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Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Österreich

Nach vielen Jahren in Deutschland kehrt Sarah Wiener für die kulinarischen Abenteuer zurück nach Österreich, in ihre Heimat.

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Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Österreich

Nach vielen Jahren in Deutschland kehrt Sarah Wiener für die kulinarischen Abenteuer zurück nach Österreich, in ihre Heimat.

Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Österreich

"Sarah und die Küchenkinder" - Interview - 16/04/09

Kindern den Spaß am Kochen beibringen

Interview mit Sarah Wiener kurz vor dem Start der Dreharbeiten zu ihrer neuen Reihe "Sarah und die Küchenkinder". Warum und wie man Kindern kochen beibringen sollte und wie man sich gesund ernährt. Kinderleicht, oder?

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Wie kam es zur Idee der neuen Reihe?
Was steht auf dem Speiseplan?
Was steht sonst auf dem Programm?
Wie verlief Sarahs erstes Kocherlebnis?
Wie kann man sich gesund ernähren?
Wofür setzt sich Sarah Wiener ein?


Transkription des Interviews:

Worum geht es in dieser neuen Serie und wie kam es zu der Idee?

Es geht in dieser Serie darum, dass 12 Kinder in Südfrankreich in einem Sommercamp mit mir und durch mich kochen lernen. Ich möchte ihnen aber auch zeigen, wo die verschiedenen Nahrungsmittel herkommen: Die Kinder gehen angeln, imkern, gärtnern. Es ist mir wichtig, dass sie Respekt vor den Grundprodukten bekommen. Die Idee zur Doku-Reihe entstand daraus, dass ich schon immer gerne etwas mit Kindern machen wollte. Ich finde es sehr wichtig, dass man Kindern Kochen und gesunde Ernährung beibringt. Gerade in unserer Zeit! Denn Eltern kochen nur noch selten für ihre Kinder - weil sie es selber nicht mehr können, oder weil sie überlastet sind. Außerdem finde ich das eine nette Idee, mit Kindern aus verschiedenen Ländern einen Monat verbringen zu dürfen, um sie in die Welt des Kochens einzuweisen. Und ich bin sicher, ich lerne auch noch viel dazu.


Die Kinder sind unterschiedlichen Alters, aber insgesamt noch recht jung. Wird es da eher bei einfacheren Sachen bleiben oder kann es auch etwas komplizierter werden auf dem Speiseplan?

Unser Anspruch ist schon, dass die Kinder tatsächlich auch Kochen lernen, also den Kochprozess verstehen. Es geht nicht darum, dass du ein Gericht perfekt beherrschst und weißt, wie du jetzt ein Perlhuhn füllst und wickelst und bei Niedrigtemperatur garst. Es geht darum, dass du verstehst, wann eine Zwiebel glasig ist, wann sie goldgelb ist, wann sie braun ist und wann sie schwarz ist. Es geht darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wann eine Karotte durch ist, wann sie bissfest ist und wann sie Matsch ist. Wenn man das verstanden hat, dann erleichtert einem das für das ganze Leben das Kochen. So kann man diese Grundkenntnisse als Trampolin benutzen, um seine eigenen Gerichte zu kreieren. Das ist mir viel wichtiger, als irgendwelche klassischen Rezepte perfekt nachkochen zu können.


In den vier Wochen soll aber nicht nur gekocht werden, sondern es werden auch andere Aktivitäten mit den Kindern unternommen…

Wir sind im Sommermonat, die Kinder haben Ferien und wollen sich natürlich auch amüsieren. Kochen soll Spaß machen. Die Kinder sollen nicht dazu gezwungen werden, sich etwas zu erarbeiten, sondern sollen spielend lernen, wie der Kochvorgang vonstatten geht. Da es relativ junge Kinder sind, gehören natürlich - wie bei Erwachsenen auch – Freizeit, Spaß und Abenteuer zu einem perfekten Urlaub. Wir werden also nicht nur kochen, sondern auch eine Menge miteinander erleben.


Erinnern Sie sich an eines Ihrer ersten eigenen Kocherlebnisse als Kind? Wo Sie besonders stolz waren auf das, was Sie gekocht haben?

Ich habe eher Erinnerungen gegenteiliger Natur. Ich erinnere mich an meinen ersten Griesbrei, der verdammt viele Klümpchen enthalten hat. Und ich erinnere mich an ein Spaghettiessen mit meiner Freundin aus Wien, bei dem wir nicht wussten, dass Spaghetti ja aufgehen. Wir haben also drei Packungen Spaghetti in einen Wassertopf geschmissen und der wurde immer mehr und mehr und mehr und wir waren immer ratloser und entsetzter und haben dann diesen ganzen Topf heimlich ins Klo entsorgt, weil wir so schockiert waren über diese Masse und über diesen Kochvorgang, dass sich da etwas bewegt und in die Höhe wächst. Wir haben dann zwar jeder so eine Portion „nackerte“ Spaghetti gegessen, ohne Öl, ohne Butter und ohne Salz, aber ich glaube, das war nicht wirklich ein kulinarisches Highlight in meinem Leben. (lacht)


Welche Ratschläge können Sie generell für eine gesunde Ernährung geben? Auf was sollten wir achten?

Ich glaube, eine gute Methode ist, selber zu kochen, auch abwechslungsreich zu kochen und wirklich frische Grundnahrungsmittel zu verwenden. Und wenn es geht, regionale, saisonale sowie biologisch erzeugte Nahrungsmittel zu kaufen. Zum einen sind die nicht mit Pestiziden, Fungiziden oder Herbiziden belastet, zum anderen nützt das auch der Natur. Und wenn man weiß, was man isst, dann kann man auch besser beurteilen und entscheiden, ob man das wirklich essen möchte. Denn wenn man selber kocht, sich die Mühe des Einkaufens macht, die Mühe des Putzens, des Waschens, des Kleinschnippelns, dann hat man schon so viel Liebe und Aufmerksamkeit in dieses Gericht gegeben, dass man es auch mit einer anderen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit essen wird. Und außerdem sättigt das dann doch mehr als diese schnell gekauften Snacks.


Woher kommt es, dass Sie eine so engagierte Köchin sind und sich mit so viel Energie für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen?

Das ist mir ein wichtiges Anliegen. Ich bin eine Köchin, die in der Öffentlichkeit steht. Als solche habe ich auch eine gewisse Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber. Es gibt meinem Leben einen Sinn, etwas zu tun, von dem ich glaube, dass es sinnvoll ist. Es ist zum Beispiel sinnvoll, Kindern das Kochen beizubringen, oder ein bestimmtes Bewusstsein für unsere Konsumwelt und für Ernährung zu schaffen. Deswegen habe ich auch eine Stiftung gegründet, die „Sarah Wiener Stiftung - für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“, die sich eben genau mit dieser Problematik und mit diesen Themen beschäftigt. Nämlich: Wie kann man Kindern wieder das Kochen beibringen? Wo muss man da hingehen? Was müssen Kinder lernen, damit sie eigenverantwortlich die Kontrolle über ihren eigenen Körper erlangen? Diese Themen liegen mir sehr am Herzen, weil für mich alles mit allem zusammenhängt. Man kann nicht nur sagen: „Essen und Kochen sind ein spezieller Teil unseres Daseins, der mit allen anderen Dingen nichts zu tun hat!“ Ich glaube nicht, dass es so ist. Ich glaube, dass der Mensch das Produkt seines Stoffwechsels ist. Und wenn das so ist, dann ist es extrem wichtig, was wir essen.

Interview: Sabine Lange

Erstellt: 02-03-09
Letzte Änderung: 16-04-09


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