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Istanbul

Der neue non-lineare Korsakow-Dokumentarfilm von Florian Thalhofer über den Mikrokosmos der Istanbuler Galata-Brücke ist online!

Istanbul

THEMENWOCHE AB SONNTAG, DEN 26. SEPTEMBER 2010 - 04/10/10

Istanbul

Das TV-Programm in der Übersicht


Mit einem Themenschwerpunkt feiert ARTE ab dem 26. September eine Woche lang Istanbul, Europäische Kulturhauptstadt 2010.

Drei Großreiche haben die Metropole am Schnittpunkt Europas und Asiens geprägt: Sie war das Byzanz der Griechen, das Konstantinopel des Oströmischen Reichs und das Istanbul der Osmanen. Errichtet auf sieben Hügeln zeigt sich die kosmopolitische Großstadt als Symphonie der Kulturen, als fruchtbarer Schmelztiegel mit verblüffender Bevölkerungsvielfalt. Zwei riesige Brücken verbinden den asiatischen mit dem europäischen Teil.
ARTE widmet dieser großen kulturellen Drehscheibe eine eigene Themenwoche, um sie in ihrer ganzen Pracht, aber auch in ihrer Widersprüchlichkeit zu präsentieren.

ALLE TV-PROGRAMME IN DER ÜBERSICHT:

Samstag, 9. Oktober 2010

17:45
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Meine Wiederholung
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Zu Tisch in ... Istanbul

Istanbul - die attraktive und lebhafte Millionenmetropole am Bosporus wächst rasant...

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Sonntags um 17.45 Uhr auf ARTE

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Samstag, 9. Oktober 2010 um 17.45 Uhr

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Zu Tisch in ... Istanbul
(Deutschland, 2010, 26mn)
ZDF
Regie: Elke Sasse

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Istanbul - die attraktive und lebhafte Millionenmetropole am Bosporus wächst rasant. Noch immer zieht es zahlreiche Menschen aus Asien und Europa in die Stadt am Wasser. Das macht bis heute die Vielfalt der türkischen Küche aus, Einflüsse der ehemaligen französischen Palastköche sind hier ebenso zu finden wie Gerichte ostanatolischer Ziegenhirten.

Wo man hinschaut, wird gebaut - jeder freie Platz wird genutzt. Die grünen Flecken im Stadtbild Istanbuls werden langsam aber sicher rar.
Für die Großfamilie von Mine und Ilhan Agcaabat ist daher ihr Grundstück mit Garten zwar ein bescheidener aber ein hoch geschätzter Besitz. Sie leben in Beykoz, auf der asiatischen Seite Istanbuls, den Bosporus entlang Richtung Schwarzes Meer. Dort zieht Ilhans Mutter Emine unermüdlich Tomaten, Paprika und was sonst noch Platz findet zwischen den drei Häusern der Familie. Sie stammt aus einem Dorf an der Schwarzmeerküste und kam erst mit 16 Jahren in die Stadt. Am liebsten kocht sie im Garten unter freiem Himmel, so wie es in ihrer Heimat Brauch ist. Ihre Schwiegertochter Mine ist allerdings mitten in der Metropole im Stadtteil Taksim aufgewachsen, deswegen hält sie sich aus der Gartenarbeit heraus.
Ilhan ist Silberschmied. Seine Werkstatt nahe dem großen Basar liegt in einem Hof, in dem sich viele Silberhandwerker niedergelassen haben. Diese pflegen noch immer die Tradition der Silberhandwerkskunst, während sich in den Läden der Umgebung bereits die Billigkonkurrenz bemerkbar macht.
Zu seiner Arbeit fährt Ilhan jeden Morgen mit der Fähre über den Bosporus, er genießt diese Fahrten an der frischen Luft bei Zeitungslektüre und seinem ersten Çay, so heißt der Schwarztee hier.
Wie viele Istanbuler, sind auch die Agcaabats eine Familie von Zuzüglern. Und so ist auch die Istanbuler Küche geprägt von den Einflüssen der jeweiligen Herkunftsregionen. Istanbul war von jeher, schon als es noch Byzanz und Konstantinopel hieß, von Menschen verschiedenster Herkunft bevölkert. Das spiegelt sich auch in der ungewöhnlichen kulinarischen Vielfalt der türkischen Küche wieder.
Mine kocht gefüllte Paprika, Gözleme und Sekerpare - mit viel Zucker, so schmeckt es am besten, findet sie. Genau das Richtige für ein Picknick mit Freundinnen am Bosporus. Çay wird es dazu selbstverständlich auch geben.


Montag, 4. Oktober 2010

10:00
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Nächster Halt: Istanbul

(1): Die kleinen Vergnügen der Männer

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Montag, 4. Oktober 2010 um 10.00 Uhr

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Nächster Halt: Istanbul
(Frankreich, 2009, 20mn)
ARTE F
Regie: Gilles Cayatte

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

"Nächster Halt: Istanbul" verlässt eingetretene touristische Pfade und präsentiert eine besondere Art, sich einer Weltmetropole zu nähern. Die Journalistin Emmanuelle Gaume verbringt vier Tage in Istanbul, das im Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas ist. Dabei folgt sie bei ihrer Stadterkundung jeden Tag einer neuen, ungewöhnlichen Route. Und jeder Tag steht im Zeichen eines anderen Themas. So entsteht ein originelles Porträt der lebendigen Metropole zwischen Orient und Okzident in vier Etappen. Die erste Etappe widmet sich Vergnügungen, die Istanbul vor allem für Männer bereithält.

Emmanuelle Gaumes erste Route durch Istanbul ist Vergnügungen wie dem Ringkampf, dem Hamam, Wasserpfeifen, Raki und Fußball gewidmet. Der Rundgang beginnt im Stadtteil Eyüp, einem traditionellen Viertel am Ende des Goldenen Horns. Emmanuelle Gaume sieht sich dort einen Ölringkampf an, ein Spektakel, auf das die Türken sehr stolz sind. Die Sportart hat eine lange Tradition und gilt in Istanbul als Initiationsritus für junge Männer. Auf den Kampf folgt die Entspannung: ARTE begleitet die Männer in den 400 Jahre alten Çemberlitas-Hamam, um einen Eindruck von der althergebrachten Tradition der türkischen Bäder zu gewinnen.
Die nächste Station des "männlichen" Stadtrundgangs ist ein Café im Großen Basar, wo Emmanuelle Gaume in das Ritual des Wasserpfeiferauchens eingeweiht wird. Anschließend geht es zum Essen in das europäische Viertel Beyoglu. Dabei wird vier Stunden lang gegessen, Raki getrunken und eine neue Weltordnung entworfen, während sämtliche Köstlichkeiten der türkischen Küche aufgetragen werden.
Der Tag endet im Stadion von Besiktas. Mitten im Fanblock schaut das Kamerateam einer legendären Partie gegen den Lokalrivalen Fenerbahçe zu. Fußball gleicht in Istanbul einer Religion, der man in einer überhitzten Atmosphäre überschwänglich und leidenschaftlich huldigt.


Montag, 27. September 2010

17:10
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Nächster Halt: Istanbul

(2): Wo der Handel zu Hause ist

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Montag, 27. September 2010 um 17.10 Uhr

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Nächster Halt: Istanbul
(Frankreich, 2009, 19mn)
ARTE F
Regie: Gilles Cayatte

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

"Nächster Halt: Istanbul" verlässt eingetretene touristische Pfade und präsentiert eine besondere Art, sich einer Weltmetropole zu nähern. Die Journalistin Emmanuelle Gaume verbringt vier Tage in Istanbul, das im Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas ist. Dabei folgt sie bei ihrer Stadterkundung jeden Tag einer neuen, ungewöhnlichen Route. Und jeder Tag steht im Zeichen eines anderen Themas. So entsteht ein originelles Porträt der lebendigen Metropole zwischen Orient und Okzident in vier Etappen. Die zweite Etappe widmet sich der Stadt am Bosporus als der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident.

