Interview mit Jean Nouvel (Originalfassung auf Französisch)
Die Grundgedanken einer Sammlung im Aufbau
Grundgedanke des Büros von Jean Nouvel war, den Künsten und Kulturen Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Amerikas einen würdigen Ort zu bieten, der sich in das an Sehenswürdigkeiten reiche Stadtbild integriert und zugleich aus ihm heraussticht. Jean Nouvel liefert eine Lösung, bei der er sich selbst treu bleibt.Maxime dieses architektonischen Vorhabens ist, sich von den Bezugssystemen westlicher Architektur (Barrieren, Vitrinen, Geländer, eingezogene Decken) frei zu machen und eine Umgebung zu schaffen, die Künste und Kulturen aus vier Kontinenten empfängt und aufnimmt.
Vier Gebäude, ein Museum
Der Komplex setzt sich aus vier verschiedenen Gebäuden zusammen, von denen jedes seine eigene Architektur aufweist. Darin befinden sich die aus verschiedenen Ebenen bestehenden Räume für Dauerausstellungen, die Räume für Sonderausstellungen, Arbeitsplätze für Wissenschaftler, eine Mediathek, ein Auditorium, Lehr- und Hörsäle sowie ein Restaurant mit Glasdach und einer erhöhten Plattform, von der aus man auf eine Terasse hinaustreten kann.
Inmitten von Bäumen gleicht das Bauwerk einem breiten Steg, der von einem 18 000 m2 großen Garten eingehüllt wird, den der Landschaftsarchitekt Gilles Clément gestaltet hat. Eine lange und hohe mit Siebdrucken verzierte Glaswand schirmt den Garten vom Verkehr am Quai Branly ab, so wie es sich Jean Nouvel vor zehn Jahren für die Fondation Cartier vorgestellt hat. Das Markenzeichen des Baus sind jedoch die an der Nordfassade befestigten Schachteln, farbige „Auswüchse“ unterschiedlicher Größe, eine Art Kuriositätenkabinett, aber zugleich Ausstellungsräume, die besonders seltene und kostbare Exponate beherbergen.Eine weitere Besonderheit des Musée du Quai Branly ist die Pflanzenwand von Patrick Blanc. 800 m2 Fassade sind mit über 15 000 Pflanzen bewachsen.
„Dies ist ein beseelter, bewohnter Ort, an dem die Geister unserer Vorfahren, die die conditio humana entdeckten und Götter und Religionen erdachten, miteinander kommunizieren. Dieser Ort ist einzigartig und merkwürdig. Lyrisch und verstörend.“ (Jean Nouvel in seiner Absichtserklärung im Rahmen des internationalen Architekturwettbewerbs 1999)Sabine Lange
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>> Website der Ateliers Jean Nouvel (auf Französisch)






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