Die Entscheidung ist gefallen, die Ergebnisse sind bekannt und bestimmt wird es Diskussionen geben über die Sachdienlichkeit einer Rückkehr der Brüder Taviani in der Zeit "nach Berlusconi" oder über das Tragen von Römerkostümen in Autorenfilmen. Zu unseren Diskussionen von gestern Abend werde ich nichts sagen. Es müssen ja nicht alle wissen, wer wen an den Haaren gezogen hat und wer fast ein halbvolles Glas Berliner Kindl ins Gesicht geschüttet bekommen hätte.
Wie dem auch sein, wir haben jedenfalls alle nach bestem Wissen und Gewissen entschieden, wir waren mit Leidenschaft dabei und würden es alle wieder tun. Was mich betrifft: mir war kalt, mir war warm, ich kann jetzt endlich Wörter wie Wiener Schnitzel und Nahrungsmittelunverträglichkeit aussprechen, ich hatte Alpträume von philippinisch-österreichisch-indonesischen Koproduktionen und: ich habe dieses Berlinale-Tagebuch sehr gerne geschrieben; oft spät abends, im Pyjama auf dem Perserteppich meiner Suite im Ritz.
À propos Teppich: der rote Teppich des Berlinale Palastes hat in den letzten zehn Tagen ganz schön gelitten unter den Hunderten – was sage ich – Tausenden von Pfennigabsätzen und polierten Schuhen. Heute Abend werden wir ihm ein letztes Mal die Ehre erweisen; zur Abschlussgala und Preisverleihung der Berlinale 2012; die, wie ich hoffe, genau so schön sein wird, wie die gesamten Filmfestspiele. So long, bis bald.





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