Istanbul ist eine Stadt an der Schnittstelle zweier Welten - Orient und Okzident. Gerade die Lage am Bosporus macht die Stadt so einzigartig. Über diese natürliche Wasserstraße, die die Mittelmeerländer mit Russland verbindet, findet schon seit der Antike ein reger Handelsaustausch statt. Emmanuelle Gaumes Tour beginnt im Morgengrauen an Bord eines kleinen Fischerbootes. Danach wechselt sie auf ein Lotsenboot, um ganz aus der Nähe mitzuerleben, wie die Schiffe dirigiert werden, die den Bosporus passieren, jährlich sind es circa 5.000.
Der Große Basar von Istanbul ist genau so alt wie das Osmanische Imperium. Er bildet einen gigantischen Komplex von Geschäften, Werkstätten, Warenlagern, Restaurants und Gotteshäusern verschiedener Religionen. Jährlich werden hier fünf Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Emmanuelle entdeckt auch seine geheimsten Ecken. In Istanbul wird echtes Talent anerkannt. Der berühmte Schmuckdesigner Sevan Biçakçi lernte sein Handwerk auf dem Großen Basar, bevor er sein eigenes Atelier in Istanbul eröffnete. Seine Kreationen, die sich heute in der ganzen Welt verkaufen, scheinen unmittelbar aus Tausend und einer Nacht zu stammen.
Den Abschluss dieser Tour durch das Istanbul des Geschäftslebens bildet die Welt der Musik. Im Herzen einer einfachen Vorstadt erwecken Metallgießer aus Izmir die alte Kunst der Fertigung von Becken wieder zum Leben. Und in der Werkstatt des Jazzschlagzeugers und Instrumentenbauers Güçlü Arslan kommen Musiker aus der ganzen Welt zusammen.


Montag, 4. Oktober 2010

14:00
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Bosporus - Rush Hour

Im Mittelpunkt der ersten Folge steht der immer dichter werdende Verkehr der Megacity.

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Auftakt unseres cross-medialen Istanbul Projekts mit dem Weblog des Medienkünstlers Florian Thalhofer.

Zum Dossier Istanbul - Schmelztiegel der Kulturen

Montag, 4. Oktober 2010 um 14.00 Uhr

Wiederholungen:
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Bosporus - Rush Hour
(Deutschland, Türkei, 2010, 43mn)
ZDF
Regie: Albert Knechtel, Tugrul Artunkal

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Istanbul verwirrt und verzaubert zugleich. Die fünfteilige Reihe "Bosporus" zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair dieser einzigartigen Metropole, sondern auch die Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region am Wasser ausgehen. Im Mittelpunkt der ersten Folge steht der immer dichter werdende Verkehr der Megacity.

Glaubt man den Einwohnern von Istanbul, dann gibt es ein Phänomen über das alle stöhnen: den Verkehr. "Trafik - Problem - Istanbul": Auf diese Gleichung bringen es die Taxifahrer. Kai Strittmatter arbeitet seit fünf Jahren als Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Istanbul. Er zeigt am konkreten Beispiel die Absurdität des "blechernen" Alltags der Metropole am Bosporus und nimmt die Zuschauer mit auf eine Odyssee zum Flughafen - mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Burhan Demircan ist eine Legende unter Istanbuls Straßenverkäufern. Er hat es vom Sesamkringelhändler bis zur eigenen Fernsehshow gebracht und profitiert wie Zehntausende seiner Kollegen von der enormen Verkehrsdichte der Stadt. Demircan verkauft allerdings nicht zwischen den ständig hupenden Autos, sondern hat sich auf die Schiffe spezialisiert.
Auch der Lotse Ali lebt vom Betrieb auf dem Wasser. Er lenkt bis zu 300 Meter lange Schiffsriesen mit gefährlichen Gütern durch die enge und gefährliche Wasserstraße zwischen Marmara-Meer und Schwarzem Meer. Um das Nadelöhr zu entlasten, sollte 2010 die Metrolinie fertig sein, die auf dem Meeresgrund den Bosporus unterquert. Doch - wie so oft in dieser Stadt - stellte sich die Antike der Moderne in den Weg. Bei den Bohrungen zum Marmaray-Tunnel wurde der antike Hafen von Theodosius entdeckt, der das Projekt verzögert. Doch im Jahr 2013 - zum 90. Geburtstag der Republik Türkei - soll der Tunnel nun aber vollendet sein.

Kann es eine kontrastreichere Stadt geben als Istanbul, die türkische Großstadt, die sowohl auf europäischem als auch auf asiatischem Boden liegt? Auf rund 13 Millionen Einwohner schätzen die meisten Experten diese Metropole, die damit größer ist als Paris. 2010 ist die größte Stadt auch Europas Kulturhauptstadt. Aber wie europäisch ist diese Megacity?
Der Bosporus, die schmale Passage zwischen Marmara-Meer und Schwarzem Meer ist Lebensnerv und "Prachtboulevard" der Stadt. Ihn zieren die Villen mit den höchsten Immobilienpreisen Europas. Er ist aber auch eine der am meisten befahrenen Wasserstraßen der Welt und eine der gefährlichsten.
Die fünfteilige Reihe zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair der einzigartigen Metropole am Bosporus, sondern auch ihre Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region ausgeht. Die Titel der weiteren Folgen der filmischen Porträtreihe sind "Türkenstolz", "Boomtown", "Frauenpower", "Deutschländer". Sie spiegeln Istanbul als kontrastreichen und äußerst lebendigen Flickenteppich an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien.


Donnerstag, 14. Oktober 2010

05:00
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Istanbul war ein Märchen

Filmemacher Kamil Taylan macht sich auf die Suche nach seinem persönlichen Istanbulmärchen...

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Donnerstag, 14. Oktober 2010 um 05.00 Uhr

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Istanbul war ein Märchen
(Deutschland, 2010, 53mn)
HR
Regie: Kamil Taylan

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Filmemacher Kamil Taylan macht sich auf die Suche nach seinem persönlichen Istanbulmärchen, die Erinnerung an eine Zeit, als die Stadt wie ein Füllhorn der Kulturen war, als Türken und Armenier, Griechen und Juden friedlich und sich gegenseitig bereichernd zusammenlebten. Die Dokumentation setzt sich kritisch mit der politischen Vergangenheit und Gegenwart Istanbuls und der Türkei auseinander - endet aber erneut mit einer Liebeserklärung: "Ich komme immer wieder in diese Stadt zurück", sagt Kamil Taylan, "weil ich immer noch an Istanbul glaube."

In diesem Jahr wird die türkische Metropole Istanbul als Europäische Kulturhauptstadt gefeiert. Doch schon die Kandidatur der Stadt hatte in Europa eine Debatte ausgelöst, denn wie bei der seit Jahren anhaltenden Diskussion über einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union wurde auch hier die Frage gestellt, ob diese Stadt denn tatsächlich zu Europa gehöre? "Ja", sagen die bekannten Künstler und Literaten in der Stadt, und "Ja" sagt der Autor Kamil Taylan, ein gebürtiger Istanbuler, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt und den es doch immer wieder in diese Stadt zurückzieht - mit sehr unterschiedlichen Gefühlen.
Die sehr persönliche Dokumentation ist eine ebenso historische wie autobiografische Stadtbegehung dieser uralten wunderbaren Metropole, die einst kulturell so reich und kosmopolitisch war wie kaum eine Zweite und der der türkische Nationalismus so viele Wunden schlug. Und dennoch ist sie so vital und aufregend, dass sie immer noch das Zentrum der türkischen Künstler und Schriftsteller der Türkei schlechthin geblieben ist.
Kaum einer versagt ihr seine Liebeserklärung, und fast alle schöpfen aus ihr: Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger und leidenschaftlicher Istanbuler; die junge und erfolgreiche Autorin Elif Safak, die in ihren Romanen nicht wenige Tabubrüche begeht und deren Bücher riesige Auflagen erreichen oder der türkisch-jüdische Schriftsteller Mario Levi, dessen Romanfiguren in dieser Stadt ihre Wurzeln haben und der von der untergegangenen jüdischen Welt Istanbuls erzählt.
Sie alle hat der Autor getroffen, auch den griechischen Schriftsteller Petros Markaris, gebürtig aus Istanbul, dessen Familie den schrecklichen Pogrom des 6./7. September 1955 erlebt hat, bei dem die armenische und griechische Minderheit brutal vertrieben werden sollte.


