
Symphonien
n°52 in c-Moll
n°49 in f-Moll
n°58 in F-Dur
Thomas Fey (Leitung)
Label : Hänssler Profil
Vertrieb : Intégral

Es wäre lächerlich, wollte man über Musik nur von einem einzigen Gesichtspunkt aus sprechen. Aber wenn man die CD auflegt, wenn man immer wieder das kleine Ritual des leidenschaftlichen Plattenfans vollzieht, dann lässt sich nicht leugnen, dass unsere Wahl immer von einer bestimmten Idee der Musik (und manchmal des Werks) geführt wird.
Ich erinnere mich, dass ich lange die großen Orchester vorzog und jenen berauschenden Klang suchte, den Karajans Einspielungen und die der zeitgenössischen Interpreten verströmten. Wie hätte damals die Sinfonie Nr. 49 mit Thomas Fey als Dirigent auf mich gewirkt? Die kleine Orchesterformation hätte mich sicherlich stutzig gemacht, denn das Heidelberger Orchester ist nicht mit dem Berliner vergleichbar. Es wurde 1993 gegründet und versucht, den Ansprüchen eines in der sogenannten romantischen Tradition stehenden Repertoires mit Barockinstrumenten gerecht zu werden.
Gewiss, man kann sich nicht gänzlich seinen Hörgewohnheiten entziehen. Was mich aber bei Thomas Fey berührt, ist, dass er sich weder völlig abseits dessen bewegt, was heute zum „guten Ton“ der Interpretation klassischer Werke gehört (kleines Orchester, Betonung der Kadenzen, rhythmische Akzente, Artikulation) noch gänzlich von der Logik des jeweiligen Werks abweicht. Man könnte sogar behaupten, dass er gerade dank seiner stimmigen ästhetischen Positionen in der Lage ist, heute eine Art musikalisches Epos zu konstruieren, dessen Handlungsfaden vor zweieinhalb Jahrhunderten gelegt wurde.
Ich könnte mich also darauf beschränken zu schreiben, dass sich Thomas Fey, indem er die Kontraste und den vielschichtigen Aufbau des Werks hervortreten lässt, fast einer „Wahrheit“ annähert. Tatsache ist, dass mir die eigentümliche Energie, die zuweilen fast brutale Freude, mit der er den Orchesterklang ausreizt, kurz, dass mir diese Art des musikalischen Engagements ganz besonders gefällt. Daraus folgt allerdings, dass man meinem Urteil nicht blind trauen darf. Jeder sollte selbst seine Erfahrungen auf dem bewegten Terrain dieses Dirigenten machen!
Mathias Heizmann







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