand der Theaterkritik in England. Michael Billington vom "Guardian" ist seit bald vier Jahrzehnten für Lob und Tadel zuständig. Er liebt seinen Beruf. Kein Wunder bei dem höchst reichhaltigen Angebot an Premieren großartiger britischer Stücke, bei denen oft und gerne auch Hollywood-Filmstars mitwirken.
Ein anderer Kritiker, der "Evening Standard"-Rezensent Nicholas de Jongh, hat ein eigenes Stück geschrieben und keiner seiner Kollegen verriss ihn. Engländer bevorzugen das Fair Play, den etwas unaufgeregteren Ton. In England würde sich auch das Publikum bei Nacktdarbietungen, wie sie in Deutschland regelmäßig auf dem Spielplan stehen, wahrscheinlich genervt abwenden.
Wie das Internet die Kritik verändert, erläutert der begeisterte Blogger und "Spiegel"-Mann Matthias Matussek. Für ihn erfüllen sich in der Welt des Netzes uralte 68er-Forderungen, die da lauteten, dass jeder Zugang zu den Produktions- und Vervielfältigungsmitteln erhalten sollte. Dafür scheut Matussek keine Kostümierung und keinen Gag, um auch den leseunwilligen Nachwuchs mit Kultur und Qualität zu segnen.


Montag, 25. Mai 2009

03:00
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Israels Kino erzählt

(1): 1932 - 1978

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Montag, 25. Mai 2009 um 03.00 Uhr

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Israels Kino erzählt
(Frankreich, 2007, 104mn)
ARTE F
Regie: Raphael Nadjari

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Der zweiteilige Dokumentarfilm beleuchtet die vielschichtige Entwicklung des israelischen Films als Spiegel einer durch religiöse, ethnische und politische Konflikte gespaltenen Gesellschaft. Der erste Teil schildert die Zeit von 1933 bis 1978, vom Zionismus bis zu den ersten Versuchen einer kritischen Sicht auf diese politische Ausrichtung.

In Filmausschnitten und Interviews lässt Filmemacher Raphael Nadjari die Geschichte des israelischen Films von 1933 bis 2005 Revue passieren. Bei seiner chronologischen Darstellung werden markante Epochen sowie die verschiedenen Genres und Themen verdeutlicht - von ideologisch ausgerichteten Filmen bis hin zu sehr persönlichen Stellungnahmen zu randständigen oder universellen Fragen, von kommerziellen bis hin zu politisch und sozial engagierten Werken.
In seinem durch jahrelange Recherchen zusammengestellten Dokumentarfilm lässt Raphael Nadjari Schauspieler, Regisseure, Filmkritiker und Intellektuelle zu Wort kommen. Außerdem zeigt er die unterschiedlichen Ansätze verschiedener Filmemacher bei ihren Versuchen, schwierige Sachverhalte zu erforschen, zu verstehen, anzuprangern und eigene moralische Standpunkte filmisch umzusetzen.
Der erste Teil behandelt die frühen Jahre des israelischen Filmschaffens, beginnend mit dem Jahr 1933, bis in die späten 70er Jahre. Dabei stehen der Zionismus und erste Versuche einer kritischen Würdigung dieser politischen Ausrichtung im Vordergrund.



LIVE AUS CANNES


  • ARTE Kultur jeden Abend um 19.30 Uhr vom 13. bis 23. Mai


  • Erstes Feed-Back über die Hitliste, am 24. Mai um 20.15 Uhr

  • METROPOLIS, am 16. und 23. Mai um 22.30 Uhr
    >> Hier geht's zur Sendung




Erstellt: 15-04-09
Letzte Änderung: 06-11-13