Donnerstag, 30. September 2010

05:00
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Planet Galata

Eine Brücke in Istanbul

DETAILS

Donnerstag, 30. September 2010 um 05.00 Uhr

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Planet Galata
(Türkei, 2010, 52mn)
ZDF
Regie: Florian Thalhofer, Berke Bas

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Die Galatabrücke in Istanbul wird als eine der Hauptverkehrsadern der Millionenmetropole am Bosporus an jedem Tag von vielen Tausenden Menschen überquert. Der Berliner Medienkünstler Florian Thalhofer und die türkische Filmemacherin Berke Bas haben für das crossmediale Projekt "Planet Galata" zwei Monate auf der Brücke verbracht.

Die Galatabrücke ist mehr als ein Ort des Transits, sondern ein eigener Mikrokosmos: Hier pulsiert das Leben, Menschen treffen aufeinander, viele gehen hier ihrer Arbeit nach und einige leben gar auf der Brücke. Die Brücke ist ein Ort, die das Leben und die Träume der Einwohner Istanbuls kondensiert widerspiegelt.
Mit großem Interesse an den einzelnen Menschen und ihren Geschichten nähern sich die Filmemacher behutsam und unvoreingenommen den Einwohnern Istanbuls. Ihr Anspruch ist es, Ausschnitte der Wirklichkeit jenseits üblicher Türkeibilder zu zeigen, die häufig von Stereotypen geprägt sind. Entstanden ist eine Liebeserklärung an die Stadt, die es ermöglicht Istanbul und seine Bewohner in ihren verschiedenen Facetten kennenzulernen.

In Blogform berichteten Berke Bas und Florian Thalhofer bereits während der Dreharbeiten im April über ihre Eindrücke und traten über www.arte.tv/istanbul/blog und angebundene soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter in Kontakt mit den Zuschauern und Usern. Die Webdokumentation - ab Anfang August auf arte.tv zu sehen - ermöglicht es dem Nutzer in einzigartiger Form auf Entdeckungsreise des "Planeten Galata" zu gehen: Er selbst bestimmt in dieser interaktiven Dokumentation den Verlauf des Films.
In einem einzigartigen TV-Experiment wird die interaktive Onlineversion in einer Art Director's Cut zu einem linearen Film weiterentwickelt. Die Zuschauer werden durch parallele Handlungsstränge, die in Splitscreens gezeigt werden, in ihren bisherigen Seherfahrungen herausgefordert. Ein radikales TV-Erlebnis und ein ungewöhnliches Porträt der Kulturhauptstadt 2010.


Dienstag, 28. September 2010

16:40
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Nächster Halt: Istanbul

(3): Stadt der Osmanen

DETAILS

Dienstag, 28. September 2010 um 16.40 Uhr

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Nächster Halt: Istanbul
(Frankreich, 2009, 20mn)
ARTE F
Regie: Gilles Cayatte

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

"Nächster Halt: Istanbul" verlässt eingetretene touristische Pfade und präsentiert eine besondere Art, sich einer Weltmetropole zu nähern. Die Journalistin Emmanuelle Gaume verbringt vier Tage in Istanbul. Dabei folgt sie bei ihrer Stadterkundung jeden Tag einer neuen, ungewöhnlichen Route. Und jeder Tag steht im Zeichen eines anderen Themas. So entsteht ein originelles Porträt der lebendigen Metropole zwischen Orient und Okzident in vier Etappen. Auf ihrer dritten Route taucht Emmanuelle Gaume tief in die Geschichte ein und folgt den Spuren der Osmanen.

Am dritten Tag ihrer Erkundung Istanbuls unternimmt Emmanuelle Gaume einen historischen Rundgang auf den Spuren des Sultans Süleyman des Prächtigen, dessen Lieblingsgemahlin Roxelane und dem Architekten Sinan. Sie beginnt im Topkapi-Palast. In dem berühmten Sultanspalast besichtigt Emmanuelle den Harem und taucht in die legendäre Geschichte von Roxelane ein, der einzigen Sklavin, der es gelang, einen Sultan zu heiraten.
Danach geht es weiter zur Spitze der Halbinsel des alten Konstantinopel zu einer unvergesslichen Besichtigung der Rüstem-Pascha-Moschee, einem Juwel der osmanischen Baukunst. Im Anschluss daran besucht Emmanuelle das Atelier eines Kunstgelehrten, der sie in eine Besonderheit der osmanischen Kunst einführt: die Miniaturmalerei. Diese Meisterwerke der türkischen Malerei sind wertvolle historische Dokumente.
Ein Spezialist für die osmanische Küche begleitet Emmanuelle aus den Palastküchen des Topkapi Sarayi in die Küche eines Restaurants, das Rezepte aus der damaligen Epoche auf der Speisekarte führt. Diese Verkostung versetzt sie zurück in das Jahrhundert von Süleyman dem Prächtigen.


Dienstag, 28. September 2010

17:10
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Nächster Halt: Istanbul

(4): Wenn sich gestern und morgen kreuzen

DETAILS

Dienstag, 28. September 2010 um 17.10 Uhr

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Nächster Halt: Istanbul
(Frankreich, 2009, 20mn)
ARTE F
Regie: Gilles Cayatte

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

"Nächster Halt: Istanbul" verlässt eingetretene touristische Pfade und präsentiert eine besondere Art, sich einer Weltmetropole zu nähern. Die Journalistin Emmanuelle Gaume verbringt vier Tage in Istanbul, das im Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas ist. Dabei folgt sie bei ihrer Stadterkundung jeden Tag einer neuen, ungewöhnlichen Route. Und jeder Tag steht im Zeichen eines anderen Themas. So entsteht ein originelles Porträt der lebendigen Metropole zwischen Orient und Okzident in vier Etappen. Die vierte und letzte Etappe richtet ihren Blick auf die Zukunft Istanbuls, das bei aller Geschichte eine moderne und zukunftsorientierte Metropole ist.

Die letzte Etappe ist den verschiedenen Facetten des modernen Istanbul gewidmet. Istanbul bildet eine gigantische Baustelle: Der Fortschritt trifft immer wieder auf die 2.500 Jahre alte Geschichte. Am Ufer des Bosporus steht das Museum für Moderne Kunst. Werke türkischer Künstler und temporäre Ausstellungen füllen einen Raum, in dem geradlinige Architektur auf avantgardistische Installationen trifft.
Im Anschluss daran begegnet Emmanuelle Ece Ege, einer türkischen Designerin, die in Istanbul und in Paris lebt. Mit ihr entdeckt Emmanuelle Istanbul aus Sicht einer jungen und talentierten Geschäftsfrau. Die nächste Station der Tour ist die Kulturfabrik santralistanbul. Hier wird ein ganzes Viertel zu einem Drehpunkt für moderne Kunst und zu einem Nährboden für junge Talente geformt.
Doch die fortwährende Verwandlung Istanbuls verläuft oft ohne Rücksicht auf Minderheiten. So ist es bereits zu spät für eine Rettung des Roma-Viertels Sulukule, das sich an der byzantinischen Stadtmauer im Herzen des Goldenen Horns erstreckt. Der Stadtteil ähnelt heute einem Minenfeld, aus dem die letzten Einwohner fliehen. Es soll zugunsten eines Geschäftsviertels abgerissen werden.


