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Interessiert Sie das?

Wer ist der nächste nach Mladic und Bin Laden? Welche Zukunft hat der IWF? Und wer wird ab 2012 China regieren?

Interessiert Sie das?

17/05/10

Interessiert Sie das?

Politik in London, Moderne Kunst in Metz und Evolutionsgeschichte in Leipzig


Mittwoch, der 12. Mai bis Sonntag, der 16. Mai 2010

Der britische Ex-Premier-Minister Gordon Brown, der die Wahlen vom 6. Mai verloren hatte, hat gestern Nachmittag diskret seine Koffer gepackt, nachdem die Verhandlungen mit dem « Dritten » Nick Clegg, Chef der liberalen Demokraten, ergebnislos verlaufen sind. Nur wenige Stunden später hielt David Cameron Einzug in der 10, Downing Street, nachdem  Königin Elisabeth II die bisher nie dagewesene Koalition  mit den Liberalen Demokraten gebilligt hatte.

 

Jean-Claude Trichet, der Vorsitzender der Europäischen Zentralbank (EZB), sonst eher wortkarg, hat die Unabhängigkeit der Bank, deren Vorsitz er bis 2011 innehat, mehrmals bekräftigt, seit die Europäische Union ihre Entscheidungen vom 10. Mai bekannt gegeben hat.

  

Von nun an betrifft die finanzielle Gesundheit des Euroraums jeden verantwortungsvollen europäischen Bürger. Wie wär’s mit einem Quiz unter Freunden:

Welche sechzehn Länder zählen zum Euroraum? Die Antwort finden Sie auf der Internetseite.
 

Während Kinostars und -Fans aus aller Welt nach Cannes strömen, richtet sich das Augenmerk der Kunst- und Architekturliebhaber aus Madrid, London und

New York in Richtung Metz auf das neue Centre Pompidou.


 
Woher kommen wir? Im Januar haben wir uns, zusammen mit der Zeitschrift Nature, für die Entstehung des Y-Chromosoms, interessiert, das männliche Markenzeichen, mit dem man friedlich das Wissen über die Entstehungsgeschichte des Homo Sapiens erschliessen kann. Eine neue Entdeckung des Max-Planck-Instituts in Leipzig macht nun Schlagzeilen auf der Titelseite der Zeitschrift Science: Der moderne Mensch stammt sowohl vom Neandertaler als auch von Homo Sapiens ab! So lautet das Ergebnis einer Gen-Analyse anhand von 40 000 Jahre alten Knochen, die aus einer kroatischen Grotte stammen. Bisher dachte man, die beiden Arten – Neandertaler und Homo Sapiens - seien nie miteinander in Kontakt gekommen.


Claire A. Poinsignon
Mit Marie-Thérèse Shmidt


Dienstag, der 11. Mai 2010

Nach der Euphorie gestern ging es heute an den internationalen Börsen wieder bergab. Die gestrige Reaktion war ohnehin „völlig überzogen“, meinte heute Morgen die französische Finanzministerin Christine Lagarde.

Gordon Brown ist bereit sich als britischer Premierminister und vor allem als Labour-Chef zurückzuziehen. Mit diesem „letzten As im Ärmel“ will Brown seiner Partei die Möglichkeit offenhalten mit den Liberaldemokraten von Nick Clegg eine Koalition einzugehen, damit die Labour Party trotz ihrer Niederlage bei den Parlamentswahlen vor einer Woche an der Macht bleiben kann.

Nach dem politischen Erdbeben in Nordrhein-Westfahlen sind sämtliche Regierungskoalitionen möglich. Wird es eine Regierung mit Beteiligung der SPD und der Linken werden, wie es sich manche Mitglieder beider Bundesparteien wünschen würden? Oder geht das Land hin zu einer großen Koalition zwischen CDU und SPD, wie es einige Medien wie Die Zeit hoffen.

