
Kenneth Weiss (Cembalo)
Label: Satirino
Vertrieb: Codaex
Genre: Barock

Trotz aller Leichtigkeit hat Kenneth Weiss’ Spiel Tiefgang. Es erinnert an das changierende Licht eines winddurchwehten Weizenfeldes. Dieser geheimnisvolle Luftzug, der die Menschen aufwühlt, wohnt auch Bachs Musik inne und entfaltet sich in Weiss’ energischer, feinfühliger Interpretation.
Die Goldberg-Variationen scheinen aus dem Nichts aufzutauchen. Die Bewegungen und Farben, die im Verlauf des Stückes erkennbar werden, weisen dem Künstler den Weg. Das Zögern in der 9. und 15. Variation entstammt dabei keiner bewussten Entscheidung, vielmehr drängt es sich quasi auf. Auch wenn die linearen Zusammenhänge erst durch die Klarsicht und Technik von Kenneth Weiss deutlich werden, beruht ihre Entstehung auf einer anderen Kraft.
Kenneth Weiss’ Goldberg-Variationen wirken wie das Licht der Toskana. Er überlässt sich der Bewegung der Luft, folgt dem Wechsel des Lichtes. So erklärt sich, warum sein Spiel so spontan und wenig vorhersehbar scheint.
Es fällt mir immer schwer, mich für formale Elemente zu begeistern. Lieber lasse ich mich von der Musik überraschen und mitreißen. Bei bekannteren Werken wird dies schwierig, da oft Gehörtes mit der Zeit glanzlos wird. Diese heitere CD zeigt jedoch eine wunderschöne Landschaft und lädt zur (Wieder-) Entdeckung ein.
Mathias Heizmann






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