Dienstag, 5. Oktober 2010

14:00
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Bosporus - Türkenstolz

Der zweite Teil der Reihe berichtet vom türkischen Stolz.

DETAILS

Dienstag, 5. Oktober 2010 um 14.00 Uhr

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Bosporus - Türkenstolz
(Deutschland, Türkei, 2010, 43mn)
ZDF
Regie: Albert Knechtel, Tugrul Artunkal

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Istanbul verwirrt und verzaubert zugleich. Die fünfteilige Reihe "Bosporus" zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair dieser einzigartigen Metropole, sondern auch die Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region am Wasser ausgehen. Der zweite Teil der Reihe berichtet vom türkischen Stolz. Der bezieht sich auf die Religion, den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk und den Fußball.

Fußball, Nationalismus und Religion sind drei prägende Facetten des Alltags am Bosporus. Am Todestag des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk steht die Stadt für einen Moment kollektiv still. Wenn die Kicker von Fenerbahce verlieren, brennt schon mal das Stadion.
Mit der 17-jährigen Schülerin Ipek lernt der Zuschauer die Omnipräsenz des "Vaters aller Türken" kennen. Und Nebahati Inci lebt vom toten Übervater, denn er stellt Atatürk-Statuen und Büsten aus Plastik her. Alle großen Fußballklubs Istanbuls rühmen sich, Atatürks Lieblingsverein gewesen zu sein. Doch Pasali Birol, ein "Hardcore"-Fenerbahce-Fan, von dem der deutsche Fußballtrainer Christoph Daum sagt, blaugelbes Blut fließe durch seine Adern, beharrt auf Atatürks Affinität zum größten Istanbuler Fußballklub. "In diesem Land kannst du es ganz weit bringen sogar ohne Kapital", sagt der Intellektuelle Murat Belge, "aber nicht ohne ein Bild von Atatürk".
Feridun Özdemir ist Musiker, Radiomoderator und ebenfalls Fenerbahce-Fan. Beim Sender Marmara-FM geht er täglich drei Stunden on air. Der gläubige Moslem ist aber auch ein Rockstar in der Türkei. Mit islamischem Rock versucht er, das Bild einer toleranten Religion zu vermitteln.


Dienstag, 28. September 2010

22:00
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Istanbul - Sehnsuchsort und Alptraumstadt

An der Schnittstelle zwischen Europa und Asien liegt die türkische Metropole Istanbul...

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Worin unterscheidet sich das islamische Finanzsystem vom westlichen Modell?

Zum Dossier Vom Bazar an die Wall Street

Dienstag, 28. September 2010 um 22.00 Uhr

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Istanbul - Sehnsuchsort und Alptraumstadt
(Deutschland, Türkei, 2010, 52mn)
ZDF
Regie: Victor Stauder
Autor: Viktor Stauder
Produzent: BITCOM Produktionsgesellschaft mbH

16:9 (Breitbildformat)

An der Schnittstelle zwischen Europa und Asien liegt die türkische Metropole Istanbul. Rechnet man den asiatischen Teil hinzu, ist die Stadt mit 13 Millionen Einwohnern die größte Europas. Jahrzehntelang ist Istanbul unkontrolliert gewachsen. Die Stadt am Bosporus soll nach dem Willen der Stadtväter und der türkischen Zentralregierung vom Industriestandort zur modernen Dienstleistungsmetropole umgebaut werden. Um ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen, scheuen sich die Verantwortlichen nicht, großflächig historische Bausubstanz abzureißen. Doch in der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen die Zerstörung des kulturellen Erbes.

Istanbul, die Megacity am Bosporus, ist - den asiatischen Teil eingeschlossen - mit knapp 13 Millionen Einwohnern die größte Stadt Europas. Rechnet man die gesamte Region ein, leben hier rund 20 Millionen Menschen. "Wirklich steuerbar ist die Stadt nicht", sagt die Stadtentwicklungsbehörde, "aber noch können wir verhindern, dass Istanbul völlig unkontrollierbar wird, wie Kairo oder Mexico City".
Banken, internationale Unternehmen, Zukunftsbranchen, Big Business - das ist die Vision für Istanbul, nicht nur der Stadtoberen, sondern auch der großen Politik in der Regierungszentrale in Ankara. "Der Zweck heiligt die Mittel" scheint das Motto zu sein. Im alten Kern Istanbuls sollen ganze Stadtteile vom Format europäischer Kleinstädte umgestylt werden - ohne Rücksicht auf kulturelles Erbe und Bewohner. Nur die touristischen Attraktionen scheinen vor dem Modernisierungswahn geschützt zu sein. Mit zahlreichen Klagen gegen innerstädtische Bauprojekte versuchen Stadtteilinitiativen und die Architektenkammer das Schlimmste zu verhindern.
Das tägliche Verkehrschaos will die Stadt unter anderem mit dem Riesenprojekt Marmaray-Tunnel entschärfen. Er soll ab 2013 den europäischen mit dem asiatischen Teil und die gesamte Stadt mit dem Rest der Türkei verbinden. Untätig sind die Städteplaner in Istanbul also nicht, aber die Frage bleibt, ob das, was sie tun, richtig, sinnvoll und vor allem nachhaltig ist. Zurzeit entscheidet die UNESCO darüber, ob Istanbul seinen Weltkulturerbe-Titel behalten darf oder ob er der Stadt aufgrund der massiven Zerstörung von denkmalsgeschützter Bausubstanz entzogen wird.


Dienstag, 28. September 2010

23:50
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Durch die Nacht mit ...

Fatih Akin und Thea Dorn

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Dienstag, 28. September 2010 um 23.50 Uhr

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Durch die Nacht mit ...
(Deutschland, 2002, 58mn)
ZDF
Regie: Kablitz-Post
Autor: Edda Baumann

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Fatih Akin, Filmregisseur und preisgekrönter Drehbuchautor, ist als Sohn türkischer Einwanderer in Hamburg aufgewachsen. Er trifft in Istanbul auf die Krimiautorin, Dramatikerin und Philosophin Thea Dorn aus Berlin.

Gemeinsam verbringen Fatih Akin und Thea Dorn einen Abend in Istanbul, der zweiten Heimat Fatih Akins. Diese erste Begegnung ist eine Entdeckungsreise durch die Bosporusstadt zwischen Orient und Okzident. Sie treffen sich in der Hotelbar des "Büyük Londra", einer Kulisse, die schon Agatha Christie zu einem ihrer Romane inspiriert haben soll.
Zunächst geht es zum Abendessen ins Restaurant. Fatih Akin erklärt, wie sich sein Alkoholkonsum mit dem muslimischen Glauben verträgt. In der Galerie von Murat Pilevneli werden beide von der freizügigen Kunst des schwulen türkischen Malers Taner Ceylan überrascht. Thea Dorn will wissen, wie so eine Ausstellung in einer stark religiös geprägten Stadt möglich sein kann. Anschließend begleitet das Kamerateam die Beiden auf einer Fährfahrt über den Bosporus: in zehn Minuten von Europa nach Asien. Die Überfahrt regt zu Reiseträumen an. Thea Dorn möchte in die Antarktis, Fatih Akin entdeckt eine plötzliche Liebe zu Südamerika. Er möchte die Panamerikana bereisen.
Beim Imbiss auf der asiatischen Seite Istanbuls besteht die Schriftstellerin auf Tee zum Essen, den Fatih Akin - ganz Gentleman - vom Nachbarimbiss holen lässt. Später steigen die beiden hinab in Istanbuls Unterwelt. In der Kulisse einer unterirdischen Zisterne aus byzantinischer Zeit lassen sich beide von der mystischen Atmosphäre anstecken und entwickeln spontan Ideen zu einem Vampirfilm. Weil beide die Musik lieben, besuchen sie den Perkussionskünstler Burhan Öçal und hören dem Musiker beim Proben zu. Die intime Atmosphäre und die rhythmischen Klänge bilden den perfekten Übergang zum Chill-out. In Istanbul heißt dies, die Wasserpfeife zu genießen und noch ein wenig über das Leben zu philosophieren, bei dem es sich - so Akin - wie mit dem Backgammonspiel verhält: Für den Wurf kann man nichts, aber man muss das Beste daraus machen.