Brauchen russische Bürger in Europa bald kein Visum mehr? Am nächsten EU-Russland Gipfel Ende Mai werden die EU-Außenminister jedenfalls eine solche Möglichkeit prüfen. Denn Dmitri Medwedews Russland hat Kurs auf Europa genommen. Selbst wenn die Zeit der Reformen lang und schmerzhaft werden sollte, stellt Foreign Policy fest.

Elena Kagan wurde soeben als Richterin an den Obersten Gerichtshof der USA bestellt. Sie ist „nicht vorbereitet, aber bereit“, kommentiert slate.com heute ironisch und verweist auf die fehlende Erfahrung der ehemaligen Harvard-Professorin als Richterin. Zahlreiche Intellektuelle des linken Spektrums haben sich bereits gegen Kagan ausgesprochen. truthout.org erinnert beispielsweise daran, dass sie eine der wichtigsten Befürworterinnen der Politik George W. Bushs in den Akademikerkreisen der Ostküste war.

AK


Montag, der 10. Mai 2010

Ein historischer Europa-Tag gestern Abend in Brüssel: Die Mitgliedsstaaten der EU haben sich auf einen Hilfemechanismus für die Euro-Zone geeinigt. 500 Milliarden Euro werden als Direkthilfe von den Staaten zur Verfügung gestellt, 220 Milliarden kommen vom Internationalen Währungsfonds. Zudem dürfte die Europäische Zentralbank in Zukunft eine sehr aktive Rolle spielen, stellt Financial Times Deutschland fest. Die Einigung wurde nach einer sehr anstrengender Nacht voller Ereignisse erzielt: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble musste vor lauter Erschöpfung zwischenzeitlich ins Krankenhaus eingeliefert werden. Und Barack Obama himself rief Angela Merkel an, um sich für eine Einigung stark zu machen. Das starke Signal der EU wurde von den Märkten durchwegs positiv aufgenommen: Die Börsen legten heute zunächst in Asien und dann in Europa sehr stark zu.

Die Kanzlerin hat vielleicht auch aufgrund des bereits bekannten Wahldebakels der CDU in Nordrhein-Westfahlen klein beigegeben. Denn das überaus schlechte Resultat ihrer Partei hat der Regierungskoalition von CDU und FDP zu allem Überfluss auch den Verlust der Mehrheit im Bundesrat beschert. Die Strategie Angela Merkels in den letzten Wochen ist also ein „doppelter Fehlschlag“ wie der Tagesspiegel feststellt: Die Kanzlerin hat nicht nur die Wahlen in NRW verloren, sondern durch ihre nationalistische Position Europa in eine Krise gestürzt, „deren Ende noch nicht absehbar ist.“ Und als wäre das nicht genug, machen nun auch noch die überaus konservativen Landesfürsten der CDU Druck auf Merkel.

Die Türkei mausert sich immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt der Geopolitik im Nahen Osten. Während dem Staatsbesuch des syrischen Präsidenten Bachar al-Assad in Ankara und Istanbul dieses Wochenende zeigten der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und Staatspräsident Abdullah Gül einmal mehr ihre Bereitschaft als Vermittler in den Gesprächen zwischen Israel und Syrien zu agieren und somit „der Region einen globalen Frieden zu bescheren.

Die Wahlen auf den Philippinen wurden heute auf Wunsch der Wahlkommission um einen Tag verlängert, nachdem es gestern im ganzen Land zu Gewaltakten und Irregularitäten kam. Benigno „Noynoy“ Aquino III bleibt weiterhin der Favorit der Wahl. Doch manche Experten fürchten bereits, dass dieser Politikersohn den Herausforderungen in einem Land, in dem Armut, Gewalt und Vetternwirtschaft immer noch an der Tagesordnung stehen, nicht gewachsen ist.


AK
Alexander Knetig ist mit einer tschechischen Mutter und einem niederländischen Vater in Wien aufgewachsen und hat in Frankreich und in Spanien studiert. Für arte.tv hat dieser junge Journalist unter anderem die Prager Chroniken geschrieben und das Projekt "27 und ich" koordiniert.

Erstellt: 12-04-10
Letzte Änderung: 17-05-10


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