Fatih Akin verkörpert wie wenige andere den kreativen Geist der zweiten Generation von Einwanderern in Deutschland. Sein erster Spielfilm "Kurz und schmerzlos" (1998, Bayerischer Filmpreis, Adolf-Grimme-Preis) war ein überraschendes und fulminantes Debüt. Bereits in seinen Kurzfilmen "Sensin - Du bist es" (1995) und "Getürkt" (1996), ebenfalls preisgekrönt, zeigte er mit Sensibilität und Humor das Lebensgefühl junger Türken in Deutschland. Die ehemalige Philosophiedozentin Thea Dorn wird als "Deutschlands brutalste Autorin" bezeichnet. Für ihr Krimi-Debüt "Berliner Aufklärung" 1994 wurde sie mit dem Raymond-Chandler-Preis ausgezeichnet. Ihr dritter Roman "Die Hirnkönigin" (1999) erhielt den Deutschen Krimi-Preis. Frauen sind das Lieblingssujet von Thea Dorn - in ihren Büchern sind die Opfer männlich, die Täter weiblich. In ihren Theaterstücken schockieren vorwiegend Serienmörderinnen und Selbstmordattentäterinnen.


Mittwoch, 6. Oktober 2010

09:15
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Zisternen - Istanbuls versunkene Paläste

Jede Kultur hat ihren eigenen, überlieferten Umgang mit Wasser. Im Islam gilt Wasser als reinigendes Element für Leib und Seele...

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Auftakt unseres cross-medialen Istanbul Projekts mit dem Weblog des Medienkünstlers Florian Thalhofer.

Zum Dossier Istanbul - Schmelztiegel der Kulturen

Mittwoch, 6. Oktober 2010 um 09.15 Uhr

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Zisternen - Istanbuls versunkene Paläste
(Deutschland, Türkei, 2007, 43mn)
ZDF
Regie: Elfi Mikesch

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Begleitet von Wasserwissenschaftlern zeigt die Dokumentation, wie durch die Wiederbelebung einer uralten Idee Probleme von heute überwunden werden können.

Jede Kultur hat ihren eigenen, überlieferten Umgang mit Wasser. Wasser ist mehr als ein Lebensspender, es ist Mythos, Religion und Ritual: Im Islam gilt Wasser als reinigendes Element für Leib und Seele. Die Seele wird durch rituelle Waschungen vor dem Gebet gereinigt, für den Leib gibt es neben dem Ritual des Teetrinkens eine Jahrtausende alte Badekultur. In das türkische Bad, den Hamam, geht man, um sich von der Hektik und den Anstrengungen des Alltags zu erholen. Aus dieser Tradition entstand eine einzigartige Wasserkultur. Wie in einem großen Freilichtmuseum sind das Wasser und seine Brunnen und seine Bauten nach wie vor an vielen Ecken und Plätzen präsent.
Dennoch: Istanbuls Leitungswasser hat keine Trinkwasserqualität, und selbst das Brauchwasser wird aus immer weiter entfernten Gegenden in die Stadt geleitet. Es wird Zeit über Zukunftsmodelle nachzudenken. Anhaltspunkte findet man in Istanbuls Geschichte, denn schon zu byzantinischer und römischer Zeit wurde Wasser für Notzeiten gespeichert.
Zisternen sind große Sammelbecken für Wasser, ohne Licht, von unterschiedlicher Größe. Offene und geschlossene Becken, hohe Gewölbe, kunstvoll gestaltete Kapitelle erinnern an Kathedralen. Erst in Königspalästen zur Versorgung der Herrschaft entstanden, entwickelten sich die Zisternen später zu einem Speichersystem für die gesamte Bevölkerung.
Eine der berühmten Sehenswürdigkeiten Istanbuls ist die Yerebatán-Zisterne, im Volksmund auch der versunkene Palast genannt. Sie liegt inmitten der Altstadt, die zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die berühmte Zisterne wurde bereits 532 nach Christus in der byzantinischen Zeit erbaut und diente für Jahrhunderte der Wasserversorgung.
In Deutschland werden am Frauenhofer-Institut alternative Möglichkeiten der Wasserversorgung erforscht und entwickelt: Im Zentrum des neuen Konzepts steht die Speicherung des Regenwassers in einer modernen unterirdischen Zisterne. Hier greift man auch auf uralte Erkenntnisse zurück, denn durch den Klimawandel verschärft sich weltweit die Situation der Wasserversorgung, Lösungen sind gefragt.
Begleitet von Wasserwissenschaftlern, Politikern und Bürgern Istanbuls sowie einem Architekturhistoriker erlebt der Zuschauer in diesem Film von Elfi Mikesch, wie durch die Wiederbelebung einer uralten Idee Probleme von heute überwunden werden können. Istanbul ist ein universales Modell. Die Dokumentation begibt sich auf eine Zeitreise in die Technikgeschichte, die in die Zukunft führt.


Mittwoch, 6. Oktober 2010

14:00
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Bosporus - Boomtown

Der dritte Teil der Reihe beschreibt das rasante Wachstum der Region Istanbul.

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Auftakt unseres cross-medialen Istanbul Projekts mit dem Weblog des Medienkünstlers Florian Thalhofer.

Zum Dossier Istanbul - Schmelztiegel der Kulturen

Mittwoch, 6. Oktober 2010 um 14.00 Uhr

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Bosporus - Boomtown
(Deutschland, Türkei, 2010, 43mn)
ZDF
Regie: Albert Knechtel, Tugrul Artunkal

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Istanbul verwirrt und verzaubert zugleich. Die fünfteilige Reihe "Bosporus" zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair dieser einzigartigen Metropole, sondern auch die Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region am Wasser ausgehen. Der dritte Teil der Reihe beschreibt das rasante Wachstum der Region Istanbul, die mittlerweile auf eine Einwohnerzahl von über zehn Millionen gestiegen ist.

Der Moloch Istanbul hat ein chaotisches Wachstum erlebt. Die Einwohnerzahlen sind von etwa 2,7 Millionen im Jahr 1980 auf über zehn Millionen im Jahr 2007 gestiegen. Aktuelle Schätzungen gehen von 13 Millionen aus. Eine unübersehbare Folge dieser Entwicklung ist ein Bauboom, der ohne jegliche Stadtentwicklungsplanungen auskommen musste. Nur 40 Prozent der Gebäude in der Türkei entstehen mit einer amtlichen Baugenehmigung, davon werden wiederum nur zehn Prozent von Architekten geplant. "Gecekondu" heißen die meist über Nacht hochgeschossenen ärmlichen Vorstadtviertel.
In Flughafennähe entsteht "The Bosphorus City". Auf einer der größten Baustellen Europas entsteht eine neue Wohnsiedlung für mindestens 10.000 Menschen. Das sie durchziehende Wasserbassin symbolisiert dabei den Bosporus. Jean-François Perouse, ein Stadtforscher, der seit elf Jahren in Istanbul zu Hause ist, nennt es schlicht Kitsch.
Die Innenarchitektin Zeynep Fadillioglu ist die erste Frau, die eine Moschee gestaltet hat, das könnte Signalcharakter für die islamische Welt haben. Sie ist am Bosporus aufgewachsen, direkt am Wasser. Hakan Kiran, der Stararchitekt aus der Vorstadt Göktürk, hat dem Zentrum Istanbuls den Rücken gekehrt - aus Angst vor den Erdbeben. Und die Roma von Sulukule wurden aus ihrem alten Stadtviertel vertrieben, sie mussten Platz machen für Neues. Die Dokumentation schildert Szenen aus dem Leben einer Stadt, die scheinbar unkontrolliert aus den Nähten platzt.


Donnerstag, 7. Oktober 2010

14:00
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Bosporus - Frauenpower

Der vierte Teil der Reihe schildert die gesellschaftliche Situation der türkischen Frauen in der Metropole Istanbul.

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Donnerstag, 7. Oktober 2010 um 14.00 Uhr

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Bosporus - Frauenpower
(Deutschland, Türkei, 2010, 43mn)
ZDF
Regie: Albert Knechtel, Tugrul Artunkal

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Istanbul verwirrt und verzaubert zugleich. Die fünfteilige Reihe "Bosporus" zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair dieser einzigartigen Metropole, sondern auch die Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region am Wasser ausgehen. Der vierte Teil der Reihe schildert die gesellschaftliche Situation der türkischen Frauen in der Metropole Istanbul.

Beim Treffen des Weltwirtschaftsforums im November 2006 in Istanbul wurde ein Bericht zum sogenannten Gender Gap, zur Kluft in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, vorgestellt. Danach belegt die Türkei Platz 105 von 115 untersuchten Ländern, das heißt, dass hier die Frauen schlechter gestellt sind als beispielsweise in Äthiopien, Mali und Burkina Faso. Die Türkei bleibt in fast jedem Kriterium zur Messung der Gleichberechtigung hinter allen anderen europäischen Staaten zurück. So hat das Land den niedrigsten Frauenanteil unter Parlamentariern sowie unter der erwerbstätigen Bevölkerung und die höchste Analphabetenrate bei Frauen in Europa. Und doch sieht die international anerkannte Schriftstellerin Elif Shafak die Türkei auf einem guten Weg.
Die Taxifahrerin Nebahat zum Beispiel ist in einer Männerdomäne zu Hause. Sie meint, die Aggressivität der Männer liege in den Genen und die Mütter verwöhnten die kleinen Prinzen.
Das in der Dokumentation gezeichnete Porträt der Frau am Bosporus lebt vom Widerspruch zum anderen Geschlecht, zum türkischen Macho. Der scheint in der Metropole Istanbul immer häufiger den Kürzeren zu ziehen, denn die Zahl gut ausgebildeter Frauen am Bosporus wächst ständig.
Unter www.arte.tv/istanbul finden Sie eine umfassende Internetplattform zum Themenschwerpunkt. Diese enthält ein crossmediales Projekt von Medienkünstler Florian Thalhofer mit Videoblog und Webdokumentation, exklusives Bonusmaterial zu den TV-Produktionen und User Generated Content. Interessierte Nutzer können sich am Istanbulprojekt beteiligen, indem sie Videos und Fotos hochladen, die am Ende einen Kollektivfilm ergeben.


Montag, 11. Oktober 2010

01:00
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Takva - Gottesfurcht

Muharrem, ein einfacher und streng gläubiger Mann, wird zum Verwalter der Besitztümer seiner Glaubensbruderschaft bestimmt. Dadurch wird er aus seiner überschaubaren Welt in ein Leben katapultiert, in der die gängigen Währungen Sex, Geld und Hightechwaren sind.

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Montag, 11. Oktober 2010 um 01.00 Uhr

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Takva - Gottesfurcht
(Türkei, Deutschland, 2006, 96mn)
ZDF
Regie: Özer Kiziltan
Musik: Gökçe Akçelik
Darsteller: Erkan Can (Muharrem), Meray Ülgen (Scheich), Öznur Kula (Tochter des Scheichs)
Autor: Önder Çakar
Produktion: Corazón International, Yeni Sinemacilar
Produzent: Andreas Thiel, Fatih Akin, Klaus Maeck, Sevil Demirci, Önder Çakar

Fassung für  Hörbehinderte Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Muharrem, ein einfacher und streng gläubiger Mann, wird zum Verwalter der Besitztümer seiner Glaubensbruderschaft bestimmt. Dadurch wird er aus seiner überschaubaren Welt in ein Leben katapultiert, in der die gängigen Währungen Sex, Geld und Hightechwaren sind. Den Verlockungen meint er nur mit immer noch intensiverem Beten widerstehen zu können. Doch zwischen Selbstaufgabe und der modernen Istanbuler Geschäftswelt gibt es für ihn keinen Mittelweg.

Muharrem lebt in einem der ältesten Stadtteile Istanbuls. Sein Leben ist einsam und aufgeteilt zwischen seiner bescheidenen Arbeit, dem Gang zur Moschee und zurück nach Hause, wo er nach dem Tod seiner Eltern schon lange alleine wohnt. Einzig die Gemeinschaft der Glaubensbrüder gibt ihm Kraft. Sein streng ritualisiertes Leben schützt ihn vor den Gefahren der modernen Welt. Dem wird jäh ein Ende gesetzt, als der Scheich seiner islamischen Gemeinschaft beschließt, Muharrem aufgrund seines verlässlichen Wesens mit der Verwaltung der weltlichen Güter der Glaubensbrüder zu betrauen. Angetan mit neuem Anzug, Laptop, Handy und Chauffeur kümmert sich Muharrem von nun an um die klösterlichen Immobilien, durch die sich die Glaubensbruderschaft finanziert. Muharrem wird zu einem gefragten, einflussreichen Mann, der ständig in Istanbul unterwegs ist. Die Verlockungen, mit denen Muharrem durch Geld, Macht und Sex konfrontiert wird, überfordern ihn jedoch und zermürben sein strenggläubiges Herz. Besonders seine erotischen Träume, in denen er immer wieder von ein und derselben Frau verführt wird, kann Muharrem sich nicht verzeihen. Der Scheich, der seinen inneren Konflikt erkennt, bietet Muharrem seine Tochter als Frau an, doch dieser lehnt ab. Um seine Verwirrung zu kompensieren, wirft er sich immer mehr in das Ritual des gemeinsamen, ekstatischen Gebets. Als er die Frau, die ihn nachts heimsucht in der Realität trifft und erfährt, dass sie die Tochter des Scheichs ist, verliert er endgültig die Fassung. Seine völlige Selbstaufgabe stürzt ihn letztendlich in die Katastrophe ...

Die Faszination von "Takva - Gottesfurcht" leitet sich aus dem Zusammenspiel zwischen einer zutiefst universellen Geschichte und dem exotischen, Istanbuler Milieu ab. So fremd und faszinierend die ekstatischen, derwischartigen Gebetsriten der Glaubensbrüder aus Muharrems Orden sind, so vertraut ist die Geschichte vom gottesfürchtigen Mann, der durch den Kontakt mit Sex und Geld die innere Richtschnur verliert. "Takva - Gottesfurcht" zeigt eindrucksvoll die verschiedenen Gesichter der europäischen Kulturhauptstadt Istanbul und setzt diese durch die filmische Handlung zueinander in Beziehung. Die Koproduktion zwischen der Türkei und Deutschland (mit Fatih Akins Produktionsfirma Corazón International) schlägt also Brücken: Zwischen den traditionellen, tief religiösen Milieus, in denen sich die Hauptfigur bewegt und dem aufgeklärten, westlich orientierten Istanbul, dem der Film durch seine Ästhetik und Problemstellung selbst angehört. Der Film schlägt sich dabei weder auf die eine noch auf die andere Seite. Er benennt einige der Probleme, die beim Aufeinanderprallen der verschiedenen Kulturen entstehen und leistet dadurch einen Beitrag zum Verständnis der jeweils anderen Welt - wie Istanbul selbst, die Brückenstadt zwischen dem Okzident und dem Orient.
"Takva - Gottesfurcht" wurde vielfach ausgezeichnet (mehr als 15 internationale Auszeichnungen, darunter der Fipresci-Preis auf der Berlinale 2007 und sieben Preise beim Antalya Filmfestival 2006) und war ein großer Publikumserfolg in der Türkei, die er bei der Oscarverleihung 2008 repräsentierte.


Sonntag, 3. Oktober 2010

05:00
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Sehnsucht nach Istanbul

Die Metropole Istanbul ist in diesem Jahr eine der Kulturhauptstädte Europas.

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Sonntag, 3. Oktober 2010 um 05.00 Uhr

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Sehnsucht nach Istanbul
(Deutschland, 2010, 58mn)
WDR
Regie: Yüksel Yavuz

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Die Metropole Istanbul ist in diesem Jahr eine der Kulturhauptstädte Europas. Der Film versucht, den Spuren alteingesesser und neu hinzugekommener (und hinzukommenden?) Minderheiten in der Stadt anhand ihrer Musik nachzugehen.

Die Metropole Istanbul ist in diesem Jahr neben den Städten Essen (Deutschland) und Pecs (Ungarn) Europas Kulturhauptstadt.
Fast ein Drittel der Bevölkerung besteht aus neu hinzugekommenen Minderheiten wie Kurden, die vor dem seit fast 3 Jahrzehnten andauernden türkisch-kurdischen Konflikt in Kurdistan nach Westen gewandert sind. In der Stadt leben aber auch kleine Gruppen historisch alteingesessener Minderheiten wie Griechen, Roma, Armenier und Juden, von denen sich viele besonders nach der Gründung der Türkischen Republik zum Auswandern gezwungen fühlten.
Der Film versucht, anhand ihrer Musik die Spuren dieser Minderheiten in der Stadt ausfindig zu machen, um zu erfahren, wie sie leben und welches Verhältnis sie haben zu Geschichte und Gegenwart dieser “multiethnischen” Metropole.


Montag, 4. Oktober 2010

11:20
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Arabesk

Gossensound und Massenpop

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Montag, 4. Oktober 2010 um 11.20 Uhr

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Arabesk
(Deutschland, Türkei, 2010, 58mn)
ZDF
Regie: Cem Kaya

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Arabesk, die Subkultur der Landflüchtlinge der 60er Jahre, ist wohl die bedeutendste popkulturelle Revolution der Türkei, seit man überhaupt von Popkultur sprechen kann. Ihr Einfluss beschränkt sich nicht nur auf Musik, sondern dehnt sich ähnlich wie bei Hip-Hop auf einen gesamten Lebensentwurf aus. Über die Jahre haben sich Subgenres entwickelt, die man in Istanbul in den unterschiedlichsten Milieus hören kann. Denn Arabesk ist aufgegangen im türkischen Pop, der gängigsten Musikrichtung der Türkei.

Ursprünglich ist Arabesk die musikalische Subkultur der Landflüchtlinge, die in den 60er Jahren in den Slums der Istanbuler Vorstädte ein eigenes Musikgenre geschaffen haben. Arabesk ist der ultimative Ausdruck für Leiden und Schmerz, eine geballte Ladung Sehnsucht, Herzblut, Fernweh und Heimweh.
Die meisten Arabesksongs seit den 60er Jahren erzählen von Entwurzelung, vom Alleinsein, dem Heimweh und Schmerz, aber auch vom Versuch, die neuen Erfahrungen mit den alten Ansichten in Einklang zu bringen. Bald war Arabesk mehr als ein musikalisches Ereignis. Es beschrieb ein neues Lebensgefühl und wurde zu einem städtischen Phänomen. Entstanden als Protestmusik, die die Lebensumstände in der als sehr lebensfeindlich empfundenen Metropole Istanbul anprangerte, schaffte Arabesk den Spagat zwischen traditioneller Folklore und moderner westlicher Musik.
Ganz im Gegensatz zur starren klassischen türkischen Musik waren Arabeskmusiker experimentierfreudig und nahmen in ihre Arrangements auch westliche Instrumente auf und mischten sie mit arabischen Rhythmen. Mit dem neuen Jahrtausend sind die musikalischen Grenzen weltweit stark verwischt. Ein türkischer Popstar wie Tarkan hat sich inzwischen international einen Namen gemacht, die türkische Popsängerin Sertab Erener gewann im Jahr 2003 den Eurovision Song Contest, und der türkische Sänger Mustafa Sandal spielte im Jahr 2005 ein Duett mit dem deutschen Reggaesänger Gentleman ein: Türkischer Pop hat inzwischen auch in Deutschland ein Publikum gewonnen. Zugleich suchen junge deutsch-türkische Musiker ständig nach neuen Ausdrucksformen, die sich zwischen allen musikalischen Traditionen bewegen.
In der Türkei spiegelt Arabesk bis heute Konflikte und Spannungen der Gesellschaft als Ganzes wider. Sie ist der Ausdruck der eigenen Interpretation modernen urbanen Lebens und geprägt von all den Gegensätzen, die eine Metropole wie Istanbul bietet.

"Arabesk - Gossensound und Massenpop" ist eine Dokumentation über die lebendige popkulturelle Vielfalt Istanbuls, die von keiner anderen musikalischen Gattung mehr geprägt wurde als von der Arabeskmusik. Gemeinsam mit alten und jungen, erfolgreichen wie gescheiterten Arabeskmusikern, mit DJs, Promotern, Produzenten und Avantgardekünstlern erkundet die Dokumentation die Entwicklung dieses popkulturellen Phänomens von einer subkulturellen Protestmusik zum institutionalisierten Mainstreampop der Massen.


Freitag, 8. Oktober 2010

11:30
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Bosporus - Deutschländer

Die dritte Generation der Migranten, die Enkel der Gastarbeiter, verlassen zunehmend Deutschland...

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Auftakt unseres cross-medialen Istanbul Projekts mit dem Weblog des Medienkünstlers Florian Thalhofer.

Zum Dossier Istanbul - Schmelztiegel der Kulturen

Freitag, 8. Oktober 2010 um 11.30 Uhr

Wiederholungen:
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Bosporus - Deutschländer
(Deutschland, Türkei, 2010, 43mn)
ZDF
Regie: Albert Knechtel, Tugrul Artunkal

16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Istanbul verwirrt und verzaubert zugleich. Die fünfteilige Reihe "Bosporus" zeigt nicht nur die Schönheit und das Flair dieser einzigartigen Metropole, sondern auch die Widersprüche und die Energie, die von dieser rasant gewachsenen Region am Wasser ausgehen. Der fünfte und letzte Teil der Reihe zeigt Beispiele junger Menschen, die als Enkel der einst von der Türkei nach Deutschland ausgewanderten Migranten zunehmend die Wahlheimat ihrer Großeltern und Eltern verlassen. Sie kommen nach Istanbul, um sich hier ihre Zukunft aufzubauen.

Eine Trendwende hat eingesetzt. Die dritte Generation der Migranten, die Enkel der Gastarbeiter, verlassen zunehmend Deutschland, gehen zurück in ihre vermeintliche Heimat, die Türkei. Istanbul ist ein begehrtes Ziel für die "Deutschländer", wie sie sich nennen. Asuman kommt aus Berlin, hat sechs Jahre in Hawaii studiert und in Deutschland keinen passenden Arbeitsplatz gefunden. Vor zweieinhalb Jahren ist sie zurückgekommen, arbeitet bei der ältesten Tageszeitung Cumhurriyet als Online-Redakteurin - wegen besserer Berufsaussichten. Dank ihrer guten Ausbildung bekommen die jungen Türken in der neuen alten Heimat eher einen Job, die Aufstiegschancen sind besser. Jeder dritte deutsch-türkische Student plane seine Karriere mittlerweile in der Türkei und nicht in Deutschland, so geht es aus einer Studie des Dortmunder "Futureorg Institut" hervor. Auf der Dachterrasse des Restaurants Teras6 treffen sich die Auswanderer zum Stammtisch. In unregelmäßigen Abständen versammelt Cigdem Akkaya interessierte Schicksalsgenossen. Mittlerweile umfasse ihr Verteiler mehr als 1000 Personen. Und dabei ist die Idee noch keine fünf Jahre alt... Stammgast beim Stammtisch ist normalerweise auch Sükriye Dönmez, Schauspielerin aus Kreuzberg, die in Istanbul nach einer Hauptrolle sucht. Erdogan Altindis ist seit 14 Jahren zurück aus München. 35 Jahre hat er in Deutschland gelebt, seine Kinderlähmung behandeln lassen und Architektur studiert. Die einzigartige Aussicht setze bei ihm die Energie frei, die er braucht, um seine sehr erfolgreiche Agentur weiterzubringen. Istanbul gehöre die Zukunft, meint der kreative Kopf.


Freitag, 1. Oktober 2010

20:15
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Süße Versuchungen aus dem Orient

Istanbul ist Kulturhauptstadt Europas 2010. Das ist ein willkommener Anlass, sich der orientalischen Küche und deren Süßspeisen zuzuwenden.

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Freitag, 1. Oktober 2010 um 20.15 Uhr

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Süße Versuchungen aus dem Orient
(171mn)
ARTE / ERT


Istanbul ist Kulturhauptstadt Europas 2010. Das ist ein willkommener Anlass, sich der orientalischen Küche und deren Süßspeisen zuzuwenden. Die feinen istanbuler Gerichte und Leckereien sind Teil eines jahrhundertealten römischen, byzantinischen und osmanischen Erbes. Diese Traditionen sind auch heute noch lebendig und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Der Themenabend macht Appetit mit dem Spielfilm "Zimt und Koriander" und dem Dokumentarfilm "Mustafas süße Träume".

Istanbuls Status als europäische Kulturhauptstadt 2010 bietet einen willkommenen Anlass, sich der Küche des Orients zu widmen. Dabei dürfen selbstverständlich die süßen Leckereien nicht fehlen, für die die Küche der Region berühmt ist.
Der Themenabend "Süße Versuchungen aus dem Orient" widmet sich unter anderem mit der Tragikomödie "Zimt und Koriander" des griechischen Regisseurs Tassos Boulemtis der Vielfalt orientalischer Zuckerbackwaren. Und der anschließende Dokumentarfilm "Mustafas süße Träume" erzählt die Geschichte eines jungen Bäckerlehrlings aus Gaziantep in Südostanatolien, der Heimat des traditionellen Baklava. Er träumt davon, in der Metropole Istanbul zum Meister des im Orient und auf dem Balkan weit verbreiteten Desserts zu werden.


Montag, 25. Oktober 2010

14:45
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Zimt und Koriander

Als der Grieche Fanis erfährt, dass sein Großvater krank ist, besucht er ihn in Istanbul, wo seine Familie früher lebte...

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Montag, 25. Oktober 2010 um 14.45 Uhr

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Zimt und Koriander
(Griechenland, 2003, 103mn)
ARTE / ERT
Regie: Tassos Boulmetis
Kamera: Takis Zervoulakos
Musik: Evanthia Reboutsika
Schnitt: George Mavropsaridis
Darsteller: Basak Köklükaya (Saime), Georges Corraface (Fanis Iakovides), Ieroklis Michaelidis (Savas Iakovidis), Markos Osse (Fanis), Renia Louizidou (Soultana Iakovidou), Stelios Maninas (Onkel Aimilios), Tamer Karadagli (Mustafa), Tassos Bandis (Großvater Vassilis)
Autor: Tassos Boulmetis
Produzent: Lily Papadopoulos, Artemis Skouloudi

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Als der Grieche Fanis erfährt, dass sein Großvater krank ist, besucht er ihn in Istanbul, wo seine Familie früher lebte. Erinnerungen werden wach, an seine Kindheit, das Lebensmittelgeschäft des Großvaters und seine erste Liebe, die Türkin Saime. Doch dieses Idyll fand ein jähes Ende, als die Griechen 1964 Istanbul verlassen mussten. Nun besucht Fanis die Orte seiner Kindheit, schwelgt in Erinnerungen und hinterfragt auch seinen eigenen Lebensweg.

In dem Wort "Gastronomie" stecke auch das Wort "Astronomie", lernt Fanis als Kind von seinem Großvater, und dass Pfeffer heiß sei und wie die Sonne brenne, während Zimt sanft und würzig sei wie Venus und die Frauen. "Damit das Leben interessant ist", so der Großvater, "braucht es ein wenig Würze".
Fanis' Großvater betreibt ein Lebensmittelgeschäft in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Die Griechen treffen sich bei großen, geselligen Familienessen in vertrauter Runde und leben friedlich mit den türkischen Nachbarn zusammen. Doch diese Eintracht findet ein jähes Ende, als die Griechen 1964 das schöne Istanbul für immer verlassen müssen.
Fanis' Familie geht nach Griechenland und für den kleinen Jungen bricht eine Welt zusammen. 30 Jahre später kehrt Fanis, inzwischen Astrophysiker und begeisterter Koch, nach Istanbul zurück, als er erfährt, dass sein Großvater krank ist. Er besucht die Orte seiner Kindheit und will herausfinden, ob es ihm trotz der Brüche in der Vergangenheit gelungen ist, seinem Erwachsenenleben genug Würze zu geben.

Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor lässt der aus Istanbul stammende griechische Regisseur Tassos Boulmetis die Zeit auferstehen, in der das kosmopolitische Istanbul vielen Griechen eine Heimat war.
Der Film gewann beim Thessaloniki Film Festival 2003 zehn Auszeichnungen sowie den "Variety Critics Choice Award" beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary 2004 als einer der zehn besten europäischen Filme.


Donnerstag, 12. Mai 2011

10:55
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Mustafas süße Träume

Mustafa ist Konditorlehrling im anatolischen Gaziantep, der "Hauptstadt" des Baklava...

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Auftakt unseres cross-medialen Istanbul Projekts mit dem Weblog des Medienkünstlers Florian Thalhofer.

Zum Dossier Istanbul - Schmelztiegel der Kulturen

Donnerstag, 12. Mai 2011 um 10.55 Uhr

Wiederholungen:
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Mustafas süße Träume
(Frankreich, Griechenland, 2010, 68mn)
ARTE / ERT
Regie: Angelos Abazoglou

Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Baklava besteht aus rund 40 dünnen Teigschichten, die in Sirup eingelegt werden und mit einer Nuss- oder Pistazienmischung gefüllt sind. Überall im südöstlichen Europa und Nahen Osten findet man Varianten dieses Gebäcks. Jede Kultur hat das Rezept verfeinert oder verändert - sogar der österreichische Apfelstrudel soll auf das türkische Baklava zurückgehen. Die Rezepte werden von einer Konditorgeneration an die nächste weitergegeben.

Mustafa ist Konditorlehrling im anatolischen Gaziantep, der "Hauptstadt" des Baklava. Er träumt davon, in Istanbul sein eigenes Geschäft zu eröffnen und ein reicher und berühmter Konditor zu werden.
Das Baklavarezept wird in Gazianteps Backstuben von einer Konditorgeneration an die nächste weitergegeben. Im Osmanischen Reich war das süße Gebäck das Lieblingsdessert des Sultans. Es besteht aus rund 40 dünnen Blätterteigschichten, die mit einer köstlichen, langsam auf der Zunge zergehenden Nuss- oder Pistazienmischung gefüllt sind.
In seiner heutigen Form wurde das Baklava im Topkapipalast von griechischen, türkischen, armenischen und arabischen Konditoren erfunden, die aus allen Teilen des Osmanischen Reiches in den Sultanspalast kamen. Noch heute ist es in der Türkei und in Persien fester Bestandteil der kulinarischen Tradition. Aber auch in den einst von den Osmanen beherrschten Ländern - von Bulgarien und Griechenland über Bosnien, Serbien, Albanien, Syrien und Ägypten bis nach Nordafrika - zählt Baklava zu den beliebtesten Gaumenfreuden.


Erstellt: 16-08-10
Letzte Änderung: 04